30 Jahre Windows – Microsoft feiert runden Geburtstag

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30 Jahre Microsoft Windows

Mit fast 79 Prozent ist Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows nach wie vor das mit deutlichem Abstand führende Betriebssystem weltweit für zahlreiche Geräte-Plattformen. Etliche Konkurrenten versuchten den Marktführer vom Thron zu stoßen, doch keine Herausforderer ist das bisher gelungen. Doch dieses Jahr hat Microsoft noch etwas ganz anderes zu feiern.

Denn vor 30 Jahren hat nicht nur Boris Becker mit seinen 17 Jahren als erster deutscher Tennisspieler das Prestige-trächtige Wimbledon-Turnier gewinnen können, sondern auch das Betriebssystem Windows hat offiziell das Licht der Welt erblickt. Genauer gesagt am 20. November 1985 als Microsoft bekannt gab, dass man mit der Auslieferung von Windows 1.0 an die ersten Händler beginnen werde.

Anlässlich des 30 jährigen Geburtstages hat Microsoft heute zu einer speziellen Veranstaltung eingeladen, wo wir auch vor Ort sein werden. MaTT wird unter anderem für euch einige Eindrücke auf Video festhalten und wie gewohnt auf unserem YouTube-Kanal nachreichen. Zuvor gibt es bei uns eine kleine Übersicht zu den Meilensteinen der Windows-Geschichte.

1985: Der Beginn einer Ära

Was heutzutage einfach nicht mehr wegzudenken ist, musste sich zu Beginn jedoch erst noch beweisen. Immerhin wurde das Betriebssystem damals im Jahre 1985 noch als kommerzielles Addon für MS-DOS beworben, welches das Kommandozeilen-basierende Betriebssystem um eine grafische Oberfläche erweitern sollte – weswegen Windows 1.0 auch als „Interface Manager“ vermarktet wurde.

Dabei ist es weit mehr als nur ein einfacher Grafik-Aufsatz gewesen: Windows 1.0 brachte unter anderem einen Datei Manager mit sich, ein einfaches Programm zur Textverarbeitung, eine Uhr sowie diverse Hilfsprogramme für den damals ebenfalls noch neuen Desktop.

Erfolgreich war der Start des Betriebssystems allerdings nicht unbedingt. Bedingt durch die Voraussetzungen von mindestens 256 KB Arbeitsspeicher (RAM), zwei Laufwerke wovon eines ein Diskettenlaufwerk sein musste, ein Intel 8088 Prozessor und eine Grafikkarte mit Farbausgabe – für die damaligen Verhältnisse enorm viel – verhinderte eine große Verbreitung.

 

1990: Windows 3.0/3.11 legt den wichtigen Grundstein

Der erste wirkliche Erfolg für das noch junge und ambitionierte Unternehmen sollte sich jedoch erst fünf Jahre später einstellen mit der Einführung von Windows 3.0 respektive der verbesserten Neuauflage Windows 3.11. Die größten Neuerungen für Anwender waren eine erheblich gesteigerte Leistung des Betriebssystems, erweiterte Optionen für die Grafik mit bis zu 16 verschiedenen Farben und die Icons für Programme wurden optisch stark weiterentwickelt. Sie erstrahlten nun im 3D-Look.

Außerdem führte Microsoft mit Windows 3.0 erstmals kleinere Desktop-Spiele ein: Solitär, Hearts und Minesweeper werden fester Bestandteil des Betriebssystems und sollten in den nächsten Jahren Millionen von Mitarbeiter vor Computern vom Arbeiten abhalten. Aber auch abseits der Spiele tut sich so einiges: Immer mehr Entwickler arbeiten an Programmen für das Betriebssystem von Microsoft und die ersten PC-Hersteller fangen damit an, Rechner mit Windows ab Werk auszustatten.

 

1995: Windows 95 erobert das Wohnzimmer

Die CeBIT ist schon damals vor 20 Jahren eine der größten IT-Messen der Welt gewesen, weshalb sie der perfekte Ort für die Vorstellung von Windows 95 gewesen ist. Erstmals arbeitet ein Betriebssystem vollständig mit 32-Bit und auch das Design wandelt sich erheblich. Eine waschechte Revolution war damals unter anderem die Möglichkeit, mehrere Programme auf einmal auszuführen und das auch noch im Fenster-Modus. Für den aufkommenden Hype des weltweiten Internets – damals auch als Information Highway“ bezeichnet – sollte mit Windows 95 in den Mittelpunkt gerückt werden.

Neben einem integrierten Mail-Client ist es auch die Geburtsstunde des Internet Explorer, des heute nicht mehr weg zu denkenden Startmenüs, der Taskleiste zum Minimieren von aktiven Programmen oder auch die einfache Installation neuer Hardware durch das sogenannte Plug&Play: Einfach das Gerät mit dem Rechner verbinden, die Treiber installieren und schon kann das Gerät genutzt werden.

Mit diversen Verbesserungen für Mobilgeräte sprich Notebooks, etlichen neuen Funktionen für Netzwerke und dem jederzeit möglichen Zugriff auf das Internet, verkauft sich Windows 95 alleine im ersten Jahr über 40 Millionen mal.

 

1998: Internetcafés sind am Boomen

Durch das Internet und stetig sinkende Preise sowie einem immer vielfältiger werdenden Angebot an Software, ist der PC mit Microsofts Betriebssystem nicht mehr aus dem Wohnzimmer wegzudenken. Daher erscheint mit Windows 98 bereits drei Jahre nach Windows 95 der Nachfolger, welcher den Zugriff auf das Internet weiter vereinfacht, DVDs lesen sowie beschreiben kann, sich USB-Geräte automatisch erkennen lassen oder in der Taskleiste die sogenannte Schnellverknüpfungen eingeführt werden. Mit letzteren lassen sich häufig genutzte Programme schneller starten als sie erst aus dem Startmenü aufzurufen.

Den Durchbruch erzielte Microsoft allerdings erst mit Windows 98 Second Edition, was zudem die bisher genutzten Disketten als Installationsmedium endgültig abschafft. Gänzlich verschwunden sind sie trotzdem nicht: Die CDs für das Betriebssystem selbst lassen sich nur mit Hilfe einer Bootdiskette starten, um das letzte auf MS-DOS basierende Betriebssystem überhaupt installieren zu können.

 

2000: Microsoft erobert die Unternehmens-IT

Zur Jahrtausendwende greift Microsoft nach dem ganz großen Coup: Die stärkere Verbreitung im Unternehmensbereich. Das Mittel zur Wahl ist dabei Windows 2000, welches auf dem 1993 erstmals eingeführten Windows NT Kernel basiert und sich durch eine hohe Stabilität und gesteigerter Kompatibilität zu Internetanwendungen sowie –hardware auszeichnet. Hinzu kommt, dass erstmals im größeren Stil die mobile Datenverarbeitung unterstützt wird, der Support für USB-Geräte massiv ausgebaut und auch damals neuartige Netzwerk-Geräte sowie drahtlose Produkte nutzbar werden.

30 Jahre Microsoft Windows

Microsoft wird mobil mit Windows Pocket PC

Es ist aber auch das Jahr, in welchem Microsoft erstmals versucht, sich im größeren Stil auf Hosentaschen-Computer zu etablieren. Damals wurden solche Geräte noch als PDA bezeichnet und dienten in erster Linie als digitale Kalender mit Office- und Mail-Unterstützung. Daraus entwickelten sich schließlich die heute aus dem täglichen Leben nicht mehr weg zu denkenden Smartphones.

 

 

 

 

2001: Das legendäre Windows XP macht alles anders

Den bis dato größten Erfolg sollte Microsoft jedoch erst 2001 mit der Einführung von Windows XP feiern. Neben der neuen aufgehübschten Oberfläche namens Luna sind es vor allem die Stabilität, Geschwindigkeit, erweitere Multimedia-Funktionen und die Initiativen für mehr Computer-Sicherheit, welche die nächsten Jahre bestimmen. Leider zeigt sich auch, dass das Betriebssystem aus Redmond bei Malware-Entwicklern sehr beliebt ist – trotz regelmäßig bereit gestellter Sicherheitsupdates.

Erstmals wird zudem ein Microsoft Betriebssystem explizit in zwei Versionen auf den Markt gebracht, Windows XP Home ist mit speziellen Multimedia-Funktionen wie dem Windows Media Center oder dem Netzwerkinstallationsassistenten für den Heimgebrauch ausgelegt, während Windows XP Professional sich insbesondere an Unternehmen richtet mit besonderen Funktionen.. Unter anderem war damit die Unterstützung für zwei Prozessoren in einem PC möglich und ab 2005 auch erstmals spezielle 64-Bit fähige Prozessoren mit AMD64- oder Intel-64-Erweiterung.

 

2007: Windows Vista bringt Style auf den Monitor

Den ersten größeren Umbruch in der Optik vollzog Microsoft im Jahr 2007 mit der Veröffentlichung von Windows Vista. Erstmals sorgte das neue Aero-Overlay für schicke Transparenz-Effekte und auch die Suchleiste direkt im Startmenü erleichtere das Auffinden von Dateien. Einzig der Hardware-Hunger ließ das an sich gute Betriebssystem zu eher zweifelhaftem Ruhm kommen.

Neu waren unter anderem ein 3D-Taskmanager mit Live-Vorschau für das jeweilige Programm, die Sidebar für kleine Widgets sowie Aero Peek für minimierte Programme in der Taskleiste.

 

2009: Der geistige Nachfolger von Windows XP

Nur zwei Jahre nach Vista sollte Microsoft seinen nächsten großen Erfolg seit Windows XP erhalten, indem Windows 7 das Licht der Welt Öffentlichkeit erblickt. Es ist all das was Vista werden sollte: Eine moderne Optik verknüpft mit großer Leistung und niedrigen Anforderungen an die Hardware, sodass Millionen von PCs und Notebooks sprichwörtlich ein neues Leben erhalten.

Aber auch in Sachen Funktionalität hat sich wieder einiges getan, was sich in einer verbesserten Unterstützung für Drahtlos-Netzwerke und der Integration von Cloud-Diensten wie Microsoft OneDrive – damals noch als Skydrive bezeichnet – zeigt.

 

2012: Alles im Griff mit dem Finger

Nach XP wagt Microsoft fünf Jahre nach dem sehr erfolgreichen Windows 7 mit Windows 8 einen umfassenden Paradigmenwechsel. Die Oberfläche des neuen Betriebssystems ist deutlich stärker auf die Bedienung über Touchscreens ausgelegt, wird eckiger und moderner. Erstmals gibt es auch wieder eine speziell auf Tablets angepasste Version des Betriebssystems in Form von Windows RT. Aufgrund der anderen Programm-Architektur ist es nur mäßig erfolgreich bei den Kunden. Für den Wegfall des klassischen Startmenüs und die Touch-optimierte Oberfläche erhält Microsoft jedoch insbesondere von Nutzern eines Desktop-PC und Notebooks einiges an Kritik.

Auf diese reagiert das Unternehmen mit dem kostenlosen Update auf Windows 8.1, welches neben dem klassischen Startmenü auch wieder einen kompletten Desktop-Modus bietet. Die zwischenzeitlich Metro UI genannte Oberfläche mit den Touchscreen-optimierten Bedienelementen kommt daher verstärkt auf Tablets und Notebooks sowie All-in-One-PCs mit Touchscreen-Displays zum Einsatz.

 

2015: Smartphone, Tablet und PC werden eins

In diesem Jahr und damit pünktlich zum 30 jährigen Jubiläum veröffentlicht Microsoft nun erstmals mit Windows 10 ein Betriebssystem für alle Geräte-Klassen. Egal ob ein stationärer PC, das Überall-Büro Notebook, das Tablet als Surf-Station auf der Couch oder das Smartphone für das tägliche Leben: Die Vision von einem Windows für alle Gerät wird Realität. Selbst das Augmented-Reality Headset Microsoft Hololens setzt auf das neuste Betriebssystem.

Um dem Gedanken von einem Windows für alle gerecht zu werden, führt Microsoft die Universal Apps ein, die sich je nach Gerät in einer anderen auf das jeweilige Display angepassten Oberfläche präsentieren. Insbesondere die kommende Smartphone-Generation mit Windows 10 Mobile wird das Konzept dank Windows Continuum auf ein gänzlich neues Level heben. Per Smartphone-Dock verwandelt sich zum Beispiel ein Microsoft Lumia 950 XL in einen vollwertigen Desktop-PC – man braucht lediglich eine Tastatur, Maus und einen Monitor, welche sich an dem optionalen Dock anschließen lassen (zum Beitrag).

Aber auch an anderen Stellen zeigt sich, dass Microsoft das beste Windows aller Zeiten bietet. Die virtuelle Sprachassistentin Cortana findet per Spracheingabe Informationen im Internet oder auf dem Gerät und mit dem Insider Programm integriert Microsoft mutige Tester stärker denn je in die Entwicklung des Betriebssystems.

Nebenbei erwähnt: Microsoft ist dieses Jahr selbst 40 Jahre alt geworden und auch Bill Gates hat seinen 60. Geburtstag feiern können.

[Quelle: Pressemitteilung | Mit Bildmaterial von Wikipedia]

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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