ACLU: Klage wegen ausbleibender Android-Updates

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Android und die ACLU

In den Vereinigten Staaten von Amerika, kurz USA, ticken die Uhren bekanntlich in vielerlei Hinsicht anders als bei uns. Insbesondere das Rechtssystem lässt den normalen Europäer des Öfteren mal mit dem Kopf schütteln, wo doch ziemlich wahnwitzige Klagen angestrengt werden, mit nicht selten weniger wahnwitzigem Ausgang. Das allerdings mal Android den Grund für eine Klage im positiven Sinne geben würde, hätten wir aber nicht gedacht.

Dabei ist der Grund ein wirklich lobenswerter, der auf einer Eigenart von Android basiert. Denn Firmware-Updates müssen, bevor sie an die Smartphone- oder Tablet-Nutzer verteilt werden können, vom jeweiligen Netzbetreiber erst noch begutachtet, getestet und dann genehmigt werden. Da können schon mal etliche Monate ins Land ziehen, bevor ein Android-Smartphone ein Update erhält, wenn es denn überhaupt Updates erhält. In Amerika scheint das noch eine Spur schärfer zu sein, da dort anscheinend die Netzbetreiber selbst für Firmware-Updates zuständig sind. Ein Umstand, der zu besonders großen Verzögerungen in Sachen Updates führen soll und nun Grund für eine Klage der Bürgerrechtsgruppe American Civil Liberties Union (ACLU).

Diese Bürgerrechtsgruppe wirft den US-amerikanischen Netzbetreibern Verizon Wireless, AT&T, Sprint und T-Mobile USA vor, Android-Updates von Google nicht schnell genug bzw. überhaupt nicht an deren Kunden weiterzugeben. Dadurch würden existierende Sicherheitslücken offen bleiben und Kunden der US-Netzbetreiber demnach ein offenes Einfallstor für Malware aller Art bieten sowie nicht vor Phishing und Verletzungen der Privatsphäre geschützt zu sein. Der Bürgerrechtsgruppe ACLU geht es in erster Linie um Mobilfunkkunden mit Laufzeitverträgen, die üblicherweise wie hierzulande über 2 Jahre abgeschlossen wurden. Da die US-amerikanischen Netzbetreiber in der Regel ihre eigenen Anpassungen in die Firmwares der Smartphones einbauen, gebe es daher auch kein pures Android, welches wiederum von Google aktualisiert werden könnte.

 

Ein Fall für die FTC?

Nach Ansicht der ACLU verstößt dieses Vorgehen der Netzbetreiber jedoch gegen das US-Wettbewerbsrecht. Konkret wird eine Täuschung der Kunden vorgeworfen, da die Käufer solcher Smartphones nicht auf die eventuell vorhandenen Sicherheitslücken hingewiesen werden würden beim Kauf. Zudem würden die Kunden unfair behandelt, indem man sie an einen 2-Jahres-Vertrag binden aber keinerlei Sicherheitsupdates für das jeweilige Smartphone bereitstellen würde. Daher soll die Federal Trade Commission (FTC) sich nun der Sache annehmen und die US-amerikanischen Netzbetreiber zu mehr (Sicherheits)Updates zwingen.

Des Weiteren verlangt die ACLU, dass Kunden jederzeit ihren 2-Jahres-Vertrag vorzeitig kündigen können, sollten Sicherheitsupdates von Seiten der Netzbetreiber ausbleiben. Zudem verlangt die ACLU, dass Kunden ihr Android-Smartphone jederzeit gegen ein neueres mit aktuellerer Android-Software eintauschen können oder ihr bisheriges gegen Erstattung des Kaufpreises zurück geben können.

[Quelle: ACLU (PDF) | via Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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