Amazon plant 2-Stunden-Lieferung in Berlin zu testen

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Amazon Prime

Wer heutzutage etwas im Internet bestellt, wird dies meistens über Amazon erledigen. Der Versandriese aus den USA ist zum Synonym für das Online-Shopping geworden und bietet sprichwörtlich Millionen Artikel an. Manche will der US-Konzern nun nach der New Yorker Testphase in Zukunft auch in Deutschland besonders schnell ausliefern und Berlin wird dazu das offizielle Versuchsgebiet.

Laut einem Bericht der Online-Ausgabe von „Die Welt“ plant Amazon in Berlin ein Netzwerk aus Versanddienstleistern aufzubauen, um die 2-Stunden-Lieferung auch in Deutschland zu realisieren. Das bedeutet nichts anderes, dass bestellte Waren bei der Option „Zwei-Stunden-Lieferung“ spätestens nach besagten zwei Stunden auch bei dem Kunden eintreffen sollen.

Was in Washington D.C. und anderen Großstädten der USA bereits vortrefflich funktioniert und auf hohes Interesse stößt, soll nun auch Europa erobern.

Große Pläne bei Amazon

Dabei wird die deutsche Hauptstadt Berlin zum Versuchsfeld für Amazon, denn dort wird neben einem speziellen Zentrallager mit der sogenannten chaotischen Lagerhaltung – auch dynamische Lagerhaltung – aufgebaut nebst dem zugehörigen Netz aus Lieferanten. Unter der chaotischen Sortierung versteht man eine Einlagerung der Waren wie sie eintreffen und nicht vorsortiert nach Hersteller, Warengruppe oder dergleichen. Über ein Computer-gestütztes System wird die gewünschte Ware schnell gefunden und wiederum kostenintensive leere Lagerplätze vermieden.

Heißt im Klartext, dass der Konzern von Gründer und amtierenden CEO Jeff Bezos diverse Kurierdienste anmietet und die bestellten Waren ausliefern lässt. Jedoch gilt für die Versandoption eine kleine aber feine Einschränkung: Ausschließlich Prime-Now-Kunden können sich in Berlin ihre bestellten Waren innerhalb von 2 Stunden liefern lassen.

Ab Mai soll der Dienst starten im Rahmen eines Versuchsprojektes. Dabei werden jeweils zehn Fahrer in zwei Schichten von Montag bis Samstag die Pakete ausliefern. Zugestellt wird dabei an eine Stadtadresse oder an den Arbeitsplatz wie es heißt.

Das dafür genutzte Zentrallager für Zehntausende von Artikeln entsteht den Bericht zufolge in einem alten Bürogebäude auf dem Berliner Kurfürstendamm, wo früher ein Elektrogroßmarkt beherbergt wurde. Für Amazon ein Glücksfall, denn damit hat man eine relativ zentrale Lage für das Lager finden können.

Ein erwachender Riese

Wie nicht anders zu erwarten hat sich Amazon selbst nicht zu den Gerüchten geäußert: Weder bestätigt noch dementiert. „Es gibt aktuell keine Ankündigungen dazu von uns“ heißt es im besten PR-Deutsch. Da allerdings etliche Kurierfirmen bereits entsprechendes tuscheln, gelten die Pläne als fest.

Spannend wird es erst, wenn man sich mal das Gesamtbild von Amazons Plänen anschaut. Auch wenn die Ambitionen mit der Zwei-Stunden-Lieferung auf den ersten Blick nur für eine noch schnellere Lieferung und damit eine engere Kundenbindung zum Ziel hat, könnte der Konzern auch gänzlich andere Dinge verfolgen.

Denn erst kürzlich ging das Gerücht umher, dass Amazon selbst zum Paketdienstleister werden will. Auf die Gerüchte antwortete die Deutsche Post als führender Paketdienstleister nur, dass man die mögliche Konkurrenz nicht fürchten würde (zum Beitrag).

Kluges Taktieren und gezieltes Aufbauen

Da allerdings Amazon kurzerhand die Paketdienstleister anmietet und keinen eigenen Dienst aufbauen muss, könnte am Ende der US-Konzern der lachende Sieger sein. Immerhin werden sich die ortsansässigen Kurierdienste sicherlich um den US-Riesen als gewinnträchtigen Kunden bemühen und damit die Post/DHL am Ende vielleicht sogar preislich unterbieten können.

Aber noch ist das reine Spekulation, die allerdings sehr real wirkt. Denn wenn man den Verkauf bestimmter Artikel nur noch an Prime-Kunden hinzuzieht (zum Beitrag) und dann auch noch das in Deutschland noch nicht allzu lang verfügbare Same Day Delivery, dann setzt sich das Puzzle Amazon nach und nach immer deutlicher zusammen.

[Quelle: Die Welt | via Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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