Amazon Prime: Jeff Bezos träumt von Fußball Bundesliga und dem Oscar

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Amazon Prime Instant Video

Für gerade mal 49 Euro im Jahr ist Amazon Prime ein sehr verlockendes Angebot, welches gerade zur Weihnachtszeit wieder einmal viele wahrgenommen haben. Schließlich kann man nicht nur bei einer Vielzahl an Waren die Versandkosten einsparen, sondern bekommt auch noch eine sehr große Medien-Bibliothek an Streaming-Inhalten geboten. Kein Wunder das Amazon-Gründer und CEO Jeff Bezoz von größerem wie der Fußball Bundesliga träumt.

Wenn man etwas erreichen will, dann muss man auch mal in größeren Dimensionen träumen. Diesen Spruch könnte sich Jeff Bezos, seines Zeichens der Gründer und amtierende CEO von Amazon, für seinen kostenpflichtigen Premium-Dienst Amazon Prime vor Augen gehalten haben. Der Welt am Sonntag stand der Manager Rede und Antwort in einem Interview, in welchem er ein wenig über mögliche Pläne für die Zukunft des Dienstes plauderte.

Der Traum vom Oscar

Das Amazon immer stärker auch auf selbst-produzierte Inhalte setzt ist nicht zu übersehen. „Alpha House“, „Bosch“, „Mozart in the Jungle“ oder auch die neu gestarteten Serien „Mr. Robot“ sowie „The Man In The High Castle“ sind erfolgreiche – unter anderem 4K – Produktionen, die in den Amazon-eigenen Studios mit zum Teil namhaften Schauspielern entstanden sind. Wenn es passt, dann will Jeff Bezos auch eigene Filme für Amazon Prime produzieren, die irgendwann einen Oscar einbringen sollen. Die Trophäe würde die vielen Emmys und Golden Globe Awards bestens ergänzen.

Daher versucht man mit enormen künstlerischen und auch finanziellen Freiheiten namhafte Regisseure wie zum Beispiel Woody Allen nach Los Angeles zu locken, wo die Amazon Studios stehen. Pro Jahr sind bis zu 16 Filme für Amazon Prime geplant, wenn alles glatt gehen sollte. Mit Ridley Scott als Produzent von „The Man In The High Castle“ und Spike Lee als Regisseur des satirischen „Chi-Raq“ habe man bereits zwei große Persönlichkeiten der Filmbranche für sich gewinnen können.

Das Ziel dürfte damit klar sein: Man will sich noch stärker gegen Netflix behaupten und auch das klassische Fernsehen sowie Pay-TV und Hollywood angreifen. Schon jetzt bietet Amazon Prime eine große Auswahl an Filmen und Serien zum streamen – sei es als digitaler Kauf oder auch im Rahmen von Amazon Prime Instant Video und das bei einigen Inhalten mittlerweile auch in 4K UHD-Qualität.

Fußball Bundesliga bei Amazon Prime?

Das bringt den Konzern-Chef auch zu einem anderen Thema und das sind Sendelizenzen für Sportereignisse. Konkret schwebt Jeff Bezos die deutsche Fußball Bundesliga vor oder sogar eine der nächsten Fußball Weltmeisterschaften. Ob es bereits zur WM 2018 in Russland soweit ist, bleibt reine Spekulation. Konkrete Pläne, egal in welcher Richtung, gebe es derzeit nicht. Laut Bezos sei dies bisher ein reines Gedankenspiel, um sich für die Zukunft breiter aufzustellen und zusätzliche Anreize für Amazon Prime zu schaffen.
Nicht ganz unerheblich ist dabei der Aspekt, dass gerade die Übertragungsrechte der 1. und 2. Fußball Bundesliga, bis dato Hoheitsgebiet von dem Münchener Unternehmen Sky waren, die den Sport auch über Sky Online als auch Sky Go auf die Streaming-Ebene transportieren.
Auch wenn gleich das mit Sky Go auf allen Android Smartphones oder Tablets eher eine „never ending story“ ist und nur mit einem kleinen Trick zu umgehen (zum Beitrag) ist.
Dennoch musste Sky gerade gezwungener Maßen zugeben, die Exklusiv-Rechte an der englischen Premier League für die nächste Saison verloren zu haben. Das – unter den nun gewonnen Informationen zu Amazons Begehrlichkeiten – lassen den Tatendrang von Jeff Bezos in einem ganz anderen Licht dastehen. Eventuell ist man ja doch schon weiter, als man tatsächlich zugeben möchte.

Fraglich bleibt jedoch, ob sich mit einem solchen starken Engagement der jährliche Preis von 49 Euro für Amazon Prime auf Dauer halten lässt. Eher nein, wenn man den Blick nach Amerika schweifen lässt. Dort wurde dieses Jahr die Gebühr von 49 US-Dollar auf 99 US-Dollar angehoben und nächstes Jahr sollte man auch in Deutschland damit rechnen. Werbung allein (zum Beitrag) wird nicht ausreichen – zumal auch die Entwicklung der eigenen Hardware wie der Amazon Fire TV finanziert werden muss. Die Set-Top-Box hatten wir erst kürzlich bei uns im Test, den ihr unter dem nachfolgenden Link lesen könnt:

[Test] Amazon Fire TV Box – Wie sinnvoll ist 4K Ultra HD?

Selbst wenn die Erhöhung kommt, ist Amazon Prime aufgrund der umfangreichen Inhalte noch immer preiswerter als so mancher größerer Konkurrent. Immerhin gibt es neben Filmen und Serien neuerdings auch Musik (zum Beitrag), die Kindle eBook-Flatrate und das versandkostenfreie Bestellen diverser Produkte.

Abseits des traditionellen Geschäfts

Aber auch das zweite Standbein von Jeff Bezos, das Weltraumunternehmen Blue Origin war Gegenstand des Interviews. So habe man kürzlich mit dem erfolgreichen Start und Landung der „New Shepard“ getauften Rakete für Schlagzeilen sorgen können. In Zukunft will Bezos mit diesem Unternehmen den Weltraum-Tourismus mit Flügen ins Schwung bringen, was auf lange Sicht vielleicht auch lukrative Aufträge von NASA und anderen Weltraumbehörden für die eigenen Raketen mit sich bringen könnte.
Insofern verwundert es nicht, dass der US-amerikanische Weltraumheld Neil Armstrong als erster Mensch auf dem Mond als sein Idol für Blue Origin gilt.

Selbst zu der Reportage der New York Times über die Arbeitsumstände bei Amazon kam Bezos zu sprechen. Unter anderem erwähnte er, dass nach der Kritik von Amazon an dem Bericht der Journalisten Kodi Kantor und David Streitfeld, die Redakteurin Margaret Sullivan Kritik an der eigenen Zeitung äußerte, die Quellen nicht ausreichend überprüft und mit harten Fakten gestützt zu haben.

Das letzte Wort dürfte da vermutlich noch nicht gefallen sein, auch wenn es in dem Interview hauptsächlich um Amazon Prime und dessen Zukunft ging.

[Quelle: Welt am Sonntag | via MobileGeeks]

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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