Android Auto und der erste Erfahrungsbericht aus Kanada

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Android Auto

Wie bei so vielen Google-Diensten ist auch Android Auto bis auf weiteres exklusiv in den USA nutzbar. Zumindest offiziell, denn mit Hilfe der APK-Datei und einem entsprechenden Autoradio zum nachrüsten kommt man auch außerhalb von Googles Heimatmarkt in den Genuss von Android in einem Fahrzeug. Und es gibt einen ersten Erfahrungsbericht.

Vor bald einem Jahr hatte Google neben Android 5.0 Lollipop – damals noch unter der Bezeichnung Android L – und dem Material Design auch die ersten Abwandlungen des Betriebssystems vorgestellt. Neben Android One war das unter anderem Android Auto, welches erst dieses Jahr in den ersten Fahrzeugen ab Werk eingebaut sein wird. Wer nicht so lange warten will oder kein neues Auto extra dafür kaufen möchte, der braucht wie der Kanadier Jace Hernandez lediglich ein Nachrüst-Set von Pioneer.

Android Auto im ersten Einsatz

Ist das Autoradio eingebaut, muss auf dem Android Smartphone mit mindestens Android 5.0 Lollipop als Betriebssystem die entsprechende APK-Datei installiert werden (zum Beitrag) und schon kann es losgehen. Sobald man das USB-Kabel mit seinem Smartphone und dem Pioneer Autoradio verbindet, erscheint ein kleiner Splashscreen inklusive einer ersten kleinen Einführung und danach kann man direkt loslegen mit dem Bluetooth-Pairing.

Im Prinzip ist Android Auto nichts weiter als ein Android-basierter und mit Google-Now-Karten im Material Design gehaltener Overlay für die Pioneer-eigene Software, um die wichtigsten Funktionen eines Smartphones Fahrzeug-optimiert nutzen zu können. Und das auch sehr flüssig in der Animation: Hernandez konnte keinerlei Ruckler bei den vielen Animationen von Android Auto feststellen, was für ein großartiges Nutzererlebnis von großer Wichtigkeit ist. Insofern beschränkt sich Google auch nur auf die wesentlichen Funktionen, die im Fahrzeug wichtig sind: Navigation, das Telefon, Suchanfragen per Google Now, der Musikplayer und eine Statistik-Übersicht zu verschiedenen Fahrzeugdaten.

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Letzteres ist zumindest auf dem Pioneer-Gerät wohl noch nicht implementiert, denn über das Tacho-Icon gelangte Hernandez wieder in die Pioneer-eigene Oberfläche. Gut möglich also, dass da in späteren Versionen die entsprechende Funktion verfügbar ist. Übrigens zeigt sich Google auch mit Android Auto wieder einmal deutlich offener als Konkurrent Apple CarPlay: Man kann auch Alternativen zu Google Maps nutzen, wie zum Beispiel Nokia HERE Maps. Dasselbe gilt auch für Google Play Music, was sich auf Wunsch gegen Spotify, Songza, SoundCloud und weitere Dienste austauschen lässt. Der folgende Screenshot zeigt übrigens seine Lieblingsansicht, wenn er nicht gerade die Navigation benötigt.

Auf diesen ist auch zu erkennen, dass Google Now mit seinen vielfältigen Karten eine wichtige Rolle bei Android Auto spielt und nur das Nötigste anzeigen kann. Die Anordnung erinnert nicht von ungefähr an die Benachrichtigungen im Sperrbildschirm von Android 5.0 Lollipop. Ebenfalls sehr prominent und von Google auch bevorzugt, sind die Sprachkommandos zum Steuern verschiedener Funktionen von Android Auto. Erfolgreich ausprobiert hat Hernandez folgende Kommandos:

  • What time is it?
  • Navigate to Work.
  • Play Sam Smith.
  • What are my appointments today?
  • What time is TELUS Spark open until?
  • Call Home.

Das Icon dafür sitzt in jedem Bildschirm prominent in der rechten oberen Ecke, kann aber auch alternativ über das Lenkrad gestartet werden. Übrigens erachtet Jace Hernandez Android Auto als deutlich überlegen im Vergleich zu Apple CarPlay: Das Material Design der Oberfläche fügt sich weitaus besser in ein Fahrzeug ein und die flüssigen Animationen leisten dazu ihren Beitrag. Dennoch gibt es ein paar Dinge die man verbessern könnte und Punkt Eins ist eine deutlich breitere Verfügbarkeit der Software. Bei uns in Deutschland ist zumindest das erste Nachrüst-Set von Pioneer erhältlich (zum Beitrag), sodass auch deutsche Nutzer theoretisch sofort loslegen könnten. Es gibt nebenbei erwähnt schon einige Möglichkeiten, um Android im Auto zu nutzen:

[anDROID für Anfänger erklärt] Teil 13: Android im Auto

Man kann also behaupten, dass Android langsam aber sicher wirklich zu einem Teil des Cockpits in einem Fahrzeug wird, sofern man über ein kompatibles Android Smartphone verfügt und dem passenden Autoradio. Bleibt nur die Frage offen: Freut ihr euch schon darauf?

[Quelle: Jaze Hernandez | via MobileGeeks]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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