[anDROID für Anfänger erklärt] Teil 11: Wie bekomme ich Android auf meinen PC?

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Android für Anfänger

Android ist auf Smartphones und Tablets mehr als nur weit verbreitet, immerhin hat Android mittlerweile einen Marktanteil von über 80% im Mobilfunkbereich und das weltweit. Was aber die wenigsten vermutlich wissen: Android kann auch am (Windows)PC genutzt werden. in diesem Teil unserer „anDROID für Anfänger“-Reihe wollen wir uns genau diesem Thema widmen und euch zeigen, wie ihr euer liebstes Mobil-Betriebssystem auch am Desktop Rechner nutzen könnt.

Das Android nicht nur auf Smartphones, Tablets oder Uhren eingesetzt werden kann, zeigten zuletzt beispielsweise ASUS und Samsung mit ihren Geräten namens Transformer Book Trio bzw. ATIV Q. Allerdings haben beide einen nicht ganz kleinen Nachteil: Die Anschaffung kostet weit über 1.000 Euro, im Falle des Samsung ATIV Q derzeit nichts, denn Samsung hat das Slider-Convertible-Misch-Dingsda einfach gecancelt. Dabei hätte genau das einen ziemlich Erfolg haben können, was an der nahtlosen Integration von Android in das Windows-System liegt.

Eine solche quasi nahtlose Integration lässt sich aber auch so erreichen und alles was es dazu bedarf ist entweder die Virtualisierungssoftware VirtualBox zusammen mit Android x86 oder den BlueStacks App Player. Auch wenn beide Wege im Endeffekt dasselbe ermöglichen, gibt es einige Unterschiede: Der Weg über VirtualBox installiert ein an die x86 Hardware-Architektur angepasstes Android auf einem virtuellen System, während die BlueStacks-Lösung eine vorgefertigte Umgebung mit einem nur gering angepassten Android ist.

 

BlueStacks App Player

Die sinnvollere weil einfachste Lösung für Android auf dem Desktop PC ist der BlueStacks App Player. Um Android zu nutzen, muss lediglich die Software installiert werden, welche zu Windows Vista bis hin zu Windows 8.1 kompatibel ist. Mittlerweile gibt es die Software übrigens auch für Max OSX. Die Installation ist an sich übrigens wie jede Programm-Installation selbsterklärend, wenngleich der Download der Runtime-Daten etwas ausladend ist. Dennoch hier ein paar Fotos vom Installationsprozess.

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Nach der erfolgreichen Installation des BlueStacks App Player, findet sich die Verknüpfung zum Programm auf dem Desktop bzw. im Startmenü des Rechners/Notebooks wieder. Beim Doppelklick auf die BlueStacks-App öffnet sich zunächst der Standard-Homescreen des Programms, welchen die Entwickler unter anderem auf ihrer Android-Konsole GamePop verwenden. Mit diesem kann man nicht allzu viel anfangen, weswegen zunächst ein Google-Konto angelegt werden sollte, um Zugriff auf das umfangreiche Angebot des Google Play Store zu erhalten.

Da der GamePop Launcher keinen klassischen App Drawer bietet, muss der Google Play Store über das Such-Feld links oben gesucht werden. Einfach „Play“ eintippen, auf das erste Ergebnis klicken und schon kann der Zugang zum Google Play Store eingerichtet werden. Nach dem erfolgreichen anlegen des Google-Kontos wird man dazu aufgefordert, den BlueStacks App Player mit einem vorhandenen Android-Smartphone oder -Tablet zu synchronisieren. Ganz praktisch, wenn man seine bereits lieben gelernte Apps auf dem Desktop ohne großes Zutun haben will. Bevor die Synchronisation genutzt werden kann, muss zunächst die (kostenlose) App Cloud Connect auf dem eigenen Android-Gerät installiert werden.

AppCast for BlueStacks
Entwickler: BlueStacks
Preis: Kostenlos
  • AppCast for BlueStacks Screenshot
  • AppCast for BlueStacks Screenshot
  • AppCast for BlueStacks Screenshot

Nach der halben Einrichtungsorgie kann der App Player dann schlussendlich richtig in Gebrauch genommen werden, sofern man mit dem GamePop-Launcher sich zufrieden geben will. Denn was würde näher liegen, als sich einen alternativen Launcher aus dem Google Play Store zu laden? Mit einer Alternative wie dem Nova Launcher fühlt man sich jedenfalls gleich viel heimischer in diesem virtuellen Android-System, zumal eh das riesige Angebot des Google Play Store und anderer App Stores wie dem von Amazon zum stöbern einladen.

Die Bedienung erfolgt komplett über die Maus und bei Textfeldern über die Tastatur, welche das deutsche Tasten-Layout direkt nach der Einrichtung korrekt erkennt. Auch wenn prinzipiell nahezu jede erhältliche Android-App installiert werden kann, stellt spätestens die Multitouch-Bedienung mancher Apps der Vorfreude ein Bein: Eine Maus und eine Tastatur ist machbar, mehr nicht. Um jedoch den BlueStacks App Player ordentlich nutzen zu können, sollte im eigenen Rechner recht aktuelle Hardware stecken, sonst könnte es stellenweise zu einer regelrechten Ruckelorgie kommen.

Hier noch ein paar Fotos von BlueStacks, welches auf einem ASUS Ultrabook läuft.

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Android nativ virtuell

Eine zweite Möglichkeit, Android-Apps auf seinem Desktop-Rechner zu nutzen, ist die Installation von Android x86. Dabei handelt es sich um eine freie Portierung des Android Betriebssystems für die x86 Hardware-Plattform, was unter anderem die native Installation auf einer Festplatte ermöglicht. Ursprünglich war das Projekt mal als Alternative für Netbooks vorgesehen aber mittlerweile ist der Weg über eine virtuelle Maschine ebenfalls verlockend. Und so wird Android x86 in der kostenlosen Virtualisierungssoftware VirtualBox von Oracle installiert.

Schritt 1: VirtualBox downloaden und installieren, sowie das ISO-Image von Android x86 downloaden

Schritt 2: Eine neue virtuelle Maschine anlegen über den Menüeintrag „Neu“ mit den folgenden Parametern:

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Schritt 3: Die Größe für den RAM angeben (Tipp: Android Jelly Bean benötigt mindestens 512 MB)

Schritt 4: Virtuelle Festplatte erstellen (Empfohlen: VDI, mindestens 2 GB), mit dynamischer oder fester Größe

Schritt 5: „Ändern“-Schaltfläche drücken -> Massenspeicher -> „Leer“-Partition aktivieren und über das CD-Symbol rechts außen das ISO-Image von Android x86 auswählen

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Schritt 6: Virtuelle Maschine starten und Android auf die virtuelle Festplatte installieren

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Schritt 7: „Create/Modify partitions“ auswählen

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Schritt 8: Neue primäre Bootpartition erstellen und auf den virtuellen Datenträger schreiben lassen („write“ und Bestätigung des Vorgangs) und das Partitionierungsprogramm wieder verlassen („quit“)

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Schritt 9: Android auf die Partition „sda1“ installieren mit dem Dateiformat „ext3“ und dem Boot-Manager „grub“

Schritt 10: ISO-Image aus dem virtuellen CD-Laufwerk entfernen und die virtuelle Maschine neu booten lassen

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Schritt 11: Nach einem erneuten Neustart des virtuellen Android, steht dieses in vollem Umfang zur Verfügung

 

Welche Methode für ein Android auf dem PC die eindeutig besser ist, lässt sich schwer sagen und hängt von den eigenen Vorhaben ab. Dennoch hat der BlueStacks App Player in unseren Augen die Nase vorn, was nicht zuletzt an der wesentlich einfacheren Installation des Programms liegt. Wer jedoch spezifische Hardware-Komponenten eines Notebooks wie 3G-Modem oder GPS ausnutzen will, der sollte sich stattdessen die Sache mit dem Android x86 definitiv näher anschauen. Zumal der BlueStacks App Player kein angeschlossenes GamePad erkannt hat, dass virtuelle Android x86 in VirtualBox hingegen schon. Den goldenen Mittelweg gibt es schlicht und ergreifend bisher nicht, wenngleich der BlueStacks App Player dem bereits recht nahe kommt.

Übrigens ist der BlueStacks App Player erst seit Kurzem auf die Codebasis von Android 4.0 Ice Cream Sandwich gehoben worden, während Android x86 mittlerweile bei Android 4.3 Jelly Bean angelangt ist. Könnte durchaus mit die Entscheidung beeinflussen, welche Möglichkeit man letzten Endes nutzen/ausprobieren will.

 

Bereits veröffentlichte Beiträge:

In Kürze folgende Beiträge:

  • Teil 6: Datensicherung
  • Teil 7: Datenaustausch über BT, WLAN und USB
  • Teil 8: Welches ist das richtige anDROID Smartphone für mich?

Wie sieht es mit euch aus: Gibt es noch Themenbereiche die wir völlig vergessen haben und über die dringend aufgeklärt werden muss? Dann ab in die Kommentare damit!

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

3 Kommentare

  1. Ich (absoluter Android-Anfänger) habe mir Android („Andy“) auf meinem PC installiert. Die Angabe meines Gmail-Kontos scheitert daran, dass es mir nicht möglich ist, das Zeichen „@“ einzugeben. AltGr/Q funkioniert nicht. Habe alles ausprobiert, leider ohne Erfolg. Bin für jede Hilfe dankbar.

  2. Karima Apel schreibt:

    Esb tut mir leid nur ab Schritt 6 wiederholt es sich bei mir?
    Was soll ich Tun?

    MFG
    Karima

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