[anDROID für Anfänger erklärt] Teil 12: Live TV und Filme mit dem Android Device schauen

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Android für Anfänger

Android ist das meist genutzte mobile Betriebssystem der Welt, das auf Millionen von Smartphones und Tablets eingesetzt wird. Außerdem werden Datentarife immer erschwinglicher und WLAN-Hotspots verbreiten sich auch zunehmends. Da müsste sich doch eigentlich das Streamen von Filmen und Serien lohnen, oder? Deshalb wollen wir euch etwas näher an das Thema „Video on Demand“ einführen.

Die Leistung von Smartphones und Tablets nimmt mit jeder Generation zu, selbst die günstigsten Android-Geräte taugen immer mehr für viele Dinge die vor Jahren bestenfalls der Oberklasse vorbehalten waren. Was aber mit nahezu jedem Gerät geht ist das Anschauen von Filmen, wobei das freilich auf Tablets mit FullHD-Display erst so richtig viel Spaß macht. Zwar gibt es immer mehr Möglichkeiten legal einen Film oder eine Serie zu schauen aber die Unterschiede liegen dann doch im Detail. Deswegen beschäftigen wir uns heute mal ein wenig mit dem Streaming von Filmen auf mobile Geräte, natürlich mit Blick auf Android. Wir erklären euch was das eigentlich ist, worauf man achten sollte und was es überhaupt für Anbieter gibt.

 

VoD, was ist das eigentlich

Zunächst einmal zum Prinzip des mobilen Kinovergnügens, dass auf verschiedene Arten realisiert werden kann. Ganz klassisch ist natürlich das Kopieren der Filme auf eine Speicherkarte und dann das anschauen auf dem Gerät, zum Beispiel im Urlaub, auf einer Reise oder während der Zugfahrt zur Arbeit. Vorteil wäre derjenige, dass man jederzeit auch ohne Internet seine Lieblingsfilme vor Ort hätte. Nachteil ist jedoch, das der Speicher begrenzt ist und die ganzen Filme erst in das passende Format für das Hosentaschen-Kino umgewandelt werden müssen. Das kann mitunter Stunden dauern, weshalb es Video-on-Demand (VoD) gibt.

Dabei handelt es sich ganz einfach gesagt um einen Stream aus dem Internet, der auf dem eigenen Gerät wiedergegeben wird. Der Vorteil liegt darin das man entscheiden kann wann der Film angeschaut werden soll und auf welchem Gerät. Neben Smartphones und Tablets (nicht bei jedem Anbieter) werden auch andere Internet-fähige Geräte wie Smart TV und PCs unterstützt. Allerdings braucht es in jedem Fall eine stabile und auch schnelle Internet-Verbindung, damit der Filmgenuss nicht zu sehr durch das Nachladen der Filme gestört wird. Dennoch wird beim Video-on-Demand in das echte Streamen und einem Vorab-Download von Filmen unterschieden.

 

Technischer Hintergrund

Das Streamen von Inhalten braucht grundsätzlich eine aktive Internetverbindung, die wie gesagt nach Möglichkeit schnell und stabil sein sollte. Im Allgemeinen wird eine Mindestgeschwindigkeit von 6 Mbit pro Sekunde empfohlen, damit auch FullHD-Material möglichst ohne Ruckler angeschaut werden kann. Außerdem empfiehlt sich eine echte Datenflatrate, ansonsten wird es sehr schnell richtig teuer auf der nächsten Mobilfunk-Rechnung.

Ist der Film oder die Folgen einer Serie erfolgreich geliehen beginnt beim echten Video-on-Demand der Stream. Dieser wird üblicherweise komplett im Arbeitsspeicher des Gerätes zwischengespeichert, eine lokale Kopie erfolgt beim echten Streamen nicht. Es wird im Normalfall genau so viel des Arbeitsspeichers belegt, wie für eine flüssige Wiedergabe notwendig ist ohne großartig Zwischenspeichern zu müssen, auch Puffern genannt. Je nach Geschwindigkeit der Internetverbindung kann die Wiedergabe jedoch öfters mal angehalten werden, um den Film neu zu puffern.

Im Kontrast dazu steht der Download der Medien, was insbesondere für mobile Geräte eine bevorzugte Lösung ist. Schließlich lässt sich damit der (ausgeliehene) Film im heimischen WLAN einmalig herunterladen und dann je nach Nutzungsrecht beliebig oft anschauen. Damit eignen sich VoD-Anbieter mit Offline-Modus bei Android-Tablets insbesondere im Urlaub. Natürlich können auch andere Tablets abseits von Android wie das iPad oder Windows-8-Tablet davon profitieren, sofern es eigene Apps mit der Offline-Funktion gibt.

 

Was kostet mich ein solches Angebot?

Für Video-on-Demand gibt es verschiedene Gebührenmodelle. Grundsätzlich wird in zwei verschiedene Modelle unterschieden: Der digitalen Ausleihe und dem Kauf einer digitalen Kopie. Der Kauf eines Filmes bei einem VoD-Anbieter ist eher selten und in der Regel ein Zusatzangebot des jeweiligen Anbieters. Allerdings handelt es sich bei der Kaufoption lediglich um ein unbegrenztes Nutzungsrecht der digitalen Kopie, im eigenen Besitz ist die Kopie deswegen dennoch nicht. Lediglich unbegrenzt angeschaut werden kann ein solcher Film sowie lokal abgespeichert werden. Die Preise reichen von 0,99 Euro für Sonder- und Aktionsangebote bis hin zu 14,99 Euro für den Normalpreis.

Die weitaus häufigere Methode ist der digitale Verleih eines Filmes oder einer Serie. Dabei wird lediglich das begrenzte Recht zur Wiedergabe erworben, in der Regel auf maximal 30 Tage beschränkt zum Download des Filmes bzw. zum mehrfachen Ansehen innerhalb von 48 Stunden nach dem ersten Abspielen. Das wird auch als Pay-Per-View bezeichnet, sprich die Abrechnung erfolgt nach tatsächlicher Nutzung. Eine andere Form des digitalen Verleihs ist das Abonnement, bei welchem in Form eines Pauschalbetrages im Normalfall der gesamte Katalog eines Anbieters für einen festen Zeitraum angeschaut werden kann. In diesem Fall haben sich Preise ab 4,99 Euro (Spartenkanäle) bis hin zu 9,90 Euro etabliert für einen Monat. Je nach Anbieter und den angebotenen Paketen können die Preise auch variieren.

 

Welche Anbieter gibt es?

In Deutschland gibt es mittlerweile einige Anbieter von Video-on-Demand, die in der Regel Pay-per-View und ein Abonnement anbieten. Die meisten dieser Anbieter setzen die Installation von Microsoft Silverlight voraus, worüber die DRM-Lizenzrechte für die jeweiligen Inhalte abgewickelt werden. Das schließt im Umkehrschluss leider UNIX/Linux-Nutzer aus sowie Nutzer von MacOS X 10.5 und früher. iOS wird in der Regel auch unterstützt, nur bei Android sieht die Sache ganz anders aus. Nur die wenigsten unterstützen überhaupt Smartphones und Tablets mit Android, was hauptsächlich auf die mangelnden Kontrollmöglichkeiten für DRM-Rechte zurückzuführen ist. Wir wollen uns an dieser Stelle dennoch auf die größten und bekanntesten Anbieter beschränken, unabhängig davon ob sie für Android geeignet sind oder nicht.

WATCHEVER

WATCHEVER wird von Vivendi betrieben, dem größten französischen Medienkonzern. Für 8,99 Euro pro Monat hat man Zugriff auf etliche Tausend Kinofilme aller möglichen Genres, sowohl in normaler als auch HD-Qualität. Auch Serien bietet WATCHEVER an, darunter Serien von HBO, CBS, BBC oder ABC. Zusätzlich gibt es zum Großteil der Filme die Original-Audiospur in Englisch und etliche Spartenfilme, die nicht im Mainstream-Angebot zu finden sind. Auch an Eigenproduktionen wagt sich WATCHEVER mittlerweile heran, die exklusiv für die eigenen Kunden verfügbar sind. Apps gibt es für alle wichtigen Plattformen, von PC, Mac über Smart TV (Samsung, LG, Philips, Panasonic), Konsolen (Xbox One, Playstation 3, Playstation 4, Nintendo Wii) und Smartphones sowie Tablets. Natürlich auch für Android. Für die Wiedergabe wird das PlugIn Silverlight benötigt, was für die DRM-Rechte Voraussetzung ist.

Neben dem klassischen Streaming bietet WATCHEVER die Möglichkeit, Medieninhalte auch offline auf dem Gerät zu speichern. Allerdings liegt das Limit bei 25 Inhalten, darunter maximal 5 Kinofilme und das auch nur über die kostenlose App.

WATCHEVER
Entwickler: WATCHEVER
Preis: Kostenlos

 

Maxdome

Das Portal Maxdome wird von ProSiebenSat.1 Media betrieben und bietet hauptsächlich das Streaming an. Über den Maxdome Download Manager lassen sich ausgeliehene Filme lokal auf dem PC speichern und innerhalb von 48 Stunden mehrmals ansehen. Eine Besonderheit von Maxdome ist die Dolby-Digital-Plus-.5.1-Audiospur vieler Filme, womit ein vergleichbares Erlebnis zu einer BluRay ermöglicht wird. Maxdome selbst gibt einen Katalog von über 50.000 Filmen und Serien an, die sich in verschiedene Kategorien einteilen. Trotz Premium-Abo von 14,99 pro Monat (Mindestlaufzeit 12 Monate), müssen für die allerneusten Filme zusätzlich zwischen 1,99 und 3,99 Euro Ausleihgebühr bezahlt werden, ohne Premium-Abo sind es zwischen 3,99 und 7,99 Euro. Manche HD-Inhalte sind aus Lizenzrechtlichen Gründen jedoch der Maxdome mediaCenter HD genannten Set-Top-Box vorbehalten.

Für Android gibt es keine App, für iOS und Windows Phone 8 hingegen schon.

 

LoveFilm (Amazon)

Hierbei handelt es sich eigentlich nur um einen Videoverleih-Dienst über das Internet, der aktuell mit über 50.000 physischen Datenträgern aufwarten kann. Allerdings baut das Unternehmen von Amazon, das demnächst übrigens mehr oder weniger in Amazon Prime integriert wird, sein Angebot an Streaming-Titeln kontinuierlich aus. Aktuell stehen über 6.000 Filme bereit, die auf PC, Mac Konsolen (Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Nintendo Wii), Smart TVs (Sony, Samsung, LG), Internet-fähigen BluRay-Playern von Sony sowie dem Kindle Fire und dem Apple iPad. Die Apps für Android und iPhone erlauben lediglich das Verwalten des Kundenkontos und der Leihliste der physischen Datenträger. Video-on-Demand ist allerdings erst ab dem Paket Digital Flatrate für monatlich 6,99 Euro möglich.

Für das Android-basierende Kindle Fire und dessen Nachfolger gibt es hingegen eine App für das Streaming-Angebot. Das hat vom Prinzip her etwas mit Android zu tun, denn bei dem Android-Klon FireOS für die eigenen Tablets hat Amazon weitaus mehr Kontrollmöglichkeiten was die DRM-Sicherheit betrifft.

 

Sky Go/Sky Snap

Wer bereits Kunde von Sky (ehemals Premiere) ist, der kann sein Abo auf Sky Go erweitern. Gab es die Option bisher nur bei ausgewählten Sky-Paketen dazu, werden im Laufe des März 2014 alle Kunden die kostenlose Zusatzoption erhalten. Allerdings ist das nur für iOS sowie Desktop-Systeme möglich, Android bleibt auch weiterhin außen vor und das trotz der ungleich mehr potentiellen Nutzer (und Umsatzbringer). Abgesehen von dem doch für unsereins ziemlich großen Nachteil handelt es sich auch bei Sky Go um einen klassischen Streaming-Anbieter. Filme, Serien, US-Serien (wahlweise alles mit Original-Tonspur) können auf kompatible Endgeräte wie PC, Mac, iPhone/iPod Touch, iPad und Xbox 360 gestreamt werden. Einen Offline-Modus gibt es nicht.

Offline anschauen lassen sich dagegen die Filme und Serien bei Sky Snap sehr wohl. Sky Snap ist im Prinzip dasselbe wie Sky Go, nur das auf Sport und Live-Übertragungen verzichtet werden muss und der Dienst auch für Nicht-Kunden von Sky zur Verfügung steht. Für Sky-Kunden kostet Snap 4,90 Euro pro Monat, ansonsten werden 9,90 Euro pro Monat für den Zugriff erforderlich. Das Offline-Schauen der Filme und Serien ist mit bis zu 25 Inhalten möglich, darunter maximal 5 Filme. Die Downloads stehen bis zu 30 Tage lang ohne Internet zur Verfügung und die DRM-Rechte laufen wie üblich 48 Stunden nach Beginn des ersten Anschauen ab.

 

YouTube

YouTube ist eigentlich „nur“ ein Online-Video-Portal von Google, auf dem Millionen von selbstproduzierten Videos aller Art zu finden gibt. Aber auch etliche hochwertige Produktionen aus dem Bereich Kinofilme finden sich langsam ein. Das Angebot YouTube Movies ist sehr überschaubar und bietet eigentlich wenige Highlights. Ausnahmen sind Klassiker von Alfred Hitchcock, Dune, Dawn of the Dead, Das leben des Brian, Last Man Standing oder Black Hawk Down. YouTube will sein Angebot an kostenlos (und legalen!) Filmen stetig ausbauen.

YouTube
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

 

Google Play Movies

Bei Play Movies handelt es sich um ein Angebot von Google direkt, das speziell für die Android-Plattform ins Leben gerufen wurde. Über diesen Kanal betreibt Google selbst eine digitale Videothek, bei der die Preise zwischen Kostenlos (Aktionsangebote) bis hin zu 16,99 Euro (HD-Qualität) reichen. Das Ausleihen von Filmen kostet hingegen entsprechend weniger, hier reichen die Preise ebenfalls von Kostenlos (Aktionsangebote) bis 4,99 Euro. HD-Qualität kostet in der Regel je nach Film und Aktualität zwischen ein und drei Euro mehr im Vergleich zur SD-Qualität. Allerdings lasen sich nicht alle Filme kaufen.

Der Download eines geliehenen Filmes ist bis zu 30 Tage möglich, danach verfällt das Recht einen Film anzuschauen. Nachdem der Film gestartet wurde, hat man 48 Stunden Zeit in so oft wie man will anzuschauen.

Google Play Filme & Serien
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

 

MyVideo

Das Online-Portal MyVideo ist quasi eine Alternative zu YouTube, das sich immer stärker in das Geschäft des Streamings einmischt. Insbesondere Serien und Filme gehören zum Repertoire des Portals, das zur ProSiebenSat.1 Media-Gruppe gehört. Insbesondere Inhalte von ProSieben und Sat1 sind verfügbar, dazu diverse US-Serienhits und Spielfilme. Wie YouTube beschränkt sich MyVideo rein auf das Streamen der Inhalte, die über den Browser oder eine eigene App erreichbar sind.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁 #wpappbox

Links: → Store öffnen → Google-Suche

 

Zattoo

Das Online-Angebot Zattoo ist zwar auch ein Streaming-Dienst, beschränkt sich aber auf das Streamen von Fernsehsendern. Das Angebot ist zwar kostenlos, erfordert dennoch eine Registrierung beim Anbieter. Jedoch können die ausgestrahlten Sender nur im Ursprungsland empfangen werden, da nur für diese Länder jeweils die Lizenzrechte erworben wurden. Der Standort wird anhand der IP des Nutzers festgelegt und je nachdem stehen auch unterschiedliche Sender zur Verfügung. HD-Kanäle sowie die Kanäle der RTL-Group gibt es allerdings nur im kostenpflichtigen Premium-Paket, das mit 4,99 (1 Monat), 12,99 Euro (3 Monate) oder 44,99 Euro (12 Monate) zu Buche schlägt.

Zattoo
Entwickler: Zattoo Europa AG
Preis: Kostenlos+

 

dailyme TV

dailyme ist ein Web-basierter Streaming-Dienst, mit dem Spielfilme ganze Sendungen des deutschen Fernsehens auf Smartphone und Tablet angeschaut werden können. Das was zu sehen ist wird anhand einer Liste zusammen gestellt und wird von dailyme TV automatisch aktualisiert. Natürlich nur wenn man auch will. Aktuell sind etwa 600 verschiedene Sendungen der Sender ARD, ZDF, Kabel Eins, Sat1, Pro7, BBC und Sixx verfügbar, sowie etliche andere Videoformate.

dailyme TV, Serien & Fernsehen
Entwickler: dailyme TV GmbH
Preis: Kostenlos+

 

Und was ist mit Urlaub in anderen Ländern?

Reine Streaming-Dienste, bei denen das Offline-Speichern von Filmen und/oder Serien nicht möglich ist, funktionieren im Ausland im Normalfall nicht. Zumindest nicht ohne kleine Tricksereien wie ein Proxy oder VPN-Tunnel, über welchen man sich mit einer deutschen IP-Adresse verbinden kann. Ein solcher Dienst ist beispielsweise HideMyAss! Pro VPN. Damit kann über eine deutsche IP-Adresse gesurft werden und dann klappt es auch am Notebook im Urlaub mit dem Streamen am Abend auf Abruf. Für Android selbst geht das Umstellen des Proxies mit entsprechenden Tools ebenfalls recht einfach. Oder wer es manuell machen will: WLAN-Einstellungen öffnen, aktive WLAN-Verbindung gedrückt halten, die Netzwerkkonfiguration ändern und den gewünschten Proxy einstellen.

ProxyDroid
Entwickler: Max Lv
Preis: Kostenlos

 

Bereits veröffentlichte Beiträge:

In Kürze folgende Beiträge:

  • Teil 6: Datensicherung
  • Teil 7: Datenaustausch über BT, WLAN und USB
  • Teil 8: Welches ist das richtige anDROID Smartphone für mich?

Wie sieht es mit euch aus: Gibt es noch Themenbereiche die wir völlig vergessen haben und über die dringend aufgeklärt werden muss? Dann ab in die Kommentare damit!

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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