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Android L: Überblick der Neuheiten

Android L

Wie erwartet war die gestrige Google I/O 2014 ein echtes Feuerwerk an Neuheiten was Android und das Ökosystem der Plattform betrifft. Die größte Neuerung selbst dürfte Android L gewesen sein, was es gestern als Preview auf der Google I/O 2014 gab. Zusammen mit dem Material Design stellt Android L die größte Veränderung von Android aller Zeiten dar.

Fast drei ganze Stunden hat Google gestern Abend Einblicke in seine laufenden Projekte gegeben, welche allesamt mehr oder weniger etwas mit Android und der Cloud zu tun haben. Was noch am Dienstag als Gerücht um herging wurde gestern dann auch Realität: Anstatt Nutzer und Entwickler vor vollendete Tatsachen zu stellen, wird der Konzern künftig neue Versionen von Android einige Monate vor der Veröffentlichung vorstellen und Entwicklern damit Zeit geben, ihre Apps an das neue System anzupassen. Und dieser Schritt ist wirklich notwendig, denn das bis auf weiteres Android L genannte Betriebssystem stellt die wohl größte Veränderung der Android-Plattform aller Zeiten dar.

Android L und das neue Design

Denn über 5.000 neue APIs wird Android L beinhalten, von denen Entwickler Gebrauch machen können für ihre Apps, wie Google-Designer Matias Duarte erklärte. Im Zentrum des neuen Android steht jedoch das Material Design, was eine einheitliche Nutzererfahrung über mehrere Plattformen hinweg ermöglicht. Die neuen Guidelines sind bereits online und können für die Entwicklung genutzt werden. Das Material Design setzt dabei auf ein neues Tiefen-Element in der Gestaltung, was Entwickler nutzen können.

Sie geben ihrer App einfach einen bestimmten Tiefenwert und das System berechnet und animiert selbstständig daraus Schatten. Das alles funktioniert mit durchweg flüssigen 60 Frames pro Sekunde, worauf Google mehrfach in seiner Keynote hingewiesen hat. Zahlreiche neue Animationen sollen in Android L dazu für einen nahtlosen Übergang zwischen Apps und einzelnen Funktionen sorgen. Wie das aussieht ist in diesem kleinen Video zu sehen.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=Q8TXgCzxEnw[/youtube]

Insgesamt wirkt die neue Oberfläche von Android L  interessant aber auch etwas sehr bunt und verspielt. Es wird sich zeigen wie gut das neue, etwas verspielt wirkende Material Design letztlich bei den Nutzern ankommt und vor allem wie Hersteller die neuen Richtlinien in ihren Hersteller-Oberflächen umsetzen werden.

Benachrichtigungen und Multitasking

Abgesehen vom Material Design hat Google mit Android L an einigen Stellen des Systems Hand angelegt und ein wenig an den Funktionen geschraubt. Zum Beispiel das Benachrichtigungssystem, was den einen oder anderen Trick selbstständig dazulernt. So erkennt Android L automatisch welche Apps man am häufigsten benutzt und gruppiert deren Benachrichtigungen kurzerhand, damit der „Information Overload“ so niedrig wie möglich ausfällt. Benachrichtigungen landen mit Android L nun auch auf dem Sperrbildschirm und können von dort aus auch gleich bearbeitet werden. Das dürfte Tools wie DashClock das Leben ein wenig schwerer machen.

Eine kleine Überarbeitung erhält auch das System für Mulitasking. Neu ist das Apps an sich Multitasking-fähig sein können, sprich dass mehrere Instanzen ein und derselben App mit unterschiedlichen Inhalten gleichzeitig aktiv sein können. Als Beispiel wurde der Chrome Browser gezeigt, der nicht als App im Task Manager auftauchte, sondern die einzelnen Tabs des Chrome Browsers. Entwickler können das neue Multitasking von Android L auch über eigene API-Schnittstellen nutzen.

Multitasking in Android L

Wearable Devices

Solche Schnittstellen gibt es auch für andere Dinge, von denen Wearable Devices wie eine SmartWatch besonders gut Gebrauch machen kann, wie beispielsweise das Entsperren des Smartphones. Ist eine Android Wear SmartWatch mit dem Smartphone verbunden, dann kann man sein Android L Gerät ohne PIN oder Muster entsperren. Ist das gekoppelte Gerät jedoch nicht in der unmittelbaren Nähe, dann braucht es die PIN oder das Entsperr-Muster.
Google will auf diesen Weg mehr Sicherheit bieten und dem zu erwartenden Boom von SmartWatches zusätzlich ein wenig Schwung verpassen. Wenig verwunderlich, schließlich tritt der Konzern neben Android L, mit Android Wear auch in diesem Bereich auf den Plan.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=0k3KLjVUzF4[/youtube]

Ein weiterer Teil der wichtig für Android L ist, hört auf die Bezeichnung App Indexing. Das ist zwar bereits jetzt schon in Google Now verfügbar, wird jedoch unter Android L auf alle installierten Apps und nicht nur auf wenige ausgewählte Anwendungen ausgedehnt. Wenn man etwas bei Google sucht und die zugehörige App ist installiert, kann man diese direkt aus den Suchergebnissen heraus öffnen. Zusätzlich können Informationen aus anderen Applikationen in der lokalen Suche mit integriert werden, was Suchanfragen effektiver macht.

Samsung KNOX

Auch für uns etwas unerwartet war die Bekanntgabe der geplanten Integration von Samsungs Sicherheitslösung KNOX, wenn auch nur in Teilen der original Software. Somit lassen sich von Haus aus private und berufliche Daten strikt voneinander trennen. Die Ambitionen von Google im geschäftlichen Umfeld Fuß zu fassen werden damit sichtlich verstärkt.

Google / Samsung Knox

Google Play Dienste

Und zum Schluss hat Google auch noch ein paar Details zu den Google Play Diensten verloren, welche etliche Bestandteile von Android automatisch auf dem aktuellen Stand halten. Dazu werden in Zukunft auch Sicherheitsupdates gehören, welche bisher bestenfalls als OTA-Update des jeweiligen Herstellers bereitgestellt wurden. Vor allem ältere und nicht mehr vom Hersteller unterstützte Geräte können davon profitieren, da sie so länger geschützt sind. Ein gutes Stichwort dafür ist die vor einigen Wochen aufgedeckte Lücke in OpenSSL namens Heartbleed.

Zusätzlich wird der Malware-Schutz über die Google Play Dienste weiter ausgebaut, was nicht nur Android L betrifft. Im Zuge dessen kommt tatsächlich der vermutete Kill Switch zu Android, womit sich ein Android-Gerät aus der Ferne bei Verlust oder Diebstahl löschen lässt .
Weiterhin hat Google das Bezahlen per Mobilfunkrechnung ausgeweitet: Auch WLAN-only Geräte können diese Art der Bezahlmethode nutzen, sofern sie mit demselben Google-Konto verknüpft sind, worauf die eigene Mobilfunknummer mit Carrier Billing registriert ist.

Google Play Services

Release von Android L

Wann genau Android L veröffentlicht werden soll hat Google gestern Abend nicht verraten. Bisher geht man vom vierten Quartal aus, wo das HTC Volantis aka Google Nexus 9 vorgestellt werden soll. Insofern darf man das auch als Zeitpunkt der Verteilung betrachten. Im Laufe des heutigen Tages soll allerdings eine erste Developer Preview für die aktuellen Nexus-Geräte Nexus 5 und Nexus 7 (2013) erscheinen, damit Entwickler ihre Apps für Android L anpassen können. Wer sich dafür interessiert sollte die Developer-Website im Auge behalten.

[Bildquelle: SmartDroid]

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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