Android Marshmallow: Google-Apps fragen nach einzelnen Berechtigungen

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Android Marshmallow und App-Berechtigungen

Mit großer Spannung wird die finale Freigabe von Android Marshmallow erwartet, denn Android 6.0 bügelt etliche Fehler seines Vorgängers Android Lollipop aus. Nicht nur wird das Speicher-Management sowie der Energieverbrauch erheblich verbessert, sondern auch ein echtes Rechte-Management für Apps hält Einzug. Gerade das macht die Developer Preview 3 besonders spannend.

Denn mit dieser kleinen aber feinen Änderung für installierte Apps bringt Google wieder etwas mehr Kontrolle in die Hände der Nutzer eines Android Smartphones oder Android Tablets, auf denen Android Marshmallow in naher Zukunft installiert sein wird. Auch wenn App-Entwickler dazu zwingend das API-Level 23 in ihren Android Apps definieren müssen, ist diese Funktion ein ungemeiner Zugewinn bei der Sicherheit und vor allem dem Datenschutz. Wer will kann das System ab sofort ausprobieren.

Mehr Datenschutz für Android Marshmallow

Wie die Kollegen von 9to5Google demonstrieren, ist das neue Rechte-Management für Apps in der dritten Developer Preview von Android Marshmallow bereits implementiert und auch aktiviert. Einzige Nachteil ist bisher aufgrund der Voraussetzungen, dass lediglich die Google-eigenen Apps wie der Google Chrome Browser, die Google Kamera oder auch Google Keep nach bestimmten Berechtigungen fragen, sobald man die Anwendungen startet und diese nicht die nötigen Berechtigungen für bestimmt Dinge haben.

Wer das Verhalten ausprobieren will, muss jedoch zunächst besagten Google-Apps die nötigen Berechtigungen entziehen. Dazu öffnet man die Einstellungen von Android Marshmallow, geht in die Übersicht der installierten Apps, öffnet die Detail-Ansicht einer Android App von Google und dort wiederum auf den Button „Berechtigungen“ (zum Beitrag). Nun kann man einzelne Berechtigungen verweigern, sodass der Google Chrome Browser unter Android Marshmallow zum Beispiel nicht mehr auf das eingebaute Mikrofon zugreifen kann.

Daraufhin fragt der Browser jedes Mal nach, wenn er zum Beispiel für die Spracheingabe der Google-Suche auf besagtes Mikrofon zugreifen will. In dem Popup-Fenster kann man diese Berechtigung erteilen oder auch verweigern, was jedoch auch je nach App unerwünschte Nebeneffekte haben könnte. Gerade kostenlose Apps wollen mitunter manchmal sehr fragwürdige Berechtigungen erhalten, welche wir euch in dem folgenden Artikel etwas näher erläutert haben:

[anDROID für Anfänger erklärt] Teil 10: App-Berechtigungen und was sie bedeuten!

Wie gesagt: Damit das Entziehen einzelner Berechtigungen auch tatsächlich so funktioniert wie von Google gedacht, müssen Entwickler explizit ihre Apps für Android Marshmallow anpassen. Wenn eine App auch Android Lollipop oder noch früher unterstützt, bringt das neue Rechte-Management der Apps nichts. Im Idealfall arbeitet die App stabil, aber die meisten Apps werden einfach nur abstürzen sobald der Zugriff auf die entzogene Berechtigung erfolgt. Google eigene Apps sind natürlich Android 6.0 Marshmallow optimiert.

Sonderlich schnell wird sich die Sache auch nicht ändern, was mehrere Gründe hat. Zum Einen müssen Entwickler wie mehrfach erwähnt explizit nur Android Marshmallow und neuer unterstützen und zum anderen müssten die Smartphone-Hersteller aktiv bei der Verbreitung der neuen Android Version beitragen. Insbesondere letzterer Punkt ist traditionell die Achillesferse bei solchen Forderungen, da für gewöhnlich nur die Top-Modelle und ihre direkten Vorgänger ein solches Upgrade erhalten.

Von daher ist der Vorstoß Googles, nachdem die ersten Anzeichen einer solchen Lösung bis zu Android 4.3 Jelly Bean zurück reichen (zum Beitrag), zwar prinzipiell sehr zu begrüßen – lässt in der Ausführung hingegen gehörig zu wünschen übrig.

[Quelle: 9to5Google]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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