Android und Bluetooth 4.0: Unterstützung besteht nur auf dem Papier

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Google, Android und Bluetooth 4.0

Im April des Jahres 2010 verabschiedete die Bluetooth Special Interest Group, kurz Bluetooth SIG, den derzeit aktuellen Bluetooth 4.0 Standard. Dieser zeichnet sich im Prinzip durch eine Besonderheit vom vorhergehenden Bluetooth 3.0 Standard ab: Der Unterstützung des Low-Energy-Profils, womit signifikante Einsparungen an Energie bei der Datenübertragung möglich sind.

Beim Low Energy Profile werden die Daten in kleinen Schüben anstatt einem konstanten Datenstrom übertragen, womit der Energieverbrauch bei Übertragungen dermaßen niedrig ausfällt, dass erstmals Bluetooth-Geräte lediglich mit einer kleinen Knopfzelle betrieben werden können. Das eröffnete vor allem in der Medizin neue Möglichkeiten der Nutzung, beispielsweise in Herzschrittmachern aber auch die Fitness-Industrie hat die neuen Möglichkeiten für sich entdeckt. Herausgekommen sind dabei diverse Herzfrequenz- oder Blutdruckmessgeräte, die mit entsprechend ausgerüsteten Smartphones bequem zur Überwachung der eigenen körperlichen Gesundheit genutzt werden können.

Das Dilemma fängt aber erst dann an, wenn entsprechendes Zubehör mit Bluetooth 4.0 genutzt werden soll, wie beispielsweise der herzfrequenzmesser H7 von Polar, welches vollständig kompatibel zum Bluetooth 4.0 Standard ist. Und dennoch lässt sich das Messgerät nicht mit einem Galaxy S3 nutzen, obwohl das Smartphone von Samsung laut Datenblatt Bluetooth 4.0 unterstützt. Laut Bluetooth SIG unterstützt das Galaxy S3 den aktuellen Standard 4.0, in der technischen Dokumentation der Bluetooth SIG wird jedoch lediglich die Kompatibilität zu Bluetooth 3.0 angegeben und auch das Low-Energy-Profile von Bluetooth 4.0 fehlt in der Aufzählung.

Allerdings scheint der Grund nicht bei Samsung zu liegen, wie ein Eintrag im eigenen Entwickler-Forum aus dem Juni 2012 zeigt. Dort gab Samsung zu, dass ganz einfach der notwendige Quellcode fehle, um das Low-Energy-Profile von Bluetooth 4.0 ansprechen zu können. Selbst in Android 4.2 Jelly Bean sind entsprechende API-Schnittstellen nach wie vor Mangelware und das lief bisher bekanntermaßen offiziell lediglich auf den Nexus-Geräten. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Bluetooth 4.0 auf dem Großteil der Android-Smartphones und Tablets nicht so funktioniert, wie er eigentlich könnte.

Kein Wunder also, wenn Smartphone-Hersteller wie HTC, Motorola oder Sony Mobile an eigenen Standards arbeiten, mit denen entsprechendes Fitness- oder Medizin-Zubehör am Android-Smartphone genutzt werden kann. Allerdings sticht Motorola nicht gerade positiv hervor, denn lediglich das US-Modell Droid Razr wird von Motorola entsprechend unterstützt, bei HTC sind es neben dem One X+ lediglich noch das Droid DNA. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie nutzen anscheinend Bluetooth-Software, die nicht von Google sondern von einem Drittanbieter kommt.

[Quelle: AreaMobile]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Stefan, kommst du zum Droidcon nach Berlin? Ich bin am 7. April zum Hackathon da.
    Ach ja, Android ist Samsung. Deshalb hat auch Samsung den meisten Stress mit Apple. Bei Samsung ist am meisten „Kohle“ zu holen.

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