Apple vs. Samsung: Galaxy Nexus verkaufte sich eher schlecht

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Am gestrigen Dienstag hatten die Anwaltsheere von Apple und Samsung die letzte Gelegenheit, nochmal zu Wort zu kommen. In den Schlussplädoyers haben beide Seiten auch regen Gebrauch davon gemacht, wovon Samsung sogar ein interessantes Detail zum Galaxy Nexus ausplauderte: Das Nexus-Smartphone dritter Generation verkaufte sich eher schlecht.

Aber warum sich das Galaxy Nexus laut diesem Samsung-Anwalt schlecht verkaufte ist nicht ganz schlüssig. Immerhin ist es eines der besten Smartphones mit Android der letzten Zeit. Das Smartphone mit dem guten 4,65″ Super AMOLED HD Display, einer sehr gut abgestimmten Software und einem flotten Prozessor heimste viele Sympathien ein. Dennoch wurde das Smartphone von Google und Samsung hin und wieder Zielscheibe für Apple’s Klagewut, was laut besagten Samsung-Anwalt unbegründet sei.

Denn mit einem Umsatzvolumen von etwa 250 Millionen US Dollar und knapp 550 US Dollar Verkaufspreis, hat Samsung nicht einmal um die 450.000 Geräte verkaufen können und das in einem halben Jahr. Zum Vergleich: Das „Nischenprodukt“ Galaxy Note verkaufte sich innerhalb eines Jahres knapp 10 Millionen mal. Als Grund für die schlechten Zahlen nannte der Anwalt zu geringes Interesse und wenig bis überhaupt nicht vorhandene Vermarktungsmaßnahmen.

 

Viel Papier für eine Jury

Unterdessen kam der Prozess zu einem vorläufigen Ende, nachdem sich Richterin Lucy Koh und die Geschworenen über 3 Wochen lang Zeugenaussagen, Befragungen, Gutachten und Beweismittel anschauten. Nun liegt es an der 9-Köpfigen Jury mehrere Entscheidungen zu treffen, welcher der Streithähne wo und gegen Wen verstoßen habe, sowie über die Höhe eventueller Schadensersatzansprüche. Die Schwierigkeit bei diesem Prozess lag jedoch darin, Geschworene zu finden, die nicht sonderlich mit der Tech-Szene vertraut sind. Im Silicon Valley, einem der größten Hotspots für Hightech-Firmen der Welt, eine nicht ganz unbeschwerliche Aufgabe.

Entsprechend umfangreich ist das Dokument mit Anweisungen für die Jury geworden. Auf über 100 Seiten Papier steht peinlich genau geschrieben, wie sich die Jury der Sache anzunehmen habe. In der stundenlangen Verlesung der Anweisungen hatten die Geschworenen sichtlich Probleme wach zu bleiben, weshalb Richterin Koh die Geschworenen anwies, kurz aufzustehen. Die 7 Männer und 2 Frauen, unter anderem ein Sozialarbeiter, Gemeindeangestellter und ein Videospielfan, müssen ab heute über 36 Fragen nebst unzähligen weiteren Unterfragen abstimmen. Unter anderem geht es dabei auch um 2,5 Milliarden US Dollar, die Apple als Entschädigung fordert.

 

Anwalts Sprache

Apples Anwalt Harold McElhinny betonte in seinem Plädoyer erneut, dass Samsung in wenigen Monaten das kopiert hatte, was sich Apple im Laufe von fast 5 Jahren hat. Als Beleg musste unter anderem eine Samsung-interne Analyse herhalten, in der von einer Design-Krise die Rede sei. Als Resultat soll Samsung über eine Milliarde US Dollar in das kopieren des Designs investiert haben, was nun auf der ganzen Welt herumgereicht wird und Apple nicht mehr zu dem Einzigartigen macht, was es vorher war. Zudem bemängelte McElhinny, dass kein hochrangiger Manager von Samsung noch ein echter Samsung-Designer sich während des Prozesses zeigte. Apple bot unter anderem Chefdesigner Jony Ive und Marketingchef Phill Schiller als Zeugen auf.

Während dessen konterte Samsung-Anwalt Charles Verhoeven, dass Apple den Konkurrenzkampf lieber vor Gericht als auf dem Markt suche. Im gleichen Atemzug appellierte Verhoeven an die kapitalistische Mentalität der Amerikaner, denn der Wettbewerb erst habe Amerika aufgebaut und zu dem gemacht, was es sei. Die von Apple vorgebrachten Patente seien „Prior Art“ und hätten damit nie bewilligt werden dürfen. „Apple bildet sich ein, dass es ein Monopol auf Rechtecke mit abgerundeten Ecken und Touchscreens habe“, sagte Verhoeven sinngemäß. Außerdem agiere Samsung nach dem „Form follows function“ Prinzip, denn auch die meisten TV-Geräte sähen sich sehr ähnlich.Der Kopiervorwurf von Apple sei lediglich ein Ablenkungsmanöver und niemand würde Produkte beider Konzerne verwechseln.

[Quellen: BriefMobile & | via SmartDroid & Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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