Apple vs. Samsung: Zeugen stellen Patente von Apple in Frage

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Es geht langsam in die heiße Phase im Hauptverfahren Apple gegen Samsung. In dem vom Wall Street Journal als „Mutter aller Patentprozesse“ bezeichneten Verfahren geht es nicht minder um Alles oder Nichts. Seit über 2 Jahren bekriegen sich beide Konzerne vor den Gerichten dieser Welt und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Für Apple geht es um einen netten Zusatzgewinn von 2,5 Milliarden US Dollar, den der Konzern von Samsung im Falle eines Sieges fordert. Für die Gegenseite aus Südkorea hingegen geht es um das Image, denn Apple wirft den Südkoreanern das dreiste Kopieren von Designideen. Das Samsung gegen diverse Patente von Apple verstoße, ist da fast schon Nebensache. Im Laufe der bisherigen Verhandlung sind einige Details über Samsung und Apple ans Licht gekommen, was vor allem dem Konzern mit dem Apfel-Logo ein Dorn im Auge ist. Immerhin ist das Bewahren von Betriebsgeheimnissen eine der großen Stärken gewesen.

Während die Lage von Samsung durch einen Ideenkatalog gefährlich wurde, könnte es für Apple ebenfalls prekär werden. Die Verteidiger von Samsung haben diese Woche mehrere Experten als Zeugen aussagen lassen, welche überwiegend die Patente von Apple anzweifelten. Dr. Andries van Dam, Fakultätsmitglied der Brown University in Providence in Rhode Island seit 1965, sagte aus, dass das Patent Nummer 381 aus seiner Sicht keinen Bestand habe.

Patente für einfache Effekte

Das Patent Nummer 381 beinhaltet die Funktionen Snap-Back und Bounce-Back, welche simple grafische Effekte sind. Bei Snap-Back handelt es sich um das grafische Zurückspringen von Bildschirmelementen, wenn diese eine bestimmte Distanz unterhalb eines definierten Schwellenwertes erreichen. Und Bounce-Back schließlich beschreibt das „zurückschnipsen“ des Bildschirminhaltes am Ende einer Liste, als wenn diese an einem Gummiband hängen würde.

Adam Bogue, Präsident von Circle 12, zeigte den DiamondTouch Table in einem Video. Dieser Tisch mit riesigem Touchscreen wurde bereits 2001 am Mitsubishi Electronic Research Laboratory (MERL) entwickelt und nutzte bereits damals verschiedene Touch-Technologien. Zum Beispiel das vergrößern von Bildern mittels Multitouch-Gesten. Selbst die im Patent Nummer 381 beschriebenen Snap-Back- und Bounce-Back-Funktionen sind im Video zu sehen.

Designerin als Zeugin

Als nächster Zeuge sagte der Harvard-Professor für Elektrotechnik, Dr. Woodward Yang aus, dass Apple eine Funktion nutze und verletze, die von Samsung patentiert aber selber nie genutzt wurde. Das Patent beschreibt ein Verfahren, mit dem Fotos auf einfache Weise per eMail verschickt werden können. Als nächste Zeugin war Jeeyuen Wang an der Reihe, Mitarbeiterin in Samsungs Design-Team. Laut ihrer Aussage wurden die Icons des Galaxy S innerhalb von 3 Monaten erarbeitet, noch bevor Apple das iPhone vorstellte. Was folgen musste war die Frage nach dem Ideenkatalog, mit dem Vergleich zwischen Galaxy S und iPhone/iOS. Darauf angesprochen entgegnete die Zeugin, dass diese teilweise erst später entstanden sind.

[Quellen: The Verge & AndroidAuthority]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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