Ärger nach der Präsidentschaftswahl: FTC-Klage gegen Google

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Derzeit geht es in Amerika heiß her, immerhin steht der Höhepunkt der diesjährigen Präsidentschaftswahl in Amerika an. Dort heißt es mittlerweile: Barack Obama oder Mitt Romney. Ungeachtet dessen wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird, sollte sich Google auf eine Klage der Federal Trade Commission, kurz FTC einstellen.

Das berichtet zumindest die Nachrichtenagentur Bloomberg, sich stützend auf 4 mit der Sache vertrauten Personen. Auslöser könnte der Kauf von Motorola sein, denn der Mobilfunkkonzern wurde letztes Jahr für einen Preis von 12,5 Milliarden US Dollar von Google aufgekauft. Da Motorola quasi als kleines Extra ein Patentpool von über 17.000 Mobilfunkrelevanter Patente gleich noch mitbrachte, könnte genau das jetzt Google zum Verhängnis werden. Eigentlich wollte der Internetkonzern sich damit besser gegen Klagen der Konkurrenz wie Apple oder Microsoft schützen. Dennoch wird Google vorgeworfen, die Konkurrenz durch den Erwerb von Motorola Mobility am Zugang zu standardrelevanten Patenten zu FRAND-Bedingungen zu behindern.

Zwar bereiten die für die Angelegenheit zuständigen Mitarbeiter diese Klage bereits vor, das letzte Wort bzw. die endgültige Entscheidungsgewalt für diesen Schritt liegt bei den 5 Kommissaren der FTC. Laut den Bloomberg-Quellen zeichnet sich jedoch eine Mehrheit unter den FTC-Kommissaren für eine Klage gegen Google ab, weshalb es scheinbar kurz nach der Ernennung des neuen (alten?) Präsidenten zum nächsten spektakulären Patentprozess kommen könnte.

Wie so oft geht es auch dabei letzten Endes nur darum, wer wie viel Geld an wen abzudrücken hat. Als Beispiel dürfen an dieser Stelle die standardrelevanten UMTS-Patente von Motorola herhalten, an denen kein Unternehmen der Branche vorbei kommt. Motorola habe eben jene Patente Apple und Microsoft angeboten, zu 2,25% am Verkaufspreis der jeweiligen Geräte. Die beiden Konzerne hätten aber nicht weiter verhandelt, Apple selbst habe sogar nur ein US Dollar pro verkauftem Mobilgerät angeboten. Microsoft selbst äußerte sich dahingehend, dass man bei dieser Forderung von Motorola pro Jahr geschätzte 4 Milliarden US Dollar an Motorola zu zahlen hätte.

Das Ganze würde im Ernstfall parallel zu anderen Verfahren laufen, die gegen Google angestrengt werden. Darin geht es unter anderem um die Geschäftspraktiken von Google im Bereich Internetsuche und Online-Werbung. Der Ausgang ist freilich offen, weshalb wir uns hier kein Urteil erlauben wollen. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wo noch nicht alle Details bekannt sind. Ihr könnt eurer Meinung dafür umso mehr Freilauf in den Kommentaren lassen.

[Quelle: Bloomberg | via MobileGeeks]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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