Audi will kein Android Auto als festes Betriebssystem

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Android Auto und Audi

Erst vor kurzem wurde enthüllt, was Google künftig noch alles mit der recht jungen Plattform namens Android Auto vor hat. Nichts geringeres als die zentrale Plattform für alles was im Cockpit und dem Fahrzeug an sich passiert soll das Betriebssystem werden. Allerdings will da nicht jeder mitspielen und ausgerechnet aus Deutschland kommt der Widerstand.

Wer sein Smartphone im Auto nutzen will muss dieses mühselig entweder per Bluetooth mit seinem Autoradio verbinden, oder ein 3,5 mm Audio-Kabel an die Anlage anschließen. Wenn dann ein Anruf bei voller Fahrt eingeht oder man zum nächsten Musiktitel springen will ist guter Rat teuer. Android Auto sollte hier eine Brücke zwischen Android Smartphone und Autoradio schlagen, um die Bedienung einerseits sicherer und andererseits einfacher zu gestalten.

Android Auto und erster Widerstand gegen Pläne

Mit dem kommenden Android M soll die Plattform, welche zur Google I/O 2014 offiziell seine Premiere feierte, zum grundlegenden Betriebssystem werden (zum Beitrag) und nicht nur ein Bindeglied zwischen Smartphone und Infotainment-System. Das allerdings sieht die deutsche Kfz-Branche nicht so gern und insbesondere Audi will sich gegen den Gedanken wehren, dass Android Auto die Schaltzentrale der Auto-Technik wird. Bedenken gegen die Datensicherheit werden laut, die Google durch diesen Schritt über Fahrer, Passagiere und die Fahrzeugtechnik allgemein sammeln könnte. Oder wie es Audi CEO Rupert Stadler formuliert:

Daten die wir sammeln sind unsere Daten und nicht Googles Daten. Wenn es in die Nähe unseres Betriebssystems geht, dann heißt es Finger weg.

Mit Audi ist das vor allem dahingehend interessant, da der Kfz-Konzern mit zu den Gründungsmitgliedern der Open Automotive Alliance gehört (zum Beitrag), welche sich um die Weiterentwicklung und Pflege der Android Auto Plattform kümmert. Interessant ist zudem, dass Google zunächst die Hersteller der Luxus-Klasse für seine Sache gewinnen muss, um überhaupt den Rest überzeugen zu können. Dummerweise für Google wird dieser Markt überwiegend von deutschen Herstellern wie Audi, Mercedes oder BMW dominiert. Ohne deren Unterstützung hat es Google deutlich schwerer bei seinen Plänen, Android Auto zu einem festen Bestandteil der Bordtechnik zu machen. Dabei hat Audi schon ein richtig spannendes Konzept für eine mögliche Integration vorgestellt:

Audi TT Virtual Cockpit: Die Zukunft des Tacho

Das die Prognosen bis 2030 von einem Marktvolumen in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar sprechen, dürfte dabei kein Zufall sein. Laut Jürgen Rainer des Beratungsunternehmens Oliver Wyman würde zunehmen mehr Geld der Kunden an Technologie-Konzerne wie Google anstelle zu den Fahrzeug-Herstellern fließen, wenn Android Auto dermaßen tief in die Fahrzeugtechnik integriert würde. Ein für die deutsche Wirtschaft um jeden Preis zu verhinderndes Szenario, gilt doch die Automobil-Branche neben dem Maschinenbau als eine der zugträchtigen Branchen der deutschen Wirtschaft.

[Quelle: Bloomberg]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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