BlackBerry Priv: HandsOn bescheinigt Business-Fokus

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BlackBerry Priv

Gefühlt war nur selten die Vorfreude auf ein Android Smartphone so groß wie die des BlackBerry Priv. Mit dem heute so gut wie nicht mehr anzutreffenden Mechanismus der herausziehbaren Hardware-Tastatur – auch gerne als Slider bezeichnet – ist das Priv eindeutig etwas besonderes in jeder Beziehung. Obwohl noch nicht offiziell vorgestellt, gibt es bereits schon ein erstes HandsOn von dem ersten BlackBerry Android Smartphone.

Anzumerken sei an dieser Stelle, dass die österreichischen Kollegen von „DerStandard“ lediglich ein Vorseriengerät für ihr HandsOn zur Verfügung hatten. Während sich an der verbauten Hardware des BlackBerry Priv nichts mehr großartig ändern dürfte, sieht es bei der Software hingegen etwas anders aus. Dort kann sich in Sachen Funktionen und Anpassungen für mehr Leistung noch einiges, bis zum nach wie vor unbekannten Start tun.

Smartphone-Leckerbissen BlackBerry Priv

Den Anfang machen die bisher bekannten technischen Daten zu dem Smartphone, welche sich deutlich in der Oberklasse bewegen. So ist das Display 5,4 Zoll groß, liefert eine scharfe Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel und wird von einem Snapdragon 808 Hexa-Core-Prozessor angetrieben. Weiterhin besitzt das BlackBerry Priv 3 GB RAM, 32 GB internen Speicher mit für den Nutzer verfügbaren 22 GB, einen MicroSD-Slot, eine 18 Megapixel Kamera mit Schneider-Kreuznach-Objektiv, eine 5 Megapixel Frontkamera und die für Oberklasse-Modelle üblichen Funk-Schnittstellen.

Die Hardware ist bei einem Modell wie dem BlackBerry Priv jedoch eher zweitrangig, denn die Kanadier beleben die Geräte-Klasse der Tastatur-Slider wieder. Diese lässt sich nach unten aus dem Gerät herausziehen, bietet in der US-Version ein QWERTY-Layout (in Deutschland sicherlich QWERTZ) und bietet zudem eine Touch-sensitive Oberfläche wie sie das BlackBerry Passport besitzt. Prinzipiell wird dem Sider-Mechanismus eine sehr hohe Qualität bescheinigt, die auch für den längeren Einsatz etwas taugt. Außerdem wird eine hervorragende Haptik der einzelnen Tasten bescheinigt. Allerdings wird bemängelt, dass der Tastenhub zu leichtgängig sei, sprich das man sehr wenig Druck zum aktivieren ausüben muss.

Auch für das Display mit kräftigen Farben, hoher Helligkeit und großem Kontrast findet „DerStandard“ lobende Worte. Man vergleicht die Bildqualität sogar mit aktuellen Top-Modellen von LG und Samsung. Gute Voraussetzungen für einen Erfolg des BlackBerry Priv. Auf den beiden Längsseiten ist die Front leicht gebogen wie bei den Edge-Modellen von Samsung, wenn auch nicht ganz so auffällig. Auch BlackBerry will hier einige Zusatzfunktionen einbauen wie zum Beispiel eine Anzeige für den Akkustand des Smartphones.

Potential für Verbesserungen

Was den Kollegen von „DerStandard“ aufgefallen war, sind gelegentliche Ruckler in der Bedienung des BlackBerry Priv. Auch AnTuTu bescheinigt dem Android Smartphone aus Kanada mit knapp 46.000 Punkten noch einiges an Luft nach oben. Vermutlich kommt hier der Punkt des Vorseriengerätes zum Tragen, wie eingangs schon erwähnt.

Interessant ist dabei, dass sich BlackBerry anscheinend für ein tatsächlich pures Stock Android entschieden hat, welches lediglich mit den Google- und BlackBerry-eigenen Apps aufgewertet wird (zum Beitrag). Letztere sorgen vor allem für eine erhöhte Datensicherheit mit dem Safeguard, BlackBerry Messenger und anderen Sicherheitsorientierten Anwendungen. Zusätzlich kommen ein Kontakte-Manager, eine eigene Software-Tastatur ohne Swipe-Funktion und andere Kleinigkeiten hinzu.

Auch der Kamera wird eine gute Leistung bescheinigt, wenngleich sich Fotos als eine Spur zu dunkel erweisen und bei Kunstlicht die Auslöseverzögerung spürbar zunimmt und das wiederum in weniger guten Fotos resultieren soll. Keine Probleme soll es hingegen bei Funkverbindungen gegeben haben. Auch dem Akku wird angesichts des kurzen HandsOn – mit einer Hochrechnung – gute Ausdauer bescheinigt.

Das vorläufige Fazit der Kollegen

So vielversprechend das BlackBerry Priv auch sein mag, in den Augen der Kollegen von „DerStandard“ wird es BlackBerry mit seinem ersten Android Smartphone dennoch sehr schwer haben. Das liegt weniger an der Hardware, dem Design oder der Verarbeitungsqualität, sondern an dem einfachen Punkt dass das Priv in erster Linie Geschäftsleute und alte BlackBerry-Fans ansprechen soll. Ob dem wirklich so ist lässt sich freilich derzeit nur schwer sagen, aber die Software-Ausstattung und die Hardware-Tastatur sind schon nicht zu ignorierende Indizien.

Für den Massenmarkt wird daher als eine Voraussetzung ein möglichst niedriger Preis erwartet, welchen man angesichts der Premium-Ausstattung eher nicht erwarten darf. Laut „DerStandard“ soll das BlackBerry Priv zudem erst im Frühjahr 2016 erscheinen, was vielleicht schon zu spät sein könnte. Erste Preisveröffentlichungen in China, gehen von einer UVP von 3.999 Yuan aus, was umgerechnet 555 Euro wären. Ein Preis zu dem ihr euch das BlackBerry Priv kaufen würdet?

[Quelle: DerStandard]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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