Bundeskartellamt untersucht die 4 deutschen Netzanbieter

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Bundeskartellamt

Der Wettbewerb in Deutschland soll im Idealfall friedlich und fair von Statten gehen, damit jeder Anbieter eine realer Chance auf Erfolg hat. Allerdings versuchen sich die Anbieter auf den jeweiligen Märkten immer wieder auszustechen und manchmal kommen dabei unfaire Mittel zum Einsatz. Das Bundeskartellamt soll gegen solche Vorwürfe vorgehen und derzeit stehen die vier deutschen Netzbetreiber im Fadenkreuz der Bundesbehörde.

Im Jahre 1990 versteigerte die Bundesnetzagentur in Deutschland Frequenzblöcke, auf denen die deutschen Mobilfunker ihre Netze aufbauen konnten. Die Nutzungslizenzen waren ursprünglich auf 20 Jahre ausgelegt, wurden 2007 jedoch von den vier großen Netzbetreibern, T-Mobile, Vodafone, o2 Germany und E-Plus, vorzeitig bis 2016 verlängert. nach Ablauf dieser Frist würden die Lizenzen wieder zurück an die Bundesnetzagentur fallen, welche die Lizenzen dann entweder verlängert, verkauft oder neu versteigert werden können. Letzeres würde der Behörde sicherlich am meisten gefallen, schließlich sind dadurch höhere Einnahmen in Aussicht gestellt statt durch den bloßen Verkauf, wäre jedoch nur bei einem entsprechenden Interesse durchführbar. Eine Situation, welche den vier Großen in Deutschland nicht gefallen dürfte.

 

Verräterische Einigkeit

Jedenfalls ermittelt die Bundesnetzagentur jetzt gegen besagte Netzbetreiber, wie der Spiegel unter Berufung auf ein entsprechendes Schreiben vom 16. April an die vier Netzbetreiber berichtet. So hegt die Bundesbehörde den Verdacht auf Absprachen unter den vier Netzanbietern, um eine erneute Frequenzversteigerung vermeiden zu können. Laut einer Bedarfsanalyse der Bundesnetzagentur ist das Interesse tatsächlich gering, was die Behörde auf eben jene (geheimen) Absprachen der vier Anbieter untereinander zurückführt.

Den Verdacht überhaupt erst möglich gemacht hat die auffällig brüderliche Teilung der Frequenzblöcke untereinander, wodurch sich die einzelnen Anbieter nicht gegenseitig ins Gehege kommen würden. Des Weiteren sollen mit Hilfe fadenscheiniger Ausreden mögliche (Preistreibende) Konkurrenten von vornherein an einer Versteigerung ferngehalten werden. Beispielsweise das Stuttgarter Unternehmen Airdata AG, welches mehrfach Einspruch gegen das Vergabeverfahren der Frequenz-Lizenzen eingereicht hatte in der Vergangenheit.

Bis Ende der Woche haben T-Mobile, Vodafone, o2 Germany und E-Plus sich zu den Vorwürfen äußern und sollte sich der Verdacht der Bundesnetzagentur bzw. des Bundeskartellamtes erhärten, drohen Bußgelder und dennoch die befürchtete Versteigerung. Wie man sich denken kann, weisen alle Betroffenen jegliche Schuldzuweisungen von sich. Warten wir einfach mal ab, was sich da noch so alles anbahnen wird. Bestenfalls kommen lediglich Gebührenerhöhungen auf uns zu, wenn die Lizenzen neu versteigert wurden. Die Netzbetreiber müssen ja irgendwie „die hohen Kosten wieder einnehmen“.

[Quelle: Spiegel Online | via Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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