Daten-Roaming: Mit dem Smartphone im Ausland [Android für Anfänger]

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Android für Anfänger: Daten-Roaming

Der Sommer wirft seine ersten Schatten voraus, der Urlaub ist schon gebucht, sodass man sich nun auch Gedanken zum Thema Roaming machen sollte. Doch was ist Daten-Roaming überhaupt? Wo schaltet man es am Android Smartphone an oder aus und wie umschifft man eine teure Handy Rechnung am Ende des Urlaubes? Schließlich will Google Maps ja auch im Urlaub genutzt werden.

Wenn man die richtigen Tricks und Kniffe kennt, dann muss es nicht zwangsläufig teuer werden. Dazu braucht man nicht einmal die zumeist ziemlich teuren Tarifoptionen für das Ausland buchen, die es zudem bei den meisten Providern nur als längerfristige Tarif-Option gibt. Mit solchen Tarifen kann man allerdings nur selten viel anfangen, da das Volumen gerade im Bereich des Daten-Roaming nicht selten nur wenige Hundert MB umfasst, es sei denn man hat einen der teuren Business-Tarife, wo es auch Volumen-Pakete in GB-Größe gibt.

Daher dreht sich in unserem neusten Teil der „Android für Anfänger„-Reihe alles um das Thema Roaming.

Was ist Roaming

Doch zunächst einmal muss geklärt werden, was denn Roaming überhaupt ist. Vereinfacht gesagt ist es die Möglichkeit, dass eigene Smartphone mit der eigenen SIM-Karte im Ausland nutzen zu können. In der Regel kostet das Telefonieren, SMS-Verschicken und mobile Surfen im Ausland erheblich mehr als im Heimatland. Daher gilt für viele: Im Urlaub bleibt das Smartphone aus.

Wer sich nur in der europäischen Union bewegt darf sich jedoch freuen: Ab dem 15. Juni 2017 dürfen Mobilfunkanbieter innerhalb der EU keine Roaming-Zuschläge mehr kassieren, womit der Urlaub innerhalb der EU um einiges preiswerter wird für Urlauber. Dies ist beschlossene Sache des Europäischen Parlaments. Schon jetzt haben etliche deutsche Netzbetreiber ihre Roaming-Gebühren zum Teil drastisch gesenkt.

Seit dem 19. April hat die Deutsche Telekom zum Beispiel ihre MagentaMobil-Tarife zwar um 5 Euro pro Monat erhöht, aber dafür sind Roaming-Gebühren nicht mehr enthalten. Man darf allerdings maximal 1.000 Minuten telefonieren, 1.000 SMS verschicken und das normale Daten-Volumen nicht überschreiten. Bei Vodafone ist es seit dem 14. April in allen Red-Tarifen sowie dem Smart-L-Tarif so und das ohne Erhöhung der monatlichen Grundgebühr. Auch hier liegt die Grenze jeweils bei den normal im Tarif geregelten Obergrenzen für den deutschen Markt – die komplette Befreiung von Roaming-Gebühren bekommen jedoch nur Vodafone-Business-Kunden (zum Beitrag). o2 hat hingegen schon im Februar 2016 umgesetzt und bietet in den beiden Blue All-In Tarifen L und XL die EU-Option mit 1 GB Datenvolumen kostenlos an. Für alle anderen Tarife können für 2,99 Euro pro Tag ein kleines Auslands-Kontingent an 25 Minuten, 25 SMS und 50 MB gebucht werden. Für Kurzurlauber eventuell durchaus eine Überlegung wert.

Zu beachten ist, dass die Schweiz nicht bei jedem Mobilfunkanbieter auch als europäisches Ausland anerkannt wird. Im Zweifelsfall sollte man sich also bei seinem Mobilfunkanbieter zum Thema Roaming und dessen Kosten erkundigen. Vor allem wenn es in ein Land außerhalb der europäischen Union geht wie die USA, Australien oder Japan. In diesen Ländern muss man zudem bedenken, dass das eigene Smartphone aufgrund verschiedener Netzfrequenzen unter Umständen erst gar nicht nutzbar ist. Bei solchen Reisen sollte man sich ebenfalls grundsätzlich noch vor Antritt der Reise bei seinem Mobilfunkanbieter erkunden!

Daten-Roaming ein- und ausschalten

Hat man das passende Tarif-Paket für seinen Urlaub in der EU ausgewählt, kann man ruhigen Gewissens das Roaming einschalten. Während es für Telefonate sowie SMS automatisch aktiv ist, muss für eine Datenverbindung selbst aktiv werden. Ist gewissermaßen auch zum Schutz vor ungewollt hohen Urlaubsrechnungen gedacht und daher auch ein wenig versteckt.

Um das Daten-Roaming einzuschalten, muss man die Option erst aktivieren unter Einstellungen -> Verbindungen -> Weitere Einstellungen -> Mobilfunk und dort das Häkchen bei „Daten-Roaming“ setzen. Erst nach Bestätigung der Sicherheitsmeldung ist die Funktion aktiviert und man kann auch in fremden Partner-Netzen des eigenen Netzbetreibers mobil surfen.

Denn es ist normal, dass deutsche Netzbetreiber Kooperationsverträge für Auslandsroaming mit lokalen Netzbetreibern abschließen. Daher braucht man nichts großartig unternehmen, wenn man sein Smartphone im Urlaub nutzen will. Alles Nötige wie eingebuchtes Netz und die zugehörigen Einstellungen für die Datenverbindung erhält man automatisch – inklusive einer „Willkommens-SMS“, dass man sich im Roaming befindet.

Hinweis: Je nach Smartphone-Hersteller, Modell und Android-Version können die Menüpunkte auch anders heißen!

Tipps für Daten-Roaming

Doch so verlockend das Roaming-Paket des eigenen Netzbetreibers auch sein mag und so preiswert es auf den ersten Blick erscheint, kann sich der Blick auf eine lokale Prepaid SIM im jeweiligen Urlaubsland durchaus lohnen. Zum Beispiel sind die Daten-Tarife zum Teil deutlich billiger und man behält in jedem Fall die volle Kontrolle über die entstehenden Kosten.

Fein raus sind diejenigen, deren Smartphone zwei SIM-Karten aufnimmt: Die eigene SIM-Karte ist jederzeit für wichtige Anrufe aus der Heimat erreichbar, während man mit der lokalen Prepaid-SIM preiswert ohne größere Einschränkungen surfen kann. Empfehlenswert ist dabei, die eigene SIM-Karte in den Slot Nummer 2 zu stecken und die Urlaubs-SIM in den ersten Slot. Grund ist, dass die meisten Dual-SIM-Smartphones HSPA (bis zu 42 Mbit/Sekunde) oder LTE (bis zu 225 Mbit/Sekunde) nur für die erste SIM bieten, während die zweite SIM maximal mit dem langsam EDGE (bis zu 225 Kbit/Sekunde) surfen kann.

Zu beachten ist jedoch, dass man nicht in jedem Land in der Europäischen Union so leicht an eine Prepaid-SIM gelangt. In manchen Staaten muss man seinen Personalausweis oder Reisepass zur Identifikation vorlegen. Diesbezüglich sollte man sich noch vor Reiseantritt erkundigen, um eine mögliche böse Überraschung im Urlaub zu vermeiden.

Will man darauf verzichten ist es ratsam, sämtliche automatisch synchronisierenden Funktionen auszuschalten. Üblicherweise sollte es dafür eine eigene Funktion in der Benachrichtigungsleiste der meisten Smartphone-Hersteller geben – siehe Screenshot. Ansonsten muss man über Einstellungen -> Konten bei jedem einzelnen Nutzer-Konto die Synchronisation manuell deaktivieren. Oder, falls implementiert, in der Konten-Übersicht die automatische Synchronisation ausschalten.

Sofern möglich, sollte man im Urlaub prinzipiell auf WLAN setzen. Entweder bietet das Hotel vor Ort den kostenlosen Zugriff auf ein Hotel-eigenes WLAN-Netz – mitunter auch gegen einen kleinen Pauschalbetrag für einen bestimmten Zeitraum oder ein bestimmtes Daten-Kontingent – oder auf einen öffentlichen WLAN-Hotspot. Bei letzterem sollte man sich zudem damit vertraut machen, einen VPN-Tunnel zu nutzen, um mögliche Angreifer in einem offenen WLAN-Hotspot von Beginn an nicht an seine Daten zu lassen. Siehe dazu auch unseren Artikel zu dem Thema selbst:

Was ist VPN und wie funktioniert es [Android für Anfänger]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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