Deswegen wird HTC doch keine Lizenzgebühren an Apple zahlen

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Heute haben wir in einem Artikel darüber berichtet, das ein Analyst glaubt erfahren zu haben, was HTC an Lizenzgebühren an Apple im Zuge des Patentabkommens zahlen wird. Allerdings gibt es triftige Gründe warum das nicht der Fall sein wird.

Das Geld fließen würde aus Taiwan in Richtung Cupertino, davon waren viele nach der Verkündung des Abkommens vom Sonntag überzeugt. Immerhin hat keiner der Branche etwas zu verschenken, Apple aufgrund seiner vielen Patentklagen schon mal gar nicht. Unser Kollege Sascha Pallenberg von MobileGeeks hat sich allerdings mal ein wenig umgehört, da er sozusagen in Taipeh an der Quelle sitzt. Sascha hat sich deshalb mit diversen Personen unterhalten, die mit der Sache vertraut sind und somit durchaus als glaubhafte Quellen angesehen werden können.

Nach Saschas Informationen kennt niemand wirklich den genauen Wortlaut der Abmachung zwischen Apple und HTC, sodass die folgenden Punkte nach wie vor als vollkommen spekulativ anzusehen sind. Allerdings doch sehr glaubhaft, sodass diese durchaus wahr sein dürften.

 

1. HTCs Patente für 4G LTE

Kurz vor der Vorstellung des iPhone 5 drohten sowohl HTC als auch Samsung Richtugn Apple, dass man bei erscheinen eines LTE-Modells des kommenden iPhones selbiges in den USA vor Gericht verklagen werde. Anfang September wurde die Drohung schließlich in die Tat umgesetzt, nachdem HTCs 4G-Patente von der ITC als gültig eingestuft wurden. Blöderweise konnte Apple denen nichts wirklich entgegenstellen, sodass ein unausweichliches Verkaufsverbot für das iPhone 5 im Mutterland des Konzerns drohte. Das hätte eine herbe und im Endeffekt sehr teure Niederlage werden können.

2. Apples Niederlagen außerhalb der USA

In diesem Jahr sind Apples gerichtliche Bemühen gegen HTC außerhalb des Heimatmarktes der Vereinigten Staaten von Amerika alles andere als von Erfolg gekrönt gewesen. In fast allen Fällen wurde HTC freigesprochen bzw. verlor Apple das Verfahren. Da die 4G-Klage in Amerika Sehr erfolgsversprechend aussah, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis HTC mit denselben Patenten in Europa und in China gegen Apple vorgegangen wäre. Hätte für Apple erneut den SuperGAU bedeuten können, nachdem Motorola letztes Jahr mit einem ähnlichen Versuch nach kurzer Zeit gescheitert war.

3. Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Das Samsung beiden Konzernen ein Dorn im Auge ist, ist ein offenes Geheimnis. Schließlich haben sowohl Apple als auch HTC durch Samsung einige Marktanteile verloren, HTC im Bereich Android ganz besonders empfindlich. Als einstiger Marktführer droht HTC sogar aus den Top5 der größten Smartphone-Hersteller der Welt zu rutschen. Aber auch die Vergangenheit von Taiwan und Korea spielt hierbei eine Rolle, wie Sascha bezeugen kann. Das geht sogar so weit, das Taiwaner unter kein Produkt koreanischer Abstammung kaufen würden.

 

Ergo ist es aus Sicht unseres Kollegen nur logisch, dass sich Apple und HTC zusammen getan haben, um Samsung gemeinsam zu bekämpfen. Ob der Versuch von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich freilich erst noch zeigen. Die Verkäufe des Galaxy S3 und auch des Galaxy Note 2 sprechen nicht unbedingt gegen die Südkoreaner, weswegen wir hier sicherlich noch einiges an juristischen Episoden im Großen Patentkrieg der Mobilfunkbranche zu erwarten haben. Eines ist zumindest sicher: HTC kann vom vollen Spektrum der Software-Patente Gebrauch machen, während Samsung an Alternativen arbeiten muss, die nicht gegen die Patente der Konkurrenz verstoßen. Es wird noch lange spannend und zeitgleich nervend bleiben.

[Quelle: MobileGeeks]

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Student mit Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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