Dicke Luft bei HTC: Brief an Peter Chou wegen Überstunden seit einem Jahr

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HTC ist einst der Vorzeigekonzern der Android-Branche gewesen, der die besten Smartphones mit dem Google-Betriebssystem aus dem Hut zauberte. Die Zeiten sind längst vorbei, denn mittlerweile ist Samsung fast schon uneinholbar nach vorne geprescht, an dem sich die Android-Konkurrenz die Zähne ausbeißt. Und nun zieht auch noch im Unternehmen selbst dicke Luft auf.

Denn der Erfolg eines Unternehmens liegt vor allem in dessen Mitarbeitern begründet, die sich teilweise Tag und Nacht abrackern für den Erfolg des Unternehmens. Bei HTC scheint man das allerdings mehr als nur wörtlich genommen zu haben, wie ein offener Brief von über 1.000 Ingenieuren an den CEO von HTC, Peter Chou nun zeigt. Darin prangern besagte 1.000 Ingenieure die enormen Überstunden an, die die Belegschaft seit fast einem Jahr schon aufbringt, ohne angemessen dafür entlohnt zu werden.

… requiring more than a thousand engineers to work 12 hour days according to “responsibility system” without any overtime compensation, for more than a year… which means 1000+ hours of uncompensated overtime per person per year – is extremely unreasonable…

Deutsche Übersetzung:

…die mehr als tausend Ingenieure dazu nötigt, 12 Stunden am Tag zu arbeiten nach dem „Verantwortungssystem“ ohne Bezahlung der Überstunden für mehr als ein Jahr…Was bedeutet mehr als 1.000 Stunden unbezahlte Arbeit pro Person im Jahr – das ist absolut unvernünftig…

Das Management von HTC hat sich bereits zu den Vorwürfen geäußert und verwies darauf, dass sich die Konzernführung an die geltenden Arbeitsgesetze des Landes Taiwan halte, sicherlich eine Standardantwort für Unternehmen dieser Branche. Ja, man ermutige sogar seine Mitarbeiter dazu, sich ihren gesetzlich zustehenden Jahresurlaub zu nehmen. Selbst das einreihen von Überstunden erlaube der Konzern, wenngleich diese Überstunden von den jeweils zuständigen Abteilungsleitern genehmigt werden müssten.

Zwar wissen wir, dass solche Arbeitszeiten in asiatischen Ländern eher zur Regel denn zur Ausnahme gehören aber das überwiegend bei Billig-Herstellern wie beispielsweise Foxconn. Dennoch lassen sich einige Rückschlüsse aus dem Brief der HTC-Ingenieure schließen, zum Beispiel das diese Arbeitszeit-Praktiken kurz vor der Einführung bzw. kurz nach der Beendigung der Arbeiten an der One-Reihe begonnen haben müssen. Schon damals müssen demnach die Arbeiten am M7 und dessen kleineren Geschwistern begonnen haben und ruft man sich die weltweiten Stellenkürzungen letztes Jahr sowie geschlossenen Niederlassungen an, verwundert der Arbeitsdruck nicht mehr so sehr.

Dennoch sollte HTC die angefallenen Überstunden angemessen entlohnen, zumal Smartphones sich nicht einfach so entwickeln lassen. Aber davon mal abgesehen: Was wird eigentlich, sollte das M7 bzw. die kleineren Modelle wider Erwarten nicht zum ersehnten Erfolg führen? Geht die Arbeitsweise mit den 12-Stunden-Schichten weiter? Fragen über Fragen, die wir wohl kaum beantwortet bekommen werden.

[Quelle: MyDrivers | via PhoneArena]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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