Doch nicht alles sicher? Kritik an WhatsApp-Alternative Telegram

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Telegram

Der Kauf von WhatsApp durch Facebook hat für sehr hohe Wellen gesorgt in der Messenger-Welt, von der Konkurrenten wie Threema oder auch Telegram besonders stark profitieren. Alleine Telegram soll mit mehr als der doppelten bisherigen Nutzerzahl einen regen Zulauf haben, trotzdem ist auch dort nicht alles sicher. Das Misstrauen wächst langsam.

Bis zum 19. Februar war noch alles in Ordnung im Bereich der Messenger. WhatsApp war der führende Anbieter, die Konkurrenz bot zumeist dasselbe und hat sich dennoch zum Teil die Zähne ausgebissen. Dann kam mal einfach so Mark Zuckerberg, legte 19 Milliarden US-Dollar (zum Großteil aus Aktien bestehend) inklusive einen Posten im Facebook-Aufsichtsrat auf den Tisch und schon änderte WhatsApp-CEO Jan Koum seine wenige Tage zuvor noch geäußerte Meinung schlagartig. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass im Prinzip jeder Mensch dieser Welt käuflich ist und es im Prinzip nur auf die Summe ankommt. Jedenfalls erleben Alternativen zu WhatsApp jetzt einen regelrechten Boom und auch vorher schon gute Konkurrenten werden plötzlich in den Himmel gelobt. Manch einer vielleicht auch zu Unrecht?

 

Ist Telegram wirklich so viel sicherer?

Geoffrey Couprie, seines Zeichens Sicherheitsexperte für Software, hat den offenen Teil des Messengers Telegram mal ein wenig genauer unter die Lupe genommen. Der russische Entwickler hinter Telegram – unter anderem VKontakte – hat laut eigenen Angaben den Algorithmus zum Verschlüsseln der Nachrichten selbst entwickelt. Dazu hat sich das Unternehmen Hilfe von diplomierten Mathematikern geholt aber dennoch ist die Verschlüsselung laut Couprie mittlerweile veraltet und als nicht mehr sicher einzustufen. In die Kritik mischt sich mit Moxie Marlinspike sogar ein anerkannter Experte für Kryptografie mit ein, der sich in einer hitzigen Debatte mit den Telegram-Entwickler über deren Sicherheitskonzept unterhalten hat. Wer etwas von dem Thema Kryptografie auch nur ansatzweise versteht, der kann sich die Unterhaltung an dieser Stelle gerne mal zu Gemüte führen.

Jedenfalls sind sich die Telegram-Entwickler ziemlich selbstbewusst, was die Sicherheit ihres Messenger-Dienstes betrifft. Sie haben sogar ein Preisgeld von 200.000 US-Dollar ausgerufen für denjenigen, der ihren Sicherheitsmechanismus erfolgreich und dokumentiert aushebeln kann. Trotzdem bleib dieser fade Beigeschmack durch die Experten bestehen, die Telegram keine guten Noten in Sachen Sicherheit ausstellen. Da war der gestrige Bug im System auch nicht gerade hilfreich, bei welchem Unbekannte Nachrichten an normalerweise nicht sichtbare Kontakte schicken konnten.

Trotzdem erfreut sich Telegram wachsender Beliebtheit, was nicht zuletzt an der Möglichkeit eines Desktop-Clients, der Cloud-Synchronisation und dem sehr ähnlichen Design zu WhatsApp geschuldet sein dürfte. Ist halt nur die Frage: Bleibt ihr trotz der Sicherheitsbedenken etlicher namhafter Experten ihres Fachkreises bei Telegram oder geht die Suche nach einer Alternative jetzt wieder von Vorne los?

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Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 2,49 €
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[Quelle: Zeit Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

8 Kommentare

  1. Ich bleibe erst einmal bei WhatsApp.

  2. Ich kenne mich nicht wirklich gut aus und bin zu Telegram gewechselt. Für mich klingt die Kritik etwas nach neid!? Moxie Marlinspike arbeitet ja scheinbar selber an der verschlüsselungs App TextSecure und gehört daher zur Konkurrenz…

    • Das ist auch richtig aber wenn er mit fachlichen Fakten gegen die Sicherheit von Telegram argumentiert, würde mir das als Nutzer schon irgendwie zu denken geben, meinst du nicht? Konkurrenz hin oder her. 😉

      So oder so ist JEDER Dienst angreifbar, es kommt nur darauf an wie viel Aufwand solch ein Angriff erfordern würde.

  3. Patrick schreibt:

    200.000dollar Preisgeld wer es hackt… wieso hat dann keiner dieser Kritiker und zugleich Crypt Experten binnen paar minuten Telegram gehackt? Wäre gutes Taschengeld… und selbst wenn es gehackt wird, dann müsste man in Echtzeit ran , da die Nachrichten ja nicht ewig rum liegen… abgesehen davon sind wir keine schwerverbrecher , vondaher sollen sie doch schauen 😉

  4. yoda12345 schreibt:

    seit wann ist security das wichtigste merkmal eines massenger?
    bei whatsapp stehen die türen nach wie vor weit offen (viel weiter jedenfalls als beim clon TELEGRAM)… viel wichtiger ist für mich erreichbarkeit, hohe verbreitung und eine gewisse privatsphäre (die nicht in echtzeit von einem profil-unternehmen, ala schufa, facebook, google, ausgewertet wird)

    mein freundeskeis hat TELEGRAM erwählt.. naja… geht bestimmt schlimmer..

  5. schotti schreibt:

    Tja. Wenn man sich jetzt den Blogeintrag von „Geoffrey Couprie, seines Zeichens Sicherheitsexperte für Software“ anschaut, muss man feststellen, dass er im Laufe der Diskussion mehrfach seine Schlussfolgerungen überarbeiten musste, weil er offenbar die Implementation nicht richtig verstanden hatte. Auch Experten irren natürlich mal, aber so häufig? Nun ja.

    Einen wesentlichen Kritikpunkt (die Möglichkeit einer Man-in-the-Middle-Attacke, dass also z.B. jemand, der Zugriff auf die Server hat, die Kommunikation überwachen kann) wird von den Telegram-Entwicklern offenbar bald ausgeräumt. Sein verbleibendes Argument ist damit, dass der Algorithmus selbstgestrickt ist und bestehende Techniken in einer unorthodoxen Weise zusammenfügt — allerdings ohne zeigen zu können, dass daraus tatsächlich ein Sicherheitsrisiko entsteht.

    Und trotzdem schreibt er in fetten Lettern: „avoid at all costs“, im Prinzip ohne ein einziges Argument, sondern nur, weil er davon ausgeht, dass dieses Protokoll unsicher sein muss. Gemischt mit einem Ad-hominem-Angriff (was er aber immerhin auch als solchen kennzeichnet). Was für ein Experte.

    • kush schreibt:

      genau das selbe habe ich auch gedacht…

      ich finde es nur schon verdammt stark dass Telegram sich aktiv in die Diskussion einbezieht und die Kritikpunkte ordentlich aufklärt oder wenn es wirklich was zum beanstanden gibt diese auch korrigiert.

      dieser Geoffrey Couprie ging mir schon beim ersten Satz auf den Sack. Wie kann man soviel Hass auf eine App schüren ohne wirklich einen starken Kritikpunkt zu halten?

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