Drosselt Apple absichtlich Datenverbindungen?

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Apple iPhone und die Drosselung

Als Apple im Jahre 2007 das iPhone vorstellte und es kurz darauf im Handel erhältlich war, avancierte das Voll-Display-Smartphone innerhalb kürzester Zeit zum bis dato erfolgreichsten Smartphone, trotz einiger Mängel gegenüber der Konkurrenz. Doch nicht die Hardware verhalf dem Apple-Gerät zu seinem Erfolg: Vielmehr waren es Design und Software, die für dessen Erfolg bis heute verantwortlich sind.

Gerade bei der Software kann man einen riesen Unterschied zur versammelten Konkurrenz herausholen, was Leistungsvergleiche zwischen iOS und Android regelmäßig aufdecken. Während Apple sein mobiles iOS-Betriebssystem nahezu perfekt an die Hardware der wenigen Geräte aus dem Bereichen iPhone, iPod Touch und iPad anpassen kann, muss Google eine größtmögliche Hardware-Kompatibilität sicherstellen, was sich zwangsläufig in der Hardware-Optimierung auswirkt. Mit der Software kann man aber auch andere Dinge anstellen, wie ein iOS-Hacker und -Entwickler nun in den USA durch Zufall entdeckt hat.

 

Kommt der Druck von den Netzanbietern?

Joseph Brown hat beim anschauen von einigen Zeilen Code des iOS-Betriebssystems entdeckt, dass Apple die Geschwindigkeiten von Datenübertragungen in den 3G-Netzen von iPhones und iPads bewusst und mit Absicht ausbremst. Bisher hat Brown die entsprechenden Zeilen an Code in den Modell-Varianten der Netzanbieter AT&T, Verizon Wireless und Sprint entdecken können, Geräte von T-Mobile USA sind aufgrund anderer Frequenzbänder für 3G und LTE anscheinend nicht betroffen. Untersucht hat Brown das iPhone 5 von AT&T und Verizon Wireless, jeweils im eingebuchten LTE-Netz beider Netzanbieter. Beim iPhone 5 für Sprint scheint der Code im LTE-Netz jedoch nicht aufzutauchen, dafür wird er im Ev-Do 3G-Netz von Sprint aktiv und bremst besagtes iPhone 5 auch dort absichtlich aus.

Der fragliche Code in iOS

Der fragliche Code in iOS

Warum Apple diese Geschwindigkeitsbremsen im iOS-Betriebssystem eingebaut hat, ist allerdings fraglich. Joseph Brown vermutet, dass Apple diese Bremsen auf Druck der drei großen Mobilfunkanbieter der USA eingebaut hat, da die Apple-Geräte anscheinend auch im Leerlauf ein deutlich höheres Datenaufkommen vorweisen als die Konkurrenz von Android, Windows Phone und Blackberry.

The (Apple) OS eats much more data, even when in idle mode, than most phones on the market. So by carrier request, Apple limits devices to ‚even out‘ the network, even if it means Galaxy users out perform Apple devices by such large scales.

Deutsche Übersetzung:

Das (Apple) OS frisst deutlich mehr Daten, selbst wenn es sich im Leerlauf-Modus befindet, als andere Geräte auf dem Markt. Also wird Apple auf Anfragen der Netzbetreiber seine Geräte in den Netzen limitieren, selbst wenn es bedeutet, dass Galaxy-Nutzer somit Apple-Geräte deutlich überholen werden.

Ohne größere Überraschung hat zumindest Verizon Wireless eine solche Unterstellung über Unternehmenssprecherin Brenda Rainey dementiert. Dennoch gab Rainey zu verstehen, dass bei besonders hoher 3G-Datenutzung in einer Mobilfunkzelle einzelne Kunden manuell gedrosselt werden können in Sachen Geschwindigkeit der Datenübertragungen via 3G. Bisher gilt das lediglich für die US-amerikanischen Netzanbieter, für Europa oder explizit Deutschland ist dahingehend (noch?) nichts bekannt. Es wäre aber nicht ganz uninteressant, ob Apples iGeräte auch in Deutschland nicht ihre volle Leistung bei mobilen Datenverbindungen ausspielen können.

[Quelle: CNet | via PhoneArena]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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