ebay eilt Google zur Hilfe im EU-Wettbewerbsverfahren

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ebay und Google gegen die EU

Seit etlichen Jahren hat sich Google in Europa den Vorwürfen einer Monopolstellung zu erwehren, welche in der letzten Woche nun zu einem offiziellen Verfahren gegen den US-Konzern führte. Allerdings ist die Suchmaschine in dem angeklagten Bereich alles andere als monopolistisch und bekommt genau dafür Hilfe aus einer völlig unerwarteten Richtung.

Manchmal nehmen auf den ersten Blick ganz normal aussehende Vorgänge eine unerwartete Richtung ein, die man so vorher nicht für möglich gehalten hätte. Genau so könnte man eine aktuelle Situation in der EU bewerte, in welcher der Suchmaschinenbetreiber Google verwickelt ist. Seit Jahren sieht sich der Konzern diversen Monopol-Vorwürfen ausgesetzt, was letztlich zu einem offiziellen Verfahren geführt hat (zum Beitrag). Allerdings hat das Google einen unerwarteten Mitstreiter gefunden, welcher die Rettung sein könnte.

ebay als Retter für Google?

Denn wie die Financial Times berichtet, will sich die Online-Auktionsplattform ebay auf die Seite von Google schlagen und das mit einem richtig schlagkräftigen Argument. Zwar bietet die Suchmaschine auch eine Suche für das Online-Shopping an, aber diese ist mit ihren gut 13 Millionen Hits im Monat keinesfalls eine ernst zunehmende Gefahr für die Platzhirsche. Wie ebay angibt, habe man selber im Februar 2015 über 100 Millionen Seitenaufrufe zu verzeichnen, genau so viele wie Amazon im selben Zeitraum. Nur in Europa wohlgemerkt. Von einer Übermacht Googles kann da keinesfalls die Rede sein.

Aber ebay geht sogar noch weiter und vergleicht sich, Amazon und Google Shopping nicht mit einem klassischen Online-Händler, sondern vielmehr mit Verkaufsplattformen. Man würde sich stattdessen mit Portalen für Preisvergleiche gleichsetzen, was die EU Kommission zudem laut früheren Äußerungen Googles bisher nicht erkannt haben soll. Auch hier unterstützt ebay den Konzern hinter Android.

Ein offener Ausgang des Verfahrens

Ob allerdings der Einsatz von ebay wirklich Einfluss auf das EU-Verfahren nehmen kann bleibt abzuwarten. Sollten die Argumente ebays tatsächlich von der EU Kommission angenommen werden, könnte es den Verlauf des Verfahrens tatsächlich verändern. Wenn sogar die angeblich benachteiligte Konkurrenz behauptet, alles andere als benachteiligt zu sein, dann muss die EU Kommission das auch in ihren Untersuchungen und etwaigem Urteil mit berücksichtigen.

Google könnte der Sache jedoch auch aus eigener Kraft eine für den Konzern selbst positive Wendung ermöglichen: Wenn man die Suchergebnisse in der Shopping-Suche mit Treffern anderer Portale erweitert und stattdessen auf Werbeanzeigen verzichtet, für deren Klicks Google selbst eine kleine Gebühr erhält. Allerdings ist das wiederum eher unwahrscheinlich, denn Google ist schließlich einer der größten Werbetreibenden der Online-Welt. Mit so einer Aktion würde man sich ins eigene Fleisch schneiden und daher wie gesagt äußerst unwahrscheinlich.

Unterm Strich heißt das nichts anderes, dass die Sache noch lange kein Ende findet.

[Quelle: Financial Times | via Caschys Blog]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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