Eric Schmidt: „Don’t be evil“ war einfach nur dämlich

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Eric Schmidt und Google

Eigentlich jeder Konzern und jedes Unternehmen hat irgendwie und irgendwann mal so etwas wie ein eigens Firmenmotto. Dieses Mott der Firma soll in der Regel die Firmenphilosophie nach Außen kommunizieren, nur geht das Konzept nicht immer auf. Ein recht gutes Beispiel lieferte beispielsweise Google, die ab morgen wieder ganz hoch im Fokus der Netz-Gemeinschaft stehen werden.

Google wurde lange Zeit als „Datenkrake“ beschimpft, welche sich auf das bestmögliche Sammeln aller möglicher Nutzerdaten beschränken würde. Der lange Zeit als inoffizieller Spruch geltende Satz „Don’t be evil“ war da für manche eine pure Verhöhnung. Selbst Eric Schmidt, Vorstandsvorsitzender von Google konnte sich mit dem Leitspruch nicht sonderlich anfreunden, wie Schmidt kürzlich in einem Interview nun verriet. Laut Schmidt sei der Spruch von den beiden Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin erdacht worden, um das Handeln und Streben ihres Konzers nach Außen hin ein bisschen was von ethischem Handeln zu verleihen.

Well, it was invented by Larry and Sergey. And the idea was that we don’t quite know what evil is, but if we have a rule that says don’t be evil, then employees can say, I think that’s evil. Now, when I showed up, I thought this was the stupidest rule ever, because there’s no book about evil except maybe, you know, the Bible or something.

So what happens is, I’m sitting in this meeting, and we’re having this debate about an advertising product. And one of the engineers pounds his fists on the table and says, that’s evil. And then the whole conversation stops, everyone goes into conniptions, and eventually we stopped the project. So it did work.

Deutsche Übersetzung:

Nun, das war die Idee von Larry und Sergey. Die Idee war einfach, dass wir nicht wirklich wissen was böse ist aber wenn wir eine Regel hätten die besagt nicht böse zu sein, dann können unsere Angestellten sagen ‚Ich denke das ist böse‘. Als ich hinzugekommen war habe ich mir gedacht, dass das die dümmste Regel aller Zeiten ist, denn es gibt kein Buch über das Böse. Außer vielleicht die Bibel oder so.

So sitze ich also in besagtem Meeting und wir hatten gerade eine Debatte über ein Werbeprodukt. Einer der Entwickler hatte dann mit der Faust auf den Tisch gehauen und sagte, dass das böse ist. Die ganze Diskussion wurde dann beendet, alle bekommen einen hysterischen Anfall und letzten Endes hatten wir das ganze Projekt einfach beendet. So hat es funktioniert.

 

Ansichten eines Mannes

Irgendwie hat Eric Schmidt mit seiner Abneigung gegen das Motto auch Recht gehabt, wenn wir mal ehrlich sind. Der Moderator des Radio-Interviews, Peter Sagal hat das Ganze übrigens recht treffend kommentiert, auch wenn es eher scherzhaft gemeint war: Nicht böse zu sein klappt einfach bei US-amerikanischen Unternehmen. Überhaupt wird es schwer sich im modernen Kapitalismus mit so einem Mantra durchzusetzen aber das ist wieder eine andere Geschichte. Fakt ist: Eric Schmidt hegt keinerlei Sympathie für das „Don’t be evil“-Motto. Und wir irgendwie auch nicht.

Übrigens gab Eric Schmidt auch Auskunft über die Dauer der Datenspeicherung im Konzern. Unsere Nutzerdaten in Form von Suchanfragen werden zwischen 18 und 24 Monaten lang auf den Servern von Google gespeichert, bevor die betreffenden Daten restlos gelöscht werden. Und eMails mitlesen ist übrigens auch nicht erlaubt, was anderenfalls in einer sofortigen Kündigung und Klage gegen den ehemaligen Mitarbeiters resultieren würde. Und das es jemand im Google-Konzern herausfinden würde, versicherte Eric Schmidt übrigens.

[Quelle: NPR | Danke für den Tipp Eduard]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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