Erstes Review zum ersten Intel basierten Smartphone

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Lange Zeit versuchte Intel im Smartphone Sektor Fuß zu fassen und scheiterte mit Moorestown anfangs grandios. Der Hardware Partner LG kam über den Prototypen Status nicht hinaus, die Plattform verbrauchte einfach zu viel Strom. Mit dem Nachfolger Medfield scheint das Glück endlich mit dem Tüchtigen zu sein, in Indien ist mit dem Lava Xolo X900 das erste Smartphone im Handel. Und wurde prompt einem ersten Review unterzogen.

Qualcomm als auch Texas Instruments haben für ihre aktuellen Chips jeweils eine eigene Testplattform (Mobile Development Platform, kurz MDP) zusammengeschraubt, mit deren Hilfe die Möglichkeiten der Chips interessierten Entwicklern zur Verfügung stehen. Intel geht mit dem Form Factor Reference Design (kurz FFRD) einen ähnlichen Weg und bietet eine Art Referenzmodell für OEM Hersteller an. Das Xolo X900 des indischen Herstellers Lava basiert auf diesem FFRD, was die Kollegen von AnandTech getestet haben.

Entscheidend für den Erfolg x86 Plattform von Intel ist der App Support unter Android. Android selber wird seit Version 2.3 Gingerbread von Intel fit gemacht für x86, das gleiche gilt auch für Android 4.0 Ice Cream Sandwich. Der Teufel hingegen steckt wie so oft im Detail: Für x86 sind die Dalvik VM, x86 JIT, NDK und die JavaScript Engine von Bedeutung. Glücklicherweise laufen 75-80% der Apps im Google Play Store über die Dalvik VM udn verwenden das Android Framework. Der Rest der verfügbaren Apps sind entweder Dalvik VM Apps, setzen auf Java Native Interface (kurz JNI) Bibliotheken oder das Native Development Kit (kurz NDK). Intels Übersetzung des Binärcodes ist die Minderung für beide Bilbiotheken sowie NDK Apps, die noch nicht auf x86 portiert wurden. Medfield unterstützt zwei Application Binary Interfaces (ABI) : x86 und ARMv5.

Der erste Eindruck ist recht positiv über das Gerät, auch wenn die Designanleihen eindeutig Richtung iPhone gehen. Gute Verarbeitungsqualität mit allem was man von einem modernen Smartphone erwarten würde, abgesehen vom fehlenden MicroSD Slot. Auch in Sachen CPU Performance spielt Intels Medfield ganz weit vorne mit. Die PowerVR SGX540 GPU im Atom Z2460 ist mit 400 MHz getaktet, im Vergleich dazu ist die gleiche GPU im OMAP4460 des Galaxy Nexus mit „nur“ 302 MHz getaktet. Auch wenn die GPU schon etwas älter ist (das erste Galaxy S hatte die zum Beispiel), das Xolo X900 findet sich in gängigen Benchmarks im oberen Mittelfeld wieder.

Bildquelle: AnandTech

Besonders entscheidend für ein modernes Smartphone ist neben der puren Leistung die Akkulaufzeit. Der 1.640 mAh große Akku liefert 5,4 Wattstunden an Energie, für die Intel eine Gesprächszeit von rund 8 Stunden an sowie 5 Stunden für das dauerhafte surfen über 3G angibt. AnandTech kam mit 8,5 Stunden beim telefonieren sowie 4,6 Stunden beim surfen über 3G auf sehr ähnliche Werte, ähnlich positiv sieht es auf Seiten der WLAN Nutzung aus.

Bildquelle: AnandTech

Insgesamt gesehen ist Intel der große Einstieg in das Smartphone SoC Geschäft mit Medfield und dem Atom Z2460 geglückt, die Plattform als solche wusste zu überzeugen. Der Atom Z2460 kann es locker mit einem Dualcore Cortex A9 SoC aufnehmen, sowohl in Sachen Leistung als auch Akkulaufzeit. Dennoch ist laut AnandTech viel Raum für Verbesserungen, Intel hat gerade mal den Akzente setzenden „Fuß über die Schwelle“ getan, mehr aber auch nicht. Sollte Intel mit der nächsten Generation nach Medfield weiter in Sachen Grafik und Akkuverbrauch geschraubt haben, dann wird es ARM schwer haben Intel in Schach zu halten.

[Quelle: AnandTech]
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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

3 Kommentare

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