EU Roaming: Wird es nächste Woche gekippt?

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EU Roaming: Wird es nächste Woche gekippt?

Wer hin und wieder oder auch öfters in das europäische Ausland fährt und dort sich genötigt sieht zu telefonieren, der wird sich am Ende des Monats über eine saftige Rechnung freuen können. Grund dafür sind die enorm hohen Roaming-Gebühren, die innerhalb der EU bei jedem Provider fällig werden. Ginge es nach der EU Kommission, könnten bereits kommende Woche Roaming-Gebühren der Vergangenheit angehören.

Roaming-Gebühren sind nach wie vor ein Dorn in den Augen vieler Mobilfunknutzer, schließlich kostet die Minute im EU-Ausland teils erheblich mehr als im heimischen Netz, bzw. im Heimatland. Daher sorgte die Ankündigung der EU Kommission vor etlichen Wochen für einiges Aufsehen, dass man ebendiese Gebühren abschaffen wolle. Für positive Verwunderung sorgte zudem, dass der Vorschlag einstimmig von allen (damaligen) 27 Mitgliedsstaaten angenommen wurde. Geplant ist die Abschaffung der Gebühren für den Sommer 2014 und wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, könnte die rechtliche Grundlage dafür bereits kommende Woche von der EU Kommission verabschiedet werden, ein erster 93 Seiten starker Entwurf ist zumindest bereits existent.

 

Nicht ohne Widerstand

Wie nicht großartig verwunderlich, werden die europäischen Netzbetreiber-Konzerne wie Orange, Vodafone und Telefónica gehörig Sturm laufen, schließlich bricht damit ein ziemlich ertragreiches Geschäft ersatzlos weg. Die Industrie rechnet mit Verlusten in Höhe von bis zu 7 Milliarden Euro, welche letzten Endes über höhere Vertragsgebühren wieder reingeholt werden könnten. Somit wäre die erfreuliche Nachricht auf Kundenseite wieder nur halb so schön aber noch ist nichts in Sack und Tüten, wie man so schön sagt im Volksmund.

Dabei wäre es nicht das erste Mal, dass die zuständige EU Kommission in die Preisgestaltung der Roaming-Gebühren innerhalb des EU-Raumes eingreifen würde. In den vergangenen Jahren hatte die Kommission immer mal wieder die zulässigen Obergrenzen für Roaming-Gebühren sukzessive gesenkt, die rigorose Abschaffung wäre jedoch der bisher größte Eingriff in den hart umkämpften Markt.

Laut den bisherigen Informationen des Guardian zu der geplanten Abschaffung der Roaming-Gebühren haben die Mobilfunk-Anbieter wenig Spielraum, die wegfallenden Gebühren anderweitig abzufangen. Unter anderem sieht der Entwurf von Neelie Kroes, Vorsitzende der EU Kommission, vor, dass Netzanbieter mit anderen Anbietern in Europa Partnerschaften abschließen abschließen, um in Ländern ohne eigenem Netz ihre Dienste anbieten zu können. Laut dem Gesetzesentwurf müssen die Netzanbieter dabei mindestens 85% des EU-Raumes abdecken sowie mindestens 21 Mitgliedsstaaten.

[Quelle: The Guardian | via AndroidCommunity]

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2 Kommentare

  1. „….Grund dafür sind die enorm hohen Roaming-Gebühren, die innerhalb der EU bei jedem Provider fällig werden.“
    Dazu möchte ich nur anmerken, dass Blau die Roaming-Gebühren im europäischen Ausland bereits angeschafft hat. Wieder einmal ist eine Eplus Marke Vorreiter wenn es um Preissenkungen geht.
    Ich hoffe nur, dass sich die Fusion mit o2 nicht zu negativ auswirkt damit wenn die beiden kleinen Provider sich zum größten Mobilfunkanbieter Deutschlands zusammenschließen der Preiskampf auch bei inländischen Gebühren nicht komplett einschläft

    • Das ist schon richtig aber es ist ein riesiger Unterschied, wenn das ein Provider von sich aus macht oder wenn die EU die Abschaffung gesetzlich verankert per EU-Recht. 😉

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