Facebook kauft WhatsApp für insgesamt 19 Milliarden US Dollar!

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Facebook kauft WhatsApp

Das war der Knaller des bisherigen Jahres schlechthin, was da diese Nacht durch das Netz ging: Der Social-Network-Goliath Facebook kauft den führenden Messenger WhatsApp für die riesige Summe von 19 Milliarden US-Dollar. Aber großartig Auswirkungen soll die Übernahme nicht mit sich bringen. Dennoch verabschieden sich die ersten Nutzer von dem Messenger.

Dabei soll sich zunächst nicht das geringste ändern, wie Facebook und auch WhatsApp selbst mittlerweile in einem Blog-Beitrag beschwichtigend mitteilt. Nicht als eine klassische Übernahme mit einer Umstrukturierung des Unternehmens und des Dienstes, solle man den Deal als eine Kooperation betrachten. Sowohl der Messenger selbst auch das Unternehmen hinter WhatsApp bleiben so bestehen und agieren so weiter wie bisher auch. Heißt keine Spiele, keine Werbung und das bisher bekannte Bezahlmodell bleiben den Nutzern erhalten. WhatsApp war und werde absolut autonom bleiben, wie sowohl der Messenger als auch Facebook bekräftigten. Im Prinzip ändert sich also nur der eigentliche Besitzer von WhatsApp und dennoch kündigen bereits viele Nutzer den Wechsel zu einer Alternative an.

 

WhatsApp wird Blau

Konkret sieht die Übernahme von WhatsApp die Bezahlung der 19 Milliarden US-Dollar in mehreren Teilen vor. 4 Milliarden US-Dollar werden in Bar bezahlt, 12 Milliarden US-Dollar in Aktien an Facebook und die restlichen 3 Milliarden US-Dollar in weiteren Aktien für WhatsApp-Gründer und CEO Jan Koum sowie seine Mitarbeiter. Der Aktienkurs von Facebook gab nach Börsenschluss allerdings leicht nach, nachdem die Übernahme bestätigt wurde. Die Bewertungen der Aktienanteile richten sich übrigens nach dem Wert des Facebook-Aktienkurses vom 18. Februar, sodass im schlimmsten Fall durch einen erheblichen Kurseinbruch die Gesamtsumme stark einbrechen könnte.

Facebook-Übernahme WhatsApp

(Draufklicken zum Vergrößern)

Die Übernahme selbst ist für Facebook die bisher Teuerste überhaupt, selbst im Vergleich zu anderen Übernahmen der Branche. Facebook versuchte übrigens schon früher mal WhatsApp zu übernehmen, nur war die eine Milliarde damals wohl nicht verlockend genug. Trotzdem ist der Deal ein kluge Schachzug von Mark Zuckerberg, schließlich ist WhatsApp mit über 450 Millionen monatlich aktiven Nutzern die aktuell teils mit Abstand größte Gefahr für Facebook was Marktanteile im Bereich der Messenger betrifft. Oder wie Mark Zuckerberg es formulierte:

WhatsApp is on a path to connect 1 billion people. The services that reach that milestone are all incredibly valuable. I’ve known Jan for a long time and I’m excited to partner with him and his team to make the world more open and connected.

Deutsche Übersetzung:

WhatsApp ist auf dem besten Weg zu einer Milliarde Nutzern. Ein Dienst der diesen Meilenstein erreich ist unglaublich wertvoll. Ich kenne Jan nun schon sehr lange und ich bin ganz aufgeregt mit ihm und seinen Team zusammenzuarbeiten, um die Welt offener zu machen und stärker zu verbinden.

 

Facebooks Übernahme hat Strategie

Genau genommen kommt die Übernahme von WhatsApp durch Facebook keineswegs überraschend. Das soziale Netzwerk verliert immer mehr Nutzer, vor allem jüngere, an WhatsApp und Co., sodass sich der blaue Riese mit dem Kauf von WhatsApp mal eben eine gute halbe Milliarde Nutzer „zurück ins Boot“ holt. Allgemein ist die Strategie von Facebook in der jüngeren Zeit der Wechsel hin zum mobilen Geschäft und da passt WhatsApp als der aktuell größte Messenger perfekt ins Bild. Außerdem kommt Facebook damit an etliche Millionen neuer Datensätze heran, die für ein Unternehmen mit Werbung von unschätzbarem Wert sein können (auch wenn sich bei WhatsApp zunächst nichts ändern soll).

Trotzdem hat Facebook damit mal eben den größten und erfolgreichsten SMS-Killer sich einverleibt und verfolgt seine mobile Strategie damit erfolgreich, konsequent und sehr aggressiv. Die Konkurrenz wird es auf der einen Seite noch schwerer haben groß an Marktanteilen zuzulegen, auf der anderen Seite aber auch nicht. Etliche Smartphone-Nutzer wollen Facebook konsequent vermeiden und das schließt nun auch die Meidung von WhatsApp mit ein. Viele Alternativen dürften sich daher auf etliche neue Nutzer freuen, die nach der Übernahme WhatsApp den Rücken kehren werden.

Und was werdet ihr tun: Bleibt ihr bei WhatsApp, werdet ihr wechseln oder seid ihr schon längst bei einer der vielen Alternativen gelandet und wenn ja bei welcher?

[Quellen: Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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