Facebook-Profile könnten bald in der Google-Suche auftauchen

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Facebook und Google

Normalerweise sind die beiden Internetkonzerne Facebook und Alphabet als der neue Mutterkonzern von Google die ärgsten Rivalen, die im Netz um die Vorherrschaft und Nutzerdaten kämpfen. Umso erstaunlicher ist es daher, dass beide Konkurrenten nun auf einmal eine Kooperation eingehen wollen, die vor allem das mobile Web durch die Google Indexierung der persönlichen Facebook Profildaten beeinflussen könnte.

Laut einem neuen Artikel des renommierten Wall Street Journal hat eine Pressesprecherin von Alphabet Inc. durchsickern lassen, dass Facebook sich der Initiative von Alphabet, was die sogenannte App-Indexierung anbelangt, anschließen wird. Noch ist nichts zu 100 Prozent offiziell, von daher sind die Pläne eher als Spekulation zu betrachten. Jedenfalls ist davon die Rede, dass in der mobilen Google-Suche in Zukunft auch öffentliche Nutzerprofile des Social-Network-Giganten auftauchen können.

Wenn Google in Facebook sucht

Wobei man explizit erwähnen muss, dass es sich den bisherigen Informationen zufolge ausschließlich um öffentliche Profile handeln soll. Um an die Daten zu kommen bedient sich Google dabei des sogenannten App Indexing, bei welchem sich unter anderem die Facebook-App direkt anzapfen lässt (zum Beitrag). Daher ist auch das sogenannte Deep Linking mit in der neuen Zusammenarbeit inbegriffen, um Nutzer bei entsprechenden Treffern in Google direkt in die Facebook-App zum gesuchten Profil weiterzuleiten.

Allerdings lässt die Formulierung des Wall Street Journals die Auffassung zurück, dass nicht nur öffentliche Profildaten einsehbar sind. So heißt es wortwörtlich in dem Artikel, dass die Google-Suche einen Teil der Facebook-Inhalte anzeigen kann und das inklusive der öffentlichen Profilinformationen. Es ist also gut möglich, dass man noch weit mehr über Google künftig in Facebook suchen kann. Datenschützer werden von daher sicherlich ein stärkeres Auge auf diese Kooperation werfen.

Zu den suchbaren Informationen sollen aber keine Daten gehören, bei denen man sich aktiv erst bei Facebook einloggen müsste. Private Daten und geschützte Sessions bleiben daher außen vor, womit zumindest ein gewisser Standard in Sachen Datenschutz gewährleistet sein sollte – sofern man bei den beiden Internetgiganten von Datenschutz überhaupt sprechen kann.

Der Anfang der mobilen Dominanz

Während Google im Desktop-Bereich die unangefochtene Nummer Eins ist was die Suche nach Informationen betrifft, so ist der Konzern auf dem Smartphone bei weitem nicht so stark. Der Grund dafür liegt in den Apps: Der Google Crawler kann völlig autonom und automatisch Web-Inhalte durchsuchen, klassifizieren und einsortieren, aber auf dem Smartphone sind Nutzer überwiegend in Apps unterwegs. Dort kommt der Crawler nicht herein, denn App-Entwickler müssen Google dies erst speziell erlauben.

Eben das macht Facebook nun in Zukunft und gibt Google damit ein wichtiges Puzzleteil in die Hand, um auch auf Smartphones in der Online-Suche eine große Nummer zu bleiben. Denn das bedeutet einen riesigen Unterschied zur Konkurrenz: Google kann gewisse Informationen direkt aus Apps heraus holen, während andere Suchmaschinen sich rein auf Online-Angebote beschränken müssen.

[Quelle: Wall Street Journal Digits]

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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