Freemium: Google Play Store drohen 5 Millionen Euro Strafe

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Freemium im Google Play Store

Wer die neusten Apps für sein Android-Smartphone oder -Tablet haben will, der schaut in der Regel zuerst im Google Play Store nach. Dort ist das größte Angebot an Apps zu finden, von denen der Großteil kostenlos ist. Besonders beliebt bei Entwicklern ist das Freemium-Modell und genau das könnte Google in Italien nun zum Verhängnis werden.

Wer hochwertige Spiele und Apps will muss auch etwas dafür auf den Tisch legen. Das klappt im iTunes App Store ganz gut, aber Android-Nutzern wird immer wieder Geiz vorgeworfen wenn es um den Kauf von Apps geht. Über solche Behauptungen kann man sich streiten, schließlich gibt es verschiedene Blickwinkel auf das Thema. Auch wenn eine App auf den ersten Blick kostenlos sein mag, könnten sogenannte In-App-Käufe anfallen. Die Branche bezeichnet das als Freemium wo die App selbst kostenlos ist, zusätzliche oder bestimmte Inhalte allerdings kostenpflichtig sind.

Freemium im Blickfeld der italienischen Kartellbehörde

Und an genau diesem Freemium-Modell stört sich das italienische Kartellamt wie derzeit das Wall Street Journal berichtet. Die Behörde habe erste Ermittlungen in dieser Richtung aufgenommen, da das stark wachsende Angebot an vermeintlich auf den ersten Blick kostenlosen Apps stark zunimmt. Die Behörde befürchtet, dass Smartphone-Nutzer durch das „Kostenlos“-Label irritiert werden könnten und denken, dass die App komplett kostenlos sei. Das in der Regel durch InApp-Käufe die Apps letztlich gar nicht so kostenlos sind wie angenommen, wird erst hinterher bemerkt.

Sollte die Behörde zu dem Schluss kommen, dass Google als Betreiber der Google-Play-Store-Plattform seine Nutzer was das Freemium-Modell in die Irre geführt hat, droht dem Konzern eine Geldstrafe in Höhe von 5 Millionen Euro. Zwar würde das Google nicht gerade weh tun bei gut 50 Milliarden US-Dollar Jahresgewinn, aber unschön wäre es allemal. Die Ermittlungen gegen Freemium-Spiele umfasst übrigens nicht nur den Google Play Store: Auch der iTunes App Store von Apple und der Amazon App Store werden von den Ermittlern mit berücksichtigt.

Vermutlich wird es bald eine kleine Änderung geben und der Hinweis auf kostenpflichtige Zusatzinhalte noch stärker hervorgehoben werden.

Google Play Store Freemium

[Quelle: 9to5Google]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

4 Kommentare

  1. roberto schreibt:

    Naja, Behörden sind halt Behörden.

    Allerdings könnte Google das ganz einfach lösen, indem man die Appseite mit wischbaren Tabs ausstattet und dort eben die In-App-Käufe auflistet.
    Da könnte dann stehen, daß man ab Level 20 0,70€ zahlen muss und ab Level 40 wieder oder eben 60 Level für 1€. Oder das die Funktion X nur gegen Preis Y verfügbar ist.

    Man kann das auf jeden Fall transparenter machen, als es im Moment ist. Der Play Store könnte auch ingesamt mal ein Lifting vertragen, denn wichtige Informationen muss man sich in der Tat erst zusammensuchen (Versionsnummer, Changelog, Aktualisiert am …). Ich weiss das die neue Version ein bißchen was ändert, aber eben noch nicht genug in meinen Augen.

    • Vollkommen richtig. Ich hoffe ja das Google sich dadurch endlich mal zu eben diesen Änderungen genötigt sieht und das auch wieder einführt. Oder eine Übersicht in der mobilen Version welche Apps man eigentlich so alles gekauft hat.

  2. Stoner schreibt:

    Das ist Quatsch. In-App-Käufe sind vielschichtig und können nicht differenzierter dargestellt werden. Bei den meisten geht es eben nicht um Levels sondern um viele Zusatzausrüstungen die man kaufen kann. Wie soll den Google dies auflisten, wo für jemand der das Spiel nicht kennt weiss, ob er die Dinge wirklich braucht. Denn es gibt viele Spiel, bei denen man mit InApp-Käufen schneller voran kommt, aber man auch ohne das Spiel spielen kann.

  3. roberto schreibt:

    Wieso kann man das nicht auflisten? Egal ob Level oder Zusatzfunktionen freischalten. Der Entwickler schreibt was der inapp Kauf freischaltet und was er kostet. Entwickler verlangen zu recht Geld für ihre Arbeit und Nutzer sind bereit zu zahlen, wenn sie wissen wofür und wieviel. Davon profitieren beide Seiten.

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