GEMA verlangt höhere Gebühren für Speichermedien

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Von der GEMA haben wir in der letzten Zeit ja fast nur was in Verbindung mit Google und Youtube gehört, wo die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ in den Augen der Nutzer von Youtube vollkommen überhöhte Gebühren verlangt. Rein rechnerisch müsste Google pro Tag 240.000 Euro Gebühren an die GEMA abführen, sollte sich der Mutterkonzern Google darauf einlassen. Nun sorgt die GEMA erneut für Kopfschütteln und Unverständnis bei der Bevölkerung.

Denn die Verwertungsgesellschaft hat kurzerhand die Abgaben auf USB-Sticks und Speicherkarten einseitig drastisch erhöht, im Falle von Speicherkarten unverständlicherweise um über 1.850% aber erstmal der Reihe nach. Üblich ist für sämtliche Produkte zur Speicherung von Daten oder zur Vervielfältigung von Material da abführen von Gebühren an die GEMA, die im Prinzip den jeweiligen Künstlern zugute kommen sollten. Das ein Großteil der GEMA-Einnahmen in die Verwaltung und Ausschüttung Managergehältern fließt, ist ein offenes Geheimnis. Nun hat die GEMA einseitig mit Inkraft treten zum 1. Juli die fälligen Gebühren für Speichermedien der Kategorien USB-Sticks und Speicherkarten erhöht.

Bisher fielen für USB-Sticks mit weniger als 4 GB gerade mal 10 Cent an Gebühren an, ab 1. Juli werden daraus 91 Cent während für USB-Sticks ab 4 GB künftig 1,56 Euro fällig werden. Die Gebührenerhöhung langt bei Speicherkarten sogar noch heftiger zu, denn hier werden künftig ebenfalls für Karten mit weniger wie 4 GB 91 Cent fällig und für Karten ab 4 GB ganze 1,95 Euro, was den bereits erwähnten 1.850% entspricht. Das gab der GEMA-Sprecher Peter Hempel in München am vergangenen Freitag bekannt.

Die GEMA begründet diese Erhöhung mit dem „technischen Fortschritt“ bei Speichermedien, da die Speicherkapazitäten für digitale Medien und urheberrechtlich geschütztes Material in den letzten Jahren enorm gestiegen sei und die jetzt bekannt gewordene Gebührenerhöhung notwendig sei. Die willkürliche und einseitige Gebührenerhöhung kommt daher, das die einstigen Vereinbarungen mit den deutschen Branchenverbänden kürzlich ausliefen und man sich nicht einig wurde in den gemeinsamen Verhandlungen.

[Quelle: Süddeutsche Zeitung | via TechFokus.de]
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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

3 Kommentare

  1. Wieviel ist denn ein Großteil? Laut offiziellen Zahlen fließen weniger als 15% in Aufwendungen, der Rest wird ausgeschüttet. Wäre es eine Spendenorganisation würde sie damit als angemessen qualifiziert.
    Falsche Fakten und reißerische Artikel sorgen ebenso für Unverständnis bei der Bevölkerung…

    • Reißerische Artikel? Ein wenig übertrieben, findest du nicht?

    • MaTT schreibt:

      Also ich kann als jemand der 15 Jahre im Musikgeschäft tätig war, mir ein Urteil erlauben in wie weit die GEMA transparent ausschüttet und wie weit nicht. Und obwohl ich nach wie vor GEMA Mitglied bin, finde ich an diesem Artikel nichts „reißerisches“. Mir klappt sich eher das Messer in der Hose auf bei 1850% Preissteigerung.
      Auf welche falschen Fakten beziehst du Dich da? Unsere Quelle ist die Süddeutsche Zeitung
      Digitale Medien GmbH, die im allgemeinen als sehr zuverlässig gilt.

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