Google-Frühstück Part 2: Android 4.3 Jelly Bean

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Android 4.3 Jelly Bean

Gestern Abend gegen 18 Uhr deutscher Zeit hatte Google nach San Francisco geladen, um die neusten Neuigkeiten aus der großen Google-Welt mit uns zu teilen. Da Sundar Pichai, der Leiter der Sparten “Chrome and Apps” und “Android” als Gastgeber fungierte, konnte das nur eines heißen: Ein neues Android, ein neues Nexus und was Neues aus der Welt von Chrome. Im zweiten Teil ist nun Android 4.3 Jelly Bean an der Reihe.

Wie auch das neue Nexus 7 zuvor war Android 4.3 Jelly Bean in einigen Teilen etliche Tage bekannt gewesen. Schuld daran ist sowohl das Galaxy S4 in der Google Edition gewesen sowie ein Nexus 4, welches ein Google-Mitarbeiter verkaufte. Auf beiden Smartphones ist jeweils Android 4.3 Jelly Bean vorinstalliert gewesen, was Leaks und einem Zerpflücken des Betriebssystems Tür und Tor öffnete. Von daher ist nicht alles Neue von Android 4.3 Jelly Bean für uns gestern Abend überraschend gewesen aber der Reihe nach.

 

Verbesserungen im Detail: Restricted Profiles

Android 4.3 Jelly Bean ist eher ein kleineres Update anstelle eines Großen, dass wird sich Google für Android 5.0 Key Lime Pie aufheben laut den bisherigen Gerüchten. Stattdessen reiht es sich wie der Name schon suggeriert in die bereits bekannte Android-4.1-Familie ein und sieht im Prinzip aus wie Android 4.2 Jelly Bean bzw. 4.1 Jelly Bean. Dennoch hat Google einige Neuerungen reingepackt, die nützlich, überfällig und Nice-to-have sind. Zum Beispiel die Erweiterung der Nutzerkonten, welche für die Tablet-Version von Android 4.2 Jelly Bean eingeführt wurden. Damit sind mehrere Nutzer mit getrennten Konten an ein und demselben Tablet möglich, was Android-Tablets quasi prädestiniert für den familiären Einsatz.

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Mit den neu eingeführten “Restricted Profiles” (auf gut Deutsch “Eingeschränkte Profile”) kann der Geräte-Administrator (das erste angelegte Konto) weiteren Nutzerkonten bestimmte Apps, Dienste und selbst Einstellungen verbieten. Diese tauchen einfach nicht auf im App Drawer bzw. in den Einstellungen. Nach wie vor sind die Nutzerkkonten Speicher-technisch voneinander getrennt. Die Restriktionen für Apps und so weiter geschieht übrigens auf API-Ebene, sodass keinerlei größere Einschränkungen in der Funktionalität von Apps eintreten dürften.

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Neue Funktionen für die Sicherheit

In Sachen Sicherheit hat Google ebenfalls Hand angelegt und etliche neue Funktionen in Android 4.3 Jelly Bean eingebaut, welche besonders für den Einsatz in Unternehmen gedacht sind bzw. für sicherheitsaffine Nutzer. Beispielsweise können individuelle WPA2-Einstellungen für einzelne Apps vorgenommen werden oder Authentifizierungen mit Netwzerken ausgetauschtw erden über das Extensible Authentication Protokoll. Die KeyChain-API hat Google dahingehend ausgebaut, dass App-Schlüssel eines Gerätes nicht mehr exportiert werden können und auch nicht durch Kommandos mit Root-Privilegien.

Neu ist ebenso ein neuer KeyStore-Provider, welcher Sicherheitsschlüssel bereitstellen kann, die von anderen Apps nicht einsehbar sind bzw. vor diesen versteckt sind. Ebenso können private Schlüssel nicht mehr exportiert werden. Ebenfalls potentielle Lücken geschlossen im System hat Google durch das standardmäßige mounten der /system Partition, um unter anderem die Ausführung von setuid-Programmen zu unterbinden. Ebenfalls komplett neu ist das nun eingebaute Kontrollsystem für Zugriffe von SELinux.

 

WLAN, Ortung und Bluetooth

Ebenfalls neu ist der neue Modus für WLAN, welcher WLAN nicht komplett deaktiviert sondern in einem ganz rudimentären Modus weiterlaufen lässt. Davon verspricht sich Google in erster Linie eine Verbesserung für Ortsbasierte Dienste, welche auf die WLAN-Ortung anstatt der deutlich Energie-fressenderen (aber genaueren) GPS-Ortung zurückgreifen können. Die entsprechende API stellte Google auf der Google I/O 2013 vor und könnte in etlichen Apps bereits eingebaut sein. Die APIs für Geofencing und WiFi Scanning hat Google um System-Level-Unterstützung erweitert, allerdings ist die Funktion in gewisser Weise Hardware-abhängig und lediglich das Nexus 4 von LG und das neue Nexus 7 von ASUS werden auf Seiten der Nexus-Familie unterstützt. Konkret heißt das, dass Gyroskop und magnetische Sensoren künftig Rohdaten an Apps udn Spiele übermitteln können, welche augenscheinlich genauer sind.

Ebenfalls nun offiziell unterstützt Android 4.3 Jelly Bean neue APIs aus dem Bereich Bluetooth, was unter anderem das Low Energy Profile von Bluetooth 4,0 beinhaltet. Das besonders Energie-effiziente Protokoll wird vornehmlich von medizinischem Zubehör wie Fitness-Armbändern oder Blutdruck-Messgeräten genutzt. Das Low Energy Profile wird derzeit offiziell lediglich vom neuen Nexus 7 und Nexus 4 unterstützt und anderen Bluetooth-Smart-fähigen Geräten. Außerdem unterstützt Android 4.3 Jelly Bean das AVRCP-Protokoll in Version 1.3, was in erster Linie für die Remote-Steuerung gedacht ist. Damit werden diverse Medien-Informationen wie Titel oder Interpreten auf Remote Clients angezeigt.

 

Multimedia, Surround-Sound und DRM

Was bereits aus einer provisorisch umgebauten Session bei der Google I/O hervorging, ist die offizielle Unterstützung OpenGL ES 3.0, was die aktuelle OpenGL-API für mobile Geräte darstellt. Google rühmt sich übrigens damit, dass Android die erste mobile Plattform mit dieser Unterstützung sei. OpenGL ES 3.0 unterstützt unter anderem neue Shader, die Kompression von Texturen und andere grafische Elemente im 2D- und 3D-Bereich. Die Factory Images von Android 4.3 für das alte Nexus 7, das Nexus 4 und das Nexus 10 beinhalten bereits OpenGL ES 3.0.

Ebenfalls neu in Android 4.3 Jelly Bean ist die Unterstützung von Virtual Surround-Sound, welcher unter anderem im neuen Nexus 7 in Form von Stereo-Lautsprechern realisiert wird. Übrigens ist diese bei Kopfhörern schon seit Jahren genutzte Technologie nur für Android-Geräte mit Stereo-Lautsprechern vorgesehen. Grundlage für den virtuellen Stereo-Surround-Sound stellt die vom Fraunhofer IIS entwickelte Technologie Cingo dar, welche von neuen Nexus 7 erstmals nativ unterstützt wird. ein entsprechendes Update liefert Cingo für das Nexus 10 nach.

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Wirklich neu sind in Android 4.3 Jelly Bean unter anderem die DRM-API, welche nun die Wiedergabe von DRM-geschützten Inhalten erlaubt. Zu den DRM-bezogenen Neuerungen gehört unter anderem die Implementierung von MPEG DASH, VP8-Encodierung, Surface-Encodierung ohne Buffer und die Kombination aus Video- und Audio-Dateiausgabe in Form eines MPEG4-Muxers. Außerdem hat Google die Möglichkeit für erweiterte Audiosteuerung eingebaut, was theoretisch den Weg für neue Musik-Widgets öffnet, mit welchem in Songs vor- und zurückgespult werden kann ohne die jeweilige Player-App öffnen zu müssen.

 

Weitere Verbesserungen

Aber das ist noch nicht alles, was neu ist bei Android 4.3 Jelly Bean. Denn im Dialer hat Google nun endlich eine Autovervollständigung für Telefonnummern eingebaut, womit Nummern automatisch mit den Nummern in den Kontakten abgeglichen und bei Treffern angezeigt werden. Das geht nun auch im Stock-Daler von Android und macht Drittanbieter-Apps zumindest in diesem Punkt ein wenig überflüssig.

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Die Unterstützung für rechts-ausgerichtete Sprachen wie Hebräisch, Aramäisch und andere wurde ebenso verbessert wie die neu hinzugekommenen Sprachen Afrikaans, Amharisch, Hindi, Swahili und Zulu. Die RTL- Sprachen werden nun nativ vom Launcher, der Uhr, den QuickSettings-Schaltern, dem Dialer, der Kontakte-App, dem Setup Wizard, der Download-Übersicht und anderen Apps unterstützt. Entsprechende Tools zum testen der RTL-Sprachen sind in der neuen Revision des Android SDK bereits enthalten. Die Entwickler-Optionen wurden von Google ebenfalls erweitert, unter anderem die bereits enthüllten erweiterten Möglichkeiten für Benachrichtigungen.

 

Und wer jetzt nicht warten kann bis Android 4.3 Jelly Bean per OTA-Update kommt: Auf den Servern hat Google für die Modelle Nexus 4, das alte Nexus 7, Nexus 10 und das Galaxy Nexus die entsprechenden Factory Images hochgeladen, mit denen Android 4.3 Jelly Bean bereits jetzt schon installiert werden kann. Die Google Editions vom Galaxy S4 und HTC One sollen das Update in den kommenden Tagen/Wochen erhalten und für alle anderen Modelle sind Updates noch offen.

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Student mit Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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