Google in Russland: Kartellbehörde setzt 18. November als Stichtag

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Google in Russland

Während Google in Europa und den USA der führende Anbieter einer Suchmaschine und diverse Online-Dienste ist, sieht die Sache in Russland ein wenig anders aus. Hier sieht sich das Konkurrenz Unternehmen Yandex von Google in gewisser Weise benachteiligt und setzt seine Forderungen in einem Verfahren vor der russischen Kartellbehörde erfolgreich durch. Nun hat der US-Konzern eine Frist vorgesetzt bekommen.

Noch ist die Mitte September angedrohte Strafe nicht in Kraft getreten, denn Google wurde Zeit eingeräumt, die Anklagepunkte im russischen Markt zu beheben. Wer sich erinnert: Der russische Software-Konzern Yandex sieht sich durch die US-amerikanische Konkurrenz bedroht und befürchtet durch Smartphone-Apps auf Android eine Benachteiligung im stark wachsenden Wettbewerb auf eben solchen mobilen Geräten (zum Beitrag).

Google muss in Russland nachbessern

Der Argumentation folgte auch die russische Kartellbehörde und drohte mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Prozent des Jahresumsatzes, den Google 2014 mit seinen Apps in Russland erwirtschaftet hat. Bis zum 18. November hat der Konzern nun Zeit seine bestehenden Verträge mit russischen Unternehmen anzupassen und seine eigenen Apps weniger prominent auf den Geräten platzieren zu lassen. Will heißen, dass Yandex eine bessere und deutlichere Platzierung seiner Apps auf Android-Geräten anstrebt als es derzeit der Fall ist.
Die Behörde hat jedoch eingeräumt, dass auch deutlich ersichtliche Schritte in diese Richtung zulässig sind.

Aber nicht nur Yandex könnte von der Forderung profitieren, denn die russische Kartellbehörde fordert diese Veränderung in der Richtlinie von vorinstallierten Google-Apps für alle Anbieter auf dem russischen Markt. Dennoch dürfte Yandex aufgrund seiner starken Verbreitung im Desktop-Bereich in Russland am meisten davon profitieren.

Wichtige Voraussetzungen für Android-Hersteller

Stein des Anstoßes sind die MADA-Lizenzbedingungen für die Google Play Dienste, welche neben der Vorinstallation diverser Google-Apps auch die Platzierung von Google als Suchmaschine auf dem Startbildschirm beinhalten (zum Beitrag). Ohne diese Voraussetzungen darf Android nicht mit den Google-Apps oder dem dazugehörigen Framework verkauft werden, wobei Android auch ohne diese Apps bestens funktioniert. Nur ist eben der Zugriff auf den Play Store und damit mehr als 1 Million Apps nicht möglich.

Google selbst hat sich zu der Sache bisher nicht offiziell geäußert. Man will zunächst die Entscheidung der russischen Kartellbehörde rechtlich begutachten und dann erst die passenden Aktionen durchführen.
Yandex im Gegensatz sieht sich durch diese Entscheidung in seiner Position bestärkt und führt zudem an, dass eine ganze Reihe weiterer Unternehmen außerhalb Russlands das Vorgehen begrüßen würden, ohne diese Unternehmen explizit zu nennen.

[Quelle: Reuters]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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