[4/4] Google Nexus Event 2015: Das Nexus 6P von Huawei

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google_nexus_6pIn dem vierten und damit auch letzten Teil meiner kleinen Google Nexus Event Berichterstattung, widme ich dem Nexus 6P Smartphone welches gleich mehrere Regeln bricht. Zum einen präsentiert Google das erste Mal in seiner Geschichte gleich 2 Nexus Smartphones in einem Jahr und zum anderen ist es auch für den chinesischen Hersteller Huawei eine Premiere ein Google Entwickler Smartphone fertigen zu dürfen.

Das Google Nexus 6P von Huawei

Der chinesische Hersteller hat bereits mit dem Huawei Ascend Mate 7 unter Beweis gestellt, das man in Sachen Android Phablet Maßstäbe setzen kann. Was lag also für Google näher das größere der beiden Smartphones von Huawei fertigen zu lassen. Und diese lieferten auch mit dem Nexus 6P ordnungsgemäß ab. Und zwar so gut, dass nach Aussagen von Google das „P“ in Nexus 6P für Premium steht.

Display

Mit einem 5,7 Zoll großen WQHD-Display aus Corning Gorilla Glass 4 und einer – für Huawei ungewöhnlichen – Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel (518 ppi), ist das Display definitiv schon einmal eine Ansage.
Neben der Quad-HD-Auflösung, bei der man wohl bei einem so großen Display noch das meiste Verständnis aufbringen kann, sorgt der AMOLED Bildschirm auch für knackige und kontrastreiche Farben. Anders als bei dem kleineren Bruder, verbergen sich hinter den oben und unten positionierten Gitter auch in der Tat, Stereo-Frontlautsprecher.

Kamera

Neben der 8 Megapixel (f/2.4 Blende) Frontkamera, die Huawei im übrigen selber aufgrund der verbauten innovativen HDR+ Technologie von Google, als die „aktuell beste Selfie-Kamera der Branche“ bezeichnet, hat das Nexus 6P auf der Rückseite die identische Kamera wie das Nexus 5X von LG, mit einem „nur“ 12,3 Megapixel (f/2.0 Blende) starken aber 1,55 µm großen Sensor verbaut, der bedeutend größer ist und somit auch mehr Licht aufnehmen kann. Was natürlich gerade bei Fotoaufnahmen mit schlechten Lichtverhältnissen dem Foto-Ergebnis zugute kommt.
Erste Tests bestätigen der Kamera aufgrund seiner 4K Video-Funktion und der Möglichkeit Videos in High Frame Rate (HFR)-Zeitlupe aufnehmen zu können, durchweg Bestnoten.

Etwas gewöhnungsbedürftig dürfte allerdings das Design der Kamera sein, welches samt Dual-Blitzlicht, IR-Laser Autofokus und Linsen, mit einem schwarzen Balken von links nach recht geht und sich zudem auch noch ein wenig in der Tiefe aus der restlichen Gehäuse Rückseite heraussteht.

Unterhalb der Kamera befindet sich ein Huawei untypischer runder Fingerabdrucksensor, der unter 600 Millisekunden reagieren soll und unter Android 6.0 Marshmallow auch das Entsperren des Bildschirms schnell und komfortabel ermöglicht. Selbstverständlich kommt der Sensor auch bei Android Pay – dem mobilen Bezahlsystem von Google – zum Einsatz.

Power

Unter dem 178 Gramm leichten eleganten eloxierten Aluminium Metall-Unibody, befindet sich ein 3.450 mAh starker nicht wechselbarer Akku, der nicht – obwohl auch bei einem Metallgehäuse die Technologie dazu bereits besteht – via Qi-Technologie aufgeladen werden kann.
Auf nachfragen hin warum man denn in dieser Generation darauf verzichte, antwortet Google das man aufgrund des USB Typ-C Anschluss und seiner Fast Charge Ladefunktion, eh nur wenig Zeit mit dem Aufladen des Smartphones verbringen würde. Klingt für mich eher wie eine Ausrede.

Google setzt in Sachen SoC (System on a Chip) auf den in die Schlagzeilen geratenen Snapdragon 810 Octa-Core-Prozessor in der Version 2.1, dessen Kraft und Anfälligkeit zur Überhitzung noch unter Beweis gestellt werden muss. Die 3 GB Arbeitsspeicher sind von der schnellen LPDDR4 Kategorie und werden wahlweise von 32, 64 oder 128 GB internen und nicht erweiterbaren Speicher ergänzt.

Technische Daten

Display 5,7 Zoll AMOLED mit 2.560 x 1.440 Pixel (518 ppi) Corning Gorilla Glass 4
OS Android 6.0 Marshmallow
Prozessor 64-Bit Snapdragon 810 v2.1 Octa-Core-CPU von Qualcomm (max 2,0 GHz)
Adreno 430 GPU
Kamera 12,3 Megapixel Hauptkamera (f/2.0), IR Laser Auto focus, 4K video capture (30fps), CRI-90 dual-flash; 8 Megapixel Frontkamera (f/2.4)
Akku 3.450 mAh
RAM 3 GB LPDDR4
Speicher
32 GB, 64 GB  oder 128 GB
SIM Nano
Maße 159,3 x 77,8 x 7,3 mm, 178g
Anschlüsse Micro USB Type-C, 3,5 mm audio
Verbindungen LTE Cat 6 (300 Mbps), WLAN 802.11a/b/g/n/ac, 2 x 2 MIMO, Dual-Band (2,4 GHz, 5,0 GHz), Bluetooth 4.2, NFC
Sensoren Fingerprint reader, Sensor Hub, Accelerometer, Gyroscope, Barometer, Proximity sensor, Ambient Light sensor, Hall sensor, Android Context Hub
Farben Aluminium (Silber), Graphite (Schwarz) und Frost (Weiß)
Preis 649,- EUR (32 GB), 699,- EUR (64 GB) und 799,- EUR (128 GB)

Verfügbarkeit

Es hat sich wohl inzwischen schon herum gesprochen, dass sich unsere Vermutungen betätigt haben und die beiden Nexus Smartphones vorab in Deutschland nicht gekauft werden können. Aktuell besteht für deutsche Interessenten lediglich die Option sich in eine Warteliste des Google Store eintragen zu lassen.
Anders sieht es da schon für Kunden aus den USA, Kanada, Großbritannien, Irland und Japan aus, die aktuell das Nexus 6P zu einem Preis ab 499 US-Dollar bestellen können. Weitere 30 Länder  – worunter auch Deutschland zählt – sollen dann am 19. Oktober folgen. Ob vorbestellen oder direkt kaufen, lässt Google bis auf weiteres offen.
Mindestens genauso geheimnisvoll ist die Entscheidung zu den unglaublichen Preisunterschieden für die drei Speichervarianten des Nexus 6P. Wenn wir uns einmal die 32 GB Variante für unser kleines Rechenbeispiel heranziehen, so sind wir bei einem US-Preis von 499 Dollar. Nach aktuellem Kurs wären das 445 Euro. Kosten wird es aber nach Auskunft von Huawei 649 Euro. Also ein satter Aufschlag von 200 Euro. Auch hierfür gibt es eine offizielle Begründung, die da wie folgt lautet:

„There are several factors that affect the pricing in different regions/countries, such as VAT, copy tax, transportation, distribution, service cost and carrier reimbursement (if applicable). Price difference in US and other regions is also attributed to the gift package (Earphone and Case) available in other regions.“

„Es gibt mehrere Faktoren, die den Preis in verschiedenen Regionen/Ländern beeinflussen können, darunter Mehrwertsteuer, Kopier-Abgaben, Kosten für Transport, Vertrieb, Service und Netzbetreiber (wenn zutreffend). Der Preisunterschied in den USA und anderen Ländern ist auch auf das zum Lieferumfang gehörende „Geschenk-Paket“ (Kopfhörer und Hüllen) zurückzuführen, welches in den entsprechenden Ländern verfügbar ist.“

Ich lass die Erklärung einfach mal unkommentiert im Raum stehen und vervollständige noch die unverbindlichen Preisempfehlungen aus den USA und Deutschland: 499 Dollar zu 649 Euro (32 GB), 549 Dollar zu 699 Euro (64 GB) oder 649 Dollar zu 799 Euro (128 GB).

Fazit

Will man den Abend Revue passieren lassen, so ist das Google Nexus 6P von Huawei mit Abstand das bessere Android 6.0 Marshmallow Smartphone. RAM, Speicher, Stereo-Lautsprecher, Gorilla Glass 4, Auflösung und natürlich das 5,7 Zoll große Display. Doch genau das große Display war bei dem letzten Nexus 6 Smartphone, der Haupt-Kritikpunkt der Community.
Eine fehlende Speicherkarte ist ein Nexus eigenes Ding und mit verbauten Flash-Speicher bis zu 128 GB durchaus verkraftbar.
Auch die Kamera scheint trotz 12,3 Megapixel nur gute Kritiken zu erhalten, sodass Google hier wohl alles richtig gemacht hat.
Bleibt also noch der Preis, der mit dem Wissen zu der USA Differenz erst einmal ein Drops ist, den man besser lutschen als schlucken sollte. Denn vergleichen wir einmal die technischen Daten des Nexus 6P mit dem aktuellen Huawei Mate S (zum Test), welches ebenfalls 649 Euro kostet und fast eine identische Ausstattung (eher schlechter) hat, so steht der Preis des Nexus 6P plötzlich gar nicht mehr so unverschämt im Raum.
Wir müssen uns halt bewusst werden das der chinesische Hersteller Huawei aktuell auf Platz 3 der weltweit verkauften Smartphones steht, da ist einfach mal vorbei mit preiswert. Bei Samsung Platz 1, gefolgt von Apple Platz 2 gibt es auch keine Schnäppchen.
In sofern, bei wem jetzt ein Smartphone Kauf ansteht und ein Nexus Device ganz oben auf der Wunschliste steht, der kann das Nexus 6P von Huawei ganz getrost kaufen und wird mehrere Jahre seine Freude daran haben.

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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