Google sperrt aus: Chromecast kann keine lokalen Medien mehr

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Google sperrt aus: Chromecast kann keine lokalen Medien mehr

Am 25. Juli stellte Google nicht nur nach etlichem Warten Android 4.3 Jelly Bean und das neue Nexus 7 von ASUS vor, nein auch der Google Chromecast wurde eher sehr überraschend vorgestellt und konnte direkt von Beginn an begeistern. Zumindest bis die Verfügbarkeit lediglich für die USA bekannt gegeben wurde und nun kommt direkt der nächste Dämpfer für interessierte Käufer des HDMI-Dongles.

Unser heutiges modernes Leben wird immer vernetzter, dass zeigen unter anderem Smartphones in Verbindung mit einem heimischen NAS (Network Attached Storage) oder einem modernen HDMI-fähigen Fernseher: Medienkonsum von überall auf nahezu jedem Gerät und jeder Größe. Nachdem Google TV eher nicht sonderlich gut angenommen wurde, was unter anderem an einer mangelhaften Verbreitung außerhalb der USA liegen dürfte sowie kaum verfügbarer Google-TV-fähiger Hardware, will Google mit dem Chromecast die Eroberung des Wohnzimmers auf eine andere Art und Weise erreichen in der Verkörperung des Chromecast getauften HDMI-Dongles für jeden HDMI-fähigen Fernseher.

Bisher war Cjromecast allerdings offiziell lediglich dazu in der Lage, von bestimmten Android- und iOS-Apps aus mit online gespeicherten Medien gefüttert zu werden, bis der bekannte Entwickler Koushik Dutta einen Weg gefunden hat, auch lokale Medien an Chromecast streamen zu können. Leider waren seine Bemühungen womöglich vergebens, denn mit einem seit gestern ausgelieferten Update für den HDMI-Dongle wird Chromecast um eben diese Fähigkeit beschnitten: Google sperrt das Streamen von lokalen Medieninhalten.

 

Chromecast mit Online-Zwang?

Auf der anderen Seite kam das Update für Koushik Dutta selbst nicht vollkommen überraschend, denn der vom Google TV Team konzipierte und entwickelte HDMI-Dongle war nie als eine offene Plattform angepriesen gewesen, was durchaus in der Geschichte des Google TV Teams liegt. Vermutlich will Google mit dem Chromecast ausschließlich größere Lizenznehmer an Chromecast streamen lassen, womit das ganze System zu einem „abgeschlossenen Garten für Medien“ werden würde, ähnlich dem Apps-Konzept der iOS-Plattform.

In einem Statement bei Reddit bezeichnet Dutta daher Chromecast treffenderweise als ein Google TV in Miniatur-Form, welches ein wie schon in mehreren Formen bekanntes geschlossenes System darstellt. Er vergleicht Chromecast unter anderem mit der Xbox und Apple TV, was bei genauerer Betrachtung nicht von der Hand zu weisen ist. Jedenfalls ist das Streamen eigener Medieninhalte weniger im Sinne von Google für Chromecast, als dabei auf Drittanbieter wie Netflix, YouTube und andere zuzugreifen, denn bei eigenen Medieninhalten kann Google nicht dran mitverdienen. Bei YouTube und Co. durch Lizenzen und Werbung hingegen schon und das sollte einem dann doch etwas zu denken geben, nicht wahr?

Abgesehen davon befindet sich das aktuelle Chromecast SDK noch im Beta-Stadium und nachdem das SDK das Beta-Stadium verlassen hat, werden alle darauf aufsetzenden Apps nicht mehr mit Chromecast funktionieren. Das macht daher Apps wie CheapCast oder AirCast von Koushik Dutta selbst zunichte, möglicherweise sogar das Vorhaben des CyanogenMod-Teams. Auch wenn es eventuell nur Wunschdenken ist aktuell, könnte Google mit dem finalen SDK eventuell wieder eine Möglichkeit einbauen, eigene und vor allem lokal gespeicherte Medien wieder an Chroemcast zu streamen. Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich: Die Google TV Geschichte zeigt das sehr gut.

[Quelle: Koushik Dutta | via AndroidPolice]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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