Google stellt Verkauf des Nexus 6 ein – vielleicht zu früh?

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Motorola Nexus 6

Dieses Jahr hat Google gleich zwei neue Android Smartphones seiner Nexus-Linie vorgestellt und mittlerweile auch im deutschen Verkauf, was letzten Endes auch zum Einstellen des Nexus 6 von Motorola geführt hat. Seit dieser Woche ist das Android Phablet und bisher größte Nexus Smartphone nicht mehr im Google Store zu haben. Kam das Ende vielleicht zu früh?

Genau dieser Frage haben sich die Kollegen von Android Headlines gestellt und sie mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Sicherlich ist das fast 6 Zoll große Display nicht jedermanns Geschmack gewesen, doch darum geht es nicht. Auch nicht um den Release-Zyklus, dass im Abstand von etwa einem Jahr der Nachfolger von einem Smartphone vorgestellt wird. Was die Kollegen zu bemängeln haben ist der Fakt, dass ein für sich genommen hervorragendes Smartphone schon nach einem Jahr nicht mehr verkauft wird.

Viel Technik im Nexus 6

Denn nüchtern betrachtet ist das Nexus 6 aus der Kollaboration zwischen Google und Motorola gesehen alles andere als schlecht. Der Snapdragon 805 hat mit seinen bis zu 2,7 GHz schnellen CPU-Kernen auch heute noch mehr als ausreichend Dampf, der RAM stellt auch für exzessives Multitasking kein großes Problem dar und auch bei dem Speicher von 32 oder 64 GB hat das Nexus-Phablet viel zu bieten. Hinzu kommt ein ordentlich dimensionierter Akku mit 3.220 mAh, Stereo-Lautsprecher und ein vergleichsweise kompaktes Gehäuse mit einer 13 Megapixel Kamera.

Für Multimedia-Fans ist es somit ein hervorragendes Smartphone, welches sowohl in Sachen Bild als auch Ton eine Menge zu bieten hat. Technisch ist das Modell von Motorola alles andere als ein altes Eisen, zumal sich der Unterschied zu einem 64-Bit fähigen Snapdragon 810 im Nexus 6P von HUAWEI kaum bemerkbar macht in der täglichen Benutzung. Ein rundum tolles Paket, was auch unser folgende Test vor knapp einem Jahr bewiesen hat:

[Test] Google Nexus 6: Ist es zu groß – bist Du zu klein!

Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass das von Motorola entwickelte Nexus 6 erstmals nach den beiden Tablet-Generationen des Nexus 7 und den beiden Nexus 4 sowie Nexus 5 Smartphones von LG preislich im Premium-Bereich zu Hause war. 599 Euro unverbindliche Preisempfehlung für das kleine Modell mit 32 GB internem Speicher war ein Hammer nach den preiswerten Geräten von LG.

Den Preis zu senken und das Nexus-Modell des Vorjahres weiter im Angebot des Google Store zu lassen wäre die eventuell sinnvollere Methode gewesen. Nimmt man sich Apple als Beispiel heran, dann funktioniert diese Strategie hervorragend. Nicht jeder will unbedingt das technisch Neuste haben, aber auch keine „lahme Krücke“ um es mal so zu formulieren. Ein preiswerteres Nexus 6 wäre eine ideale Ergänzung zum Nexus 5X und Nexus 6P gewesen – von der Größe mit 6 Zoll Display mal abgesehen.

Ein zu frühes Ende

Und dennoch ist der Lebenszyklus des Nexus 6 zu seinem Ende gekommen, was in gewisser Weise auch mit den Interessen der aktuellen Partner für Googles Nexus-Linie zu tun hat. Denn sowohl LG als auch HUAWEI werden mehr Interesse daran haben ihre Modelle sowie das passende Zubehör zu verkaufen und nicht Support für ein Modell der Konkurrenz zu leisten. Hinzu kommt, dass jedes Jahr ein neuer Hersteller die Chance bekommt, das Nexus zu bauen. Auch unter diesem Aspekt ist ein konkurrierendes Nexus nicht gern gesehen.

Unterm Strich war aus Sicht der wirtschaftlichen Interessen der Schritt unvermeidbar, aber aus Sicht eines Käufers unnötig. Immerhin ist es Software-technisch mit Android 6.0 Marshmallow noch mit auf dem aktuellsten Stand.

Auch wenn Google selbst den weiteren Verkauf eingestellt hat, ist das Nexus 6 von Motorola nach wie vor bei diversen Online-Händlern wie Amazon oder auch Motorola selbst zu haben. Nur eben nicht mehr von Google.

[Quelle: Android Headlines]

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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