Google-Synchronisation: CalDAV bleibt und CardDAV-API frei gegeben

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Google CalDAV API und CardDAV API

Das Internet ist von vielen Hundert Diensten durchzogen und mindestens ebenso vielen Unternehmen. Da bietet es sich eigentlich an, auf offene und für alle nutzbare Standards zurückzugreifen, um die Interoperabilität möglichst hoch zu halten. Zu den größten Verfechtern offener Standards zählt Google, die mit ihren vielen Diensten gerne auch für diese Zwecke die Muskeln spielen lassen.

Aber auch ein Konzern wie Google muss ab und zu ein wenig wirtschaftlich denken und handeln, was zuletzt die Schließung des beliebten Google Reader zeigte. Etliche Hunderttausend Nutzer konnte der Dienst verzeichnen, für Google allerdings zu wenig, um den Dienst halbwegs profitabel betreiben zu können. Deswegen wird der Google Reader zum 1. Juli dicht gemacht. Damals verkündete Google zudem, dass der Konzern die Unterstützung für die CalDAV-API einstellen wird. Für Apps und alternative Betriebssystem-Plattformen bedeutete das große Probleme, vor allem für Microsoft und deren Windows Phone, nachdem Google zuvor bereits das ActiveSync-Protokoll nicht mehr unterstützte.

Doch diesmal rudert der Konzern aus Mountain View gehörig zurück, denn der Protest seitens der Nutzer und Entwickler ist dieses Mal anscheinend viel zu groß gewesen. Darauf lässt das Statement von Google schließen, mit welchem der Konzern die weitere Unterstützung der CalDAV-API bekannt gegeben hat.

Since that announcement, we received many requests for access to CalDAV, giving us a better understanding of developers’ use cases and causing us to revisit that decision

Deutsche Übersetzung:

Seit der Ankündigung haben wir viele Anfragen bezüglich des CalDAV-Zugriffs erhalten, was uns ein besseres Verständnis für der Nutzung durch die Entwickler gegeben und zu einem Überdenken der Entscheidung beigetragen hat.

Im selben Atemzug hat Google gleich noch mit die API des von ihm bevorzugten CardDAV für alle Entwickler freigegeben. Man kann schon davon ausgehen, dass Google künftig lediglich die CardDAV-API weiter pflegen und die CalDAV-API sozusagen links liegen lassen wird. Damit könnte Google gleich zwei Fliegen mit einer klappe schlagen: Die Unterstützung der CalDAV-API wäre pro Forma nach wie vor gegeben für Drittanbieter-Apps und andere Betriebssysteme (wie Windows 8 und Windows Phone 8) und man könnte durch die stetige Weiterentwicklung der CardDAV-API die Entwickler nach und nach zu der neuen API „überzeugen“.

Egal was Google damit auch bezwecken will, dass der Konzern von Larry Page und Sergey Bring von einer Entscheidung zurückrudert, ist selten genug. Und zeigt sehr gut, dass Entwickler und Nutzer sehr wohl die Unternehmenspolitik beeinflussen können. Und Microsoft wird zumindest bei diesem Teil wieder ein wenig aufatmen können, denn der Verlust von Nutzern der Google-Dienste ist nicht gerade leicht. Zumal Google nur dann seine Apps für Windows Phone herausbringt, wenn die Nutzerbasis entsprechend wächst und der Aufwand sich für Google lohnt. Wer als Entwickler sich über die Umstellungen informieren will, der kann das im Google Developers Blog tun, siehe Quellenangabe.

[Quelle: Google Developers Blog | via 9to5Google]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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