Google und die EU: Wettbewerbsbeschwerde wegen Android

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Google Android und die Gefahr von Samsung und China

Scheinbar sind wir mal wieder in einer Phase in der es heißt „Alle auf den Da!“, denn es bahnt sich die nächste größere Sache an. Schauplatz ist diesmal aber mal wieder die EU anstatt der USA, der Grund ist aber ähnlich bizarr bei genauerer Betrachtung. Denn nachdem vor allem Microsoft wegen diverser Dinge in Sachen Wettbewerb verdonnert wurde, schießen sich die Konkurrenten nun gegen Google ein.

Denn die Initiative Fairsearch.org macht nun Stimmung bei der EU-Wettbewerbsbehörde gegen Google und dessen mobilen Betriebssystem Android. Im Grunde wird Google vorgeworfen von Fairsearch, dass der Internetgigant aus Mountain View seine Hardware-Partner dazu drängen würde, die Google-Dienste auf Smartphones und Tablets vorzuinstallieren und somit den Wettbewerb bewusst zu manipulieren. Da die Dienste recht prominent auf dem Homescreen platziert sind, würden Nutzer kaum oder überhaupt nicht nach Alternativen Ausschau halten bzw. sich damit beschäftigen, so Fairsearch. Interessant wird es erst, wenn man sich mal die Mitglieder von Fairsearch.org anschaut: Microsoft, Oracle oder Nokia, um sich mal nur auf direkte Konkurrenten von Google im Sinne der Android-Konkurrenz zu beschränken.

Google is using its Android mobile operating system as a ‘Trojan Horse’ to deceive partners, monopolize the mobile marketplace, and control consumer data. We are asking the Commission to move quickly and decisively to protect competition and innovation in this critical market.

Deutsche Übersetzung:

Google verwendet sein mobiles Betriebssystem Android als „Trojanisches Pferd“ um seine Partner zu täuschen, den mobilen Marktplatz zu monopolisieren und Kontrolle über die Nutzerdaten zu erlangen. Wir fragen daher die [EU-Wettbewerbs] Kommission schnell und bestimmt zu handeln, um den Wettbewerb und die Innovationen in diesem kritischen Markt zu schützen.

Das behauptet der Rechtsanwalt von Fairsearch, Thomas Vinje gesagt. Wie gesagt, äußerst aufschlussreich ist der Blick in die Übersicht der Mitglieder und gerade bei Microsoft sowie Oracle bekommt das Vorgehen einen leicht faden Beigeschmack. Ist doch beispielsweise Microsoft selbst öfters in Konflikt mit der EU geraten, wenn es um das Thema „fairer Wettbewerb“ geht, siehe die Browser-Geschichte im Desktop-Betriebssystem Windows. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass die Google-Dienste optional sind und nicht zwingend von den Hardware-Partnern vorinstalliert werden müssen.

So könnte man den Spieß auch umdrehen und Microsoft fragen, wieso Microsoft Office Mobile, Hotmail oder Bing vorinstalliert sind aber wir schweifen ab. Andererseits ist die Situation auch nicht ganz vergleichbar. Denn während Microsoft und Nokia mit Windows Phone mit Marktanteilen im einstelligen Prozentbereich zu kämpfen haben, entwickelt sich Android zu einer monopolistischen Plattform, die zumindest heute schon marktbeherrschend ist mit über 60% in Europa. Ergo müssen wir einfach abwarten, wie sich die ganze Sache entwickelt und eines ist mal sicher: Ganz uneigennützig werden die IT-Schwergewichte Microsoft, Nokia und Oracle nicht der Vereinigung beigetreten sein.

[Quelle: Fairsearch | AllThingsD]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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