HP TouchPad – HP wollte ursprünglich Android

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Es sind mitunter die kleineren Mitarbeiter großer Unternehmen, die nach dem Ende eines Projektes mit unbekannten Hintergrunddetails rausrücken. Aktuell trifft dies HP, denn ein ehemaliger Mitarbeiter des Projektes „HP TouchPad“ hat ein paar interessante Details auf seinem Blog veröffentlicht, die ein neues Licht auf das Tablet mit WebOS werfen. Und bestätigt, was manche bereits seit einiger Zeit vermuteten.

Josh Marinacci ist dieser besagte ehemalige Projektmitarbeiter, welcher mit an der Entwicklung des TouchPads beteiligt gewesen ist. Dieser schrieb in einem Artikel seines Privatblogs darüber, dass das TouchPad ursprünglich mit Blick auf Android entwickelt wurde. Erst als unter dem ehemaligen HP-Chef Leo Apotheker das Unternehmen Palm nebst seines Betriebssystems WebOS aufgekauft wurde für mehr als 1 Milliarde US Dollar, hat man kurzfristig die Entwicklung auf WebOS umgestellt. Deswegen verwundert es ihn nicht, das Medienberichten zufolge ein TouchPad mit vorinstallierten Android in den freien Handel gelangte.

Doch nicht nur mit dem Thema Android überraschte Marinacci. Er verriet unter anderem noch, das HP an mehreren Varianten des Tablets arbeitete, unter anderem das Touchpad Go mit 7″ oder einer Variante mit ausziehbarer Tastatur, ähnlich dem Eee Pad Slider von ASUS. Hätte HP die Pläne mit mehr Engagement verfolgt, wäre der US amerikanische Computerhersteller vermutlich eine feste Größe im Tablet Markt. Das auf einem Qualcomm APQ8060 SoC mit 1,2 GHz basierende Tablet hat sich nach Angaben HP’s besser verkauft als es in den Medien rüberkommt. Bisweilen soll es sogar die stärkste Nachfrage bei den „Nicht-iPads“ gehabt haben.

Des Weiteren kommentierte Marinacci noch den Fall des Pam Pre Plus in Amerika, welcher angeblich vom Motorola Droid in die Knie gezwungen wurde. Der ehemalige HP-Mitarbeiter hat eine ganz eigene Sicht auf die Dinge:

„In the U.S., at least, a phone lives or dies by the retail staff in the carrier stores. Nothing else matters. Not price. Not features. Not apps. If the retail staff doesn’t like you … you die.

Zumindest in den USA lebt oder stirbt ein Telefon durch die Verkäufer der Providergeschäfte. Da zählt nichts anderes. Keine Preise. keine Funktionen. Wenn die Verkäufer dich nicht mögen … dann stirbst du.“

Ob dies nun der Wahrheit entspricht können wir nicht sagen, dazu fehlt uns der Blick hinter die Kulissen. Andererseits ist das nicht von der Hand zu weisen, denn was man nicht mag wird man wohl kaum so exzessiv bewerben wie das Produkt, von dem man bis ins letzte Detail überzeugt ist. Nichts desto Trotz war der Abverkauf der letzten Restbestände des TouchPad für HP letzten Endes doch noch ein kleiner Erfolg: Der Konzern machte keinen allzu großen Verlust, interessierte Käufer bekamen ein recht günstiges und gut ausgestattetes Tablet und die Modder Community erfreut sich mittlerweile an Android auf dem TouchPad. Der Kreis schließt sich am Ende, sozusagen.

[Quelle: Josh Marinacci | via NetbookNews.de]
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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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