HTC Desire und der Kampf der Komponenten-Zulieferer

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HTC und die Zulieferer-Kette

Im Jahre 2010 stellte der damalige Marktführer für Smartphones HTC das legendäre HTC Desire vor. Damals wurde der Grundstein für den absoluten Durchbruch der Android-Smartphones gelegt und noch immer erinnert sich der eine oder andere an sein damaliges Desire zurück. Am Beispiel des HTC Desire zeigt sich aber auch der Unterschied zwischen „kleinem“ Hersteller und „großem“ Konzern.

Als das Desire auf den Markt kam, war es noch mit einem AMOLED-Display aus Samsung’scher Produktion bestückt gewesen. Schon damals galten die Displays vom südkoreanischen Konzern Samsung und dessen Display-Sparte Samsung Mobile Displays als eine der besten Displays am Markt, weswegen sich HTC eben für diese Displays entschieden hatte. Als das Desire sich jedoch zum Erfolg für den taiwanischen Smartphone-Hersteller entwickelte, sah Samsung den Erfolg des eigenen Galaxy S womöglich in Gefahr geraten, welches selbst mit einem Super AMOLED-Display ausgestattet war. Was macht man daher als direkter Konkurrent? Richtig, man verknappt künstlich das Angebot für die Konkurrenz als einer der größeren Komponenten-Zulieferer der Branche. So oder so ähnlich hat es sich wohl damals im Jahre 2010/2011 abgespielt, wie HTC-Nordasien-Chef Jack Tong rückblickend in einem Interview erzählt hat.

We found that key component supply can be used as a competitive weapon.

Deutsche Übersetzung:

Wir haben herausgefunden, dass die Komponenten-Lieferung zu einer wichtigen Waffe werden kann.

Großmacht Zulieferer-Konzern

Aus der damaligen Sache hat HTC jedenfalls wichtige Dinge gelernt, zum Beispiel wie strategisch entscheidend es sein kann, eine komplett eigene Komponenten-Fertigung zu haben oder auf Zulieferer angewiesen zu sein. Als Gegenbeispiel zu HTC kann man hier Samsung heranziehen, welche in ihrem Konzern nahezu alles selber erforschen, entwickeln und herstellen können, was man so zum bauen eines Smartphones oder Tablets benötigt. Egal ob Displays, Prozessoren, Speicher-/RAM-Chips oder Akkus, Samsung bezieht geschätzte 90% aller notwendigen Komponenten aus dem eigenen Konzern.

Ein passendes Gegenbeispiel zu Samsung wiederum ist Apple, welche wie HTC keine eigenen Fabriken zur Herstellung von Komponenten besitzen. Stattdessen bindet Apple Zulieferer und Auftragsfertiger in besonderer Weise an sich, denn der Konzern von CEO Tim Cook kann durch seine schiere Auftragsvolumen besagte Zulieferer und Auftragsfertiger an sich binden. Immerhin versprechen die vielen Millionen iPhones und iPads gesicherte Aufträge in Milliardenhöhe. Wie lange das Prinzip von Apple allerdings noch aufrecht zu erhalten ist, lässt sich nicht sagen. Gemessen am steigenden Erfolg Samsungs kann sich Apple allerdings nicht mehr allzu lange eine Sonderrolle herausnehmen in der Branche.

[Quelle: Focus Taiwan | AndroidBeat]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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