HTC verzichtet künftig auf Zukunftsprognosen

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HTC verzichtet auf Prognosen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es dem taiwanischen Smartphone-Hersteller HTC und Android-Pionier der ersten Stunde alles andere als gut geht. Das aktuelle Flaggschiff-Modell HTC One M9 hat die Erwartungen nicht erfüllen können und das jüngste Mittelklasse-Modell HTC One A9 wurde mit Kritik für die Optik bedacht. Um die Erwartungen künftig nicht zu hoch zu schüren, hat man sich im Management zu einem neuen Schritt entschieden.

Bisher wagte man mit Veröffentlichung der jeweils aktuellen Quartalsberichte auch einen kleinen Blick in die Zukunft, was man an Wachstum oder Umsatzeinbußen erwartet. Oft genug lag der Konzern damit neben allen Prognosen und hatte mehr Optimismus geschürt, als man letzten Endes unterm Strich erwirtschaften konnte. Von daher verzichtet HTC mit dem Quartalsbericht für das dritte Geschäftsquartal 2015 auf derartige Prognosen.

Trotzreaktion von HTC?

Als Grund nennt die Android-Ikone gegenüber den Kollegen von The Verge, die Dynamik des Smartphone-Marktes, dessen Fokus sich innerhalb kürzester Zeit komplett ändern kann. Von daher versucht sich HTC mit neuen Produkten zusätzliche Standbeine aufzubauen, die bisher jedoch kaum Früchte getragen haben.

Neben Smartphones etabliert man sich auf dem Zubehör-Markt mit interessanten Gadgets wie der HTC RE Action Cam – deren Nachfolger angekündigt, aber noch nicht vorgestellt wurde (zum Beitrag) – einem gefühlt ewig verschobenen Fitness-Tracker wie dem HTC Grip (zum Beitrag) und in Kooperation mit Valve will man den Standard für Virtual Reality neu setzen. Letzteres scheint jedoch wirklich zu funktionieren, wenn man die bisherigen Berichte heranzieht. Wir hatten während der IFA 2015 die Gelegenheit dazu, die HTC Vive einmal anzutesten:

Vielleicht keine allzu schlechte Entscheidung die HTC da getroffen hat, was die Prognosen für die Zukunft anbelangen. Schließlich hat der Konzern in den letzten sechs Monaten nur eine Richtung gekannt und das ist der Weg nach unten. Der erwirtschaftete Umsatz und der übrig gebliebene Gewinn haben durch die Bank weg nachgelassen.

Vor allem im Vorjahresvergleich fällt dies auf: 7,105 Milliarden New Taiwan Dollar (etwa 199 Millionen Euro) erwirtschaftete HTC im September 2015, was einem Rückgang von 57,5 Prozent gegenüber dem September 2014 mit 16,718 Milliarden New Taiwan Dollar (knapp 468 Millionen Euro) entspricht. Auf das dritte Quartal 2015 insgesamt bezogen hat HTC ebenfalls mit 57,7 Prozent einen erheblichen Verlust hinnehmen müssen, welcher in Zahlen ausgedrückt von 41,9 Milliarden New Taiwan Dollar (etwa 1,17 Milliarden Euro) auf 21,4 Milliarden New Taiwan Dollar (etwa 599 Millionen Euro) gesunken ist.

Auch beim Gewinn sieht es alles andere als rosig aus. So hatte man im dritten Quartal 2014 noch einen kleinen Gewinn von 640 Millionen New Taiwan Dollar (gut 17,89 Millionen Euro) erwirtschaften können, aber im dritten Quartal 2015 steht ein Verlust von 4,48 Milliarden New Taiwan Dollar (knapp 125 Millionen Euro) auf dem Papier.

Kein Wunder also, das HTC bei solchen Zahlen lieber auf Prognosen verzichtet, die man mit großer Wahrscheinlichkeit eh nicht einhalten oder im positiven Sinne überbieten kann.

[Quelle: HTC (PDF) | via ComputerBase]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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