Intel: Android fehlt es an Multicore-Optimierung

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Wie sicher ein Großteil der technikaffinen Netzgemeinschaft mittlerweile weiß, hat Intel mit seinem zweiten Versuch Fuß im Smartphone-Sektor zu fassen Erfolg gehabt. Das Lava Xolo X900, das Lenovo K800 und das Orange San Diego sind die drei ersten Smartphones mit Android auf Basis von Intels x86 Plattform Medfield. Säbelrasseln gegen Konkurrenten gehört da zum Täglich Brot, um das eigene Produkt bekannter zu machen.

Intel macht das gerade auf eine etwas kuriose Weise, verwendet man doch ein an die x86 Architektur angepasstes Android als Betriebssystem. Das hindert den Chipgiganten aber nicht an verbalen Attacken, wie sie Mike Bell, Chef der mobilen Sparte bei Intel, derzeit austeilt. Denn seiner Meinung nach ist die Unterstützung für Multicore Chipsätze unter Android mangelhaft und weniger optimiert wie sie eigentlich sein könnte. Der eigene Atom Z2460 sei bereits mit seinem einen Kern so manchem Android Smartphone mit zwei Kernen deutlich überlegen, so Bell weiter. Das untermauern auch Benchmarks, welche AnandTech vom Lava Xolo X900 kurz nach dessen Verkaufsstart anfertigte.

Allerdings darf man nicht vergessen, das der Z2460 aus der Medfield-Plattform mit dem aus dem Desktopbereich her bekannten Hyperthreading arbeitet. Durch diesen kleinen Trick werden aus einem physischen Kern zwei virtuelle Kerne, was wiederum den physischen Kern besser auslastet. Das Problem liegt allerdings eher am Design von Android, denn dort werden weitere Kerne lediglich als Ergänzung zum ersten Kern betrachtet, weshalb eine echte Multicore-Optimierung wie bei Intel quasi nicht vorhanden sei. Deswegen seien die Ingenieure bei Intel nicht nur mit der Weiterentwicklung von Einkernarchitekturen beschäftigt, sondern kümmern sich auch um die Optimierung für den Multicore-Betrieb.

Wenn es dann allerdings wiederum, zum Thema „teilen der Erkenntnisse“ geht, ist Intel ziemlich still. „Wo es notwendig ist, etwas zurück ins Open Source zu geben, werden wir dies tun“ so Bell, denn anderenfalls würde Intel gegen die Open-Source-Lizenzen des Kern von Android verstoßen. Andererseits will der Konzern nicht zu viel seiner Erkenntnisse preisgeben und die Entwicklungsarbeit für Konkurrenten erledigen, die selber wenig bis nichts an die Community zurückgeben. „Grundsätzlich gehört es zu unserer Philosophie, Dinge zurückzugeben“ fügte Bell hinzu.

[Quelle: PCPro UK | via WinFuture.de]
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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Kommentar

  1. MiaLauflion schreibt:

    Das wäre natürlich was, wenn man Smartphones auch mit Singlecore derart optimieren könnte, dass die gleiche Performance wie Dual- oder vielleicht sogar annähernd Quadcore dabei heraus kommen könnte. Günstigere Smartphones für die Welt und für die Hersteller noch mehr Möglichkeiten mit anspruchsvolleren Anwendungen die Power der Dual-/Quadcores auszunutzen.

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