iPhone 6s Chipgate: Apple bestätigt Leistungsunterschiede

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Nach Antennagate vom iPhone 4, Scuffgate vom iPhone 5 und Bendgate vom iPhone 6 kommt mit der Generation iPhone 6s nun auch noch das Chipgate hinzu. Obwohl das neue Apple Smartphone erst seit wenigen Wochen verkauft wird, gibt es den ersten größeren Aufreger, der letzten Endes vielleicht gar kein echter Fehler im eigentlichen Sinn ist?

Stein des Anstoßes und eine aus einem gewissen Standpunkt kaum nachvollziehbare Empörung ist der verbaute Apple A9 Prozessor, der im iPhone 6s und iPhone 6s Plus seinen Dienst verrichtet. Dieser muss aufgrund der von Apple benötigten Mengen sowohl von TSMC als auch von Samsung gefertigt werden, jedoch sind beide Chips aufgrund unterschiedlicher Technologien bei der Fertigung leicht anders. Das soll laut einigen YouTubern und Nutzern zu einer unterschiedlichen Leistung und auch Energie-Effizienz führen.

Ein iPhone 6s – zwei verschiedene CPUs

Meistens wird ein Video von Jonathan Morrison herangezogen, in welchem der in 16 nm Strukturbreite gefertigte Apple A9 von TSMC in Sachen Benchmarkwerte, Ausdauer und Wärmeabgabe leicht die Nase vor dem in 14 nm Strukturbreite gefertigten Apple A9 von Samsung hat. Dabei hatte er beide Chip-Varianten des iPhone 6s demselben Testszenario unterzogen, welches aus der Aufnahme eines 30 Minuten Zeitraffer-Videos besteht, einem 10 Minuten langen 4K-Video, dem Export dieses 4K-Videos zu iMovie und dem Durchlaufen eines Benchmarks.

Als Ergebnis hatte am Ende das iPhone 6s mit TSMC-A9 noch 62 Prozent Energie übrig und das iPhone mit Samsung-A9 lediglich 55 Prozent. Ein deutlicher Unterschied, zu welchem Apple nun offiziell Stellung bezogen hat.

Wie zu erwarten wird zunächst der eigene Prozessor und auch das iPhone 6s selbst in den höchsten Tönen gelobt und garantiert, dass jedes Modell unabhängig von Größe, Speicher oder gar Farbe die höchsten Qualitätsansprüche, außergewöhnliche Performance und großartiger Akku-Ausdauer von Apple erfülle. Außerdem sollen künstlich hergestellte Labor-Tests wie jene von Jonathan Morrisson oder Austin Evans den realen Einsatz kaum widerspiegeln und seien daher nicht repräsentativ. Grund dafür ist eine unrealistisch starke Belastung für die verbaute Hardware und das über einen längeren Zeitraum hinweg.

Es gibt ihn, den Unterschied

Die von Apple selbst durchgeführten Tests und Rückmeldungen der Kunden haben ergeben, dass die Unterschiede zwischen den von TSMC und Samsung gefertigten Apple A9 Prozessoren im Alltag mit 2 bis 3 Prozent, schwindend gering sind. Vom Prinzip her sollten daher beide Varianten sowohl im iPhone 6s als auch im Plus-Modell, beim alltäglichen Gebrauch keine großen Unterschiede aufdecken.

Jetzt kommt das große Aber: Apple gibt selbst zu, dass es trotz allem einen Unterschied zwischen den beiden Modellen gibt. Zwar nicht so dramatisch wie die Bezeichnung Chipgate vielleicht suggeriert, aber er ist da.

Welcher Prozessor im eigenen Modell steckt, ist vor dem Kauf nicht ersichtlich. Lediglich über Apps wie Lirum Device Info Lite ist das herauszubekommen bei der Prozessor-Bezeichnung. So steht beim iPhone 6s die Bezeichnung N71AP für Samsung sowie N71mAP für den TSMC-Chip, während es beim iPhone 6s Plus N66AP für Samsung und N66mAP für TSMC sind.

Unterm Strich bleibt eigentlich nur festzuhalten, dass auch hier wieder einmal das sprichwörtliche Haar in der Suppe gesucht wird, um ein sehr erfolgreiches Smartphone irgendwie bemängeln zu können. Laut Apple wurden am Startwochenende allein über 13 Millionen Geräte verkauft.

[Quelle: TechCrunch]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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