[Kurztest] Meizu MX4 Pro – Dauerläufer mit Samsung Power

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Meizu MX4 Pro Test

China ist im Android-Bereich stark auf dem Vormarsch und mit dem Meizu MX4 Pro gibt es eines der besseren Smartphones mittlerweile auch als Import in Deutschland. Denn nicht immer muss es ein Smartphone aus Südkorea sein, auch wenn trotzdem Samsung den Android Dauerläufer antreibt.

Meizu gehört mittlerweile mit zu den größeren Herstellern aus China, welche nicht nur günstige Android Smartphones anbieten, sondern auch zunehmend echte Premium-Hardware im Angebot haben. Das aktuelle Android Flaggschiff ist das Meizu MX4 Pro und genau dieses Android Smartphone konnten wir uns mal näher anschauen.

  • 5,5 Zoll IPS-Display (Corning Gorilla Glass 3)
  • Auflösung 2.560 x 1.536 Pixel
  • Samsung Exynos 5430 Octa-Core mit 2 GHz + 1,5 GHz
  • 3 GB RAM
  • 16 / 32 / 64 GB interner Speicher
  • Dualband WLAN-ac, Bluetooth 4.0, GPS/GLONASS, NFC, LTE
  • 20,7 Megapixel Kamera mit Dual-LED-Blitzlicht, 5 Megapixel Frontkamera
  • 150,1 x 77 x 9 mm
  • 158 Gramm
  • 3.350 mAh Akku
  • Flyme OS 4, basierend auf Android 4.4 KitKat

Meizu MX4 Pro Test

 

Display, Verarbeitung und Design

Wenn man das Meizu MX4 Pro das erste Mal sieht, sind gewisse Ähnlichkeiten zu Apple nicht zu übersehen. Meizu selbst bestreitet das nicht einmal. Die Front erinnert allerdings eher an ein Samsung-Smartphone und das nicht zuletzt wegen der deutlich hervorstechenden Home-Taste unterhalb des Displays. Dieses ist mit 5,5 Zoll recht groß und setzt auf ein NEGA LC-Display mit einer Auflösung von scharfen 2.560 x 1.536 Pixel. Meizu bezeichnet das als 2K+ in seinem Marketing. Die Darstellung des Panels sucht praktisch seinesgleichen: Super scharf, sehr hell und natürliche Farben wissen zu begeistern. Letztere sind nicht mit der kräftigen Darstellung eines AMOLED-Display zu vergleichen. Auch im direkten Sonnenlicht ist das Display noch gut ablesbar. Fingerabdrücke bleiben kaum auf dem Displayglas zurück und dieses zudem recht gut entspiegelt.

Überhaupt ist das 2K+ Display das dominierende Element der Front. Dazu trägt nicht zuletzt der sehr schmale Rahmen um das Panel herum bei. Oberhalb des Displays sitzen lediglich der Lautsprecher für Telefonate, die 5 Megapixel Frontkamera und die Sensoren für Helligkeit sowie Annäherung. Unterhalb des Bildschirms ist die Home-Taste mit Fingerabdruck-Sensor nebst Edelstahl-Einfassung und Touch-Funktion verbaut. Die Fläche links und rechts daneben besitzen keine kapazitiven Tasten oder dergleichen. Die Home-Taste selbst kann auf Wunsch auch als Zurück-Taste belegt werden: Einfach den Finger kurz draufhalten.

Das Smartphone liegt Dank seiner geschwungenen Rückseite angenehm in der Hand. Warum an diese abnehmen kann ist allerdings unverständlich: Der aus farblich passendem Kunststoff gefertigte Akkudeckel gibt lediglich den Zugriff auf den Micro-Sim-Slot frei. Ein MicroSD-Slot sucht man vergebens, ebenso eine Möglichkeit den 3.350 mAh großen Akku wechseln zu können. Dieser ist laut Meizu übrigens eine Gemeinschaftsentwicklung von Sony, Samsung sowie ATL und sorgt für eine besonders große Ausdauer.

Die Hardware-Tasten des Smartphones bestehen aus einer auf der Stirnseite etwas unglücklich platzierten Power-Taste, der Lautstärke-Wippe auf der rechten Gehäuse-Seite und der bereits angesprochenen Home-Taste. Die Tasten selbst sind etwas zu stark in den Rahmen eingelassen und haben einen nicht ganz so knackigen Druckpunkt wie man sich das von einem Premium-Smartphone vorstellt. Auf der Stirnseite des Aluminium-Rahmes – welcher übrigens eine optisch sehr ansprechend blank geschliffene Kante besitzt – sitzt die 3,5 mm Audio-Buchse für Headsets und Kopfhörer. Der sehr laute und in den Spitzen etwas verzerrte bzw. klirrende Lautsprecher sitzt auf der Unterseite des Rahmens. Direkt daneben befindet sich der MicroUSB-Port.

Insgesamt betrachtet ist das Meizu MX4 Pro hervorragend verarbeitet, an welchem nichts knarzt. Selbst ungleichmäßige Spaltmaße sucht man vergebens.

 

Leistung, Kommunikation und Akku

Meizu MX4 Pro Test

Da es sich bei dem Android Smartphone um ein Flaggschiff-Modell handelt, muss natürlich auch die Leistung stimmen. Anders als der große Konkurrent Xiaomi vertraut Meizu dabei auf einen Exynos 5430 Octa-Core-Prozessor von Samsung. Dieser besteht aus einem Verbund mit vier bis zu 2 GHz leistungsfähigen Kernen und einem zweiten Verbund aus vier besonders Energie-effizienten Kernen mit bis zu 1,5 GHz. Zusammen ergibt das eine respektable Leistung von 45.915 Punkten im AnTuTu Benchmark. Dank der ARM Mali T628 mit 6 Kernen gibt es nur wenige Spiele, mit denen der Prozessor des Meizu MX 4 Pro an den Rand seiner Leistungsfähigkeit kommt.

Das die restliche Ausstattung dem in nichts nachsteht darf man da ruhig erwarten. Egal ob Dualband WLAN im ac-Standard, LTE oder Bluetooth: Das Meizu-Smartphone setzt durch und durch auf Premium. Allerdings gibt es einige Probleme wenn sich das Android Smartphone mit einem LTE-Netz verbinden soll. Die Verbindung wurde relativ schnell verloren.
Das gilt auch für Telefonate: Beide Gesprächspartner verstehen sich bestens und störende Hintergrundgeräusche werden sehr gut herausgefiltert.

Einen gemischten Eindruck hat der Akku hinterlassen. Mit einer Nennladung von 3.350 mAh sollte dieser theoretisch bestens über den Tag bringen, was er auch überwiegend tat. Allerdings war mehrfach zu beobachten, dass irgendein Hintergrund-Prozess den Akku des Meizu MX4 Pro wortwörtlich „über Nacht“ leer gesaugt hatte. Im Dauerbetrieb sind jedoch ordentliche 6 bis 7 Stunden im Netz möglich, auch wenn man sich aufgrund des Akkus einiges mehr erwartet hätte.

Meizu MX4 Pro Test

 

Kamera und Multimedia

Die Kamera auf der Rückseite ist eines der Glanzstücke des Meizu MX4 Pro. Dabei handelt es sich um einen 20,7 Megapixel auflösenden Sensor von Sony, dessen Bildqualität sich im Großen und Ganzen sehen lassen kann. Die Bilder haben bei entsprechendem Licht hohe Details, sind scharf, besitzen natürliche Farben und wenig Bildrauschen. Bei weniger gutem Licht nimmt das Bildrauschen zu. Die Bildqualität ist insgesamt sehr gut, was auch auf Videos zutrifft. Und was würde sich da besser anbieten als der Fotovergleich zum Sony Xperia Z3?

Etwas eingeschränkt zeigt sich das Meizu MX4 Pro wenn es um die Wiedergabe von Multimedia-Inhalten geht. Der Musikplayer beherrscht beispielsweise kein WMA. Dafür ist die Audioqualität selbst erstaunlich gut: Der Lautsprecher ist kräftig mit einigem Volumen und leichten Tiefen. Nur die Höhen sind bei maximaler Lautstärke mit einem zu hohen Klirr-Faktor versehen. Allzu viel Musik wird man auf das Android Smartphone allerdings nicht drauf bekommen: Von dem 16 GB intern verbauten Speicher stehen dem Nutzer gute 11,46 GB zu freien Verwendung bereit. Mehr Speicher über eine MicroSD gibt es nicht, da ein entsprechender Slot fehlt. Wer schon weiß das er mehr Speicher braucht, sollte sich daher gleich von Beginn an für das größere Modell mit 32 GB internem Speicher entscheiden. Alternativ gibt es auch eine Variante mit 64 GB Speicher.

 

Software

Auf dem Meizu MX4 Pro kommt die selbstentwickelte Oberfläche Flyme OS4 zum Einsatz, welche wiederum auf Android 4.4 KitKat aufbaut. Während unseres Tests gab es zwei kleinere OTA-Updates, womit Funktionen zum Teil verbessert oder neue eingeführt wurden. Die Oberfläche selbst lehnt sich stark an iOS an was Icons und den fehlenden App Drawer betrifft. Apps müssen zwangsläufig in diversen Ordner organisiert werden.

Wer bisher klassische Android Smartphones hatte, muss sich deutlich umgewöhnen. Die Einstellungen beispielsweise haben am linken Rand Schnellzugriffe auf die jeweiligen Kategorien wie WLAN, Optik, Konten und dergleichen. Zudem setzt Flyme OS 4 auf dynamische Tasten zur Bedienung des Gerätes. Unter anderem wird ein Zurück-Button am unteren Bildschirmrand je nach Kontext eingeblendet sowie weitere Buttons. Wem das Konzept zu wirr ist, der kann sich in den Einstellungen zumindest die Zurück-Taste alternativ auf die Home-Taste legen: Der Fingerabdruck-Sensor fungiert gleichzeitig als kapazitive Taste. Den Task Manager erreicht man mit einer Wischgeste vom unteren Gehäuserand über das Display hin nach oben.

Obwohl Android als Betriebssystem auf dem Meizu MX4 Pro zum Einsatz kommt, befinden sich keinerlei Google Apps auf dem Android Smartphone. Diese lassen sich mit dem Google Installer (zum Download) nachinstallieren, der manuell installiert werden muss. Erst danach kann man auf seine lieb-gewonnenen Apps aus dem Google Play Store zugreifen und diese auch installieren. Das gilt übrigens auch für gekaufte Apps.

 

Fazit zum Meizu MX4 Pro

Meizu MX4 Pro Test

 

Starke Hardware, ein tolles Display und eine hervorragende Performance zeichnen das Meizu MX4 Pro aus. Highlight ist neben dem Preis die tolle Kamera und der Fingerabdruck-Sensor, der sich zudem als Zurück-Taste umfunktionieren lässt.
Wo allerdings Licht ist findet sich auch Schatten und das ist der nicht erweiterbare Speicher, die eigenwillige Bedienung von Flyme OS 4, die nachträglich zu installierenden Google-Dienste und der ab und zu auftretende enorme Akku-Verbrauch ohne ersichtlichen Grund.

Wer über diese Dinge hinweg sehen kann, bekommt ein preislich richtig attraktives Android Smartphone, welches bei der Bedienung versucht frische Wege zu gehen und Dank Samsung Prozessor, Sony Kamera und Akku, gar nicht mehr eine rein chinesische Produktion ist.

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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