Microsoft startet erneut Negativ-Kampagne gegen Google

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Wer erinnert sich nicht an den legendären „Gmail Man“? In regelmäßigen Abständen startet Microsoft in den USA Negativ-Kampagnen in denen sie Googles E-Mail Software – Gmail, die Verletzung der Privatsphäre vorwerfen. Unter dem Slogan „Don’t Get Scroogled by Gmail“ hat Microsoft nun nicht nur aktuell die Fernseh- und Online Kampagne gestartet, sondern auch eine Unterschriften Petition ins Leben gerufen.

Bevor jetzt für europäische Verhältnisse die Gemüter überkochen sei gesagt das in den USA Werbung weit über das hinaus geht was bei uns noch als „vergleichende Werbung“ toleriert werden würde. Die rechtlichen Grenzen sind in diesem Bezug ein wenig verschoben und diese Art von Negativ-Kampagnen gehören fast zum guten Ton.

So wirft Microsoft unter dem Vorsatz den Kunden doch zur Nutzung von dem hauseigenen Produkt Outlook zu bewegen, Google vor den kompletten Datensatz der E-Mails nach sogenannten Keywords (Schlüsselwörter/Stichwörter) zu scannen, um diese über der eigentlichen Mail mit effektiverer Werbung zu versorgen.
Nun macht aber Google gar keinen Hehl daraus das sie die Daten der E-Mails scannen – siehe rechts neben der Werbung der Button „Warum sehe ich diese Anzeige?“ :

Die Auswahl dieser Anzeige basiert auf den E-Mails in Ihrem Postfach. Über die Anzeigeneinstellungen können Sie angeben, welche Anzeigen Sie sehen möchten.

Hinzu kommt das Google diesen Scan auch nutzt um den Endverbraucher vor Spam zu bewahren bzw. diesen zu separieren.
Microsoft wirbt aber nun in seiner „SCROOGLED!“ Kampagne damit:

Outlook.com is different-we don´t go through your emails to sell ads.

Outlook.com ist da anders – wir gehen Ihre E-Mails nicht durch, um Anzeigen zu verkaufen.

Das ist leider nur teilweise richtig.

Microsoft scannt sehr wohl die Outlook E-Mails. Zum einen zum Zwecke der Spam Sondierung und zum anderen zur Platzierung von Kunden orientierter Werbung. Hierfür wird zwar nur der Betreff, öffentliche persönliche Daten der Person und die Suchmaschinen Ergebnisse ausgewertet, dennoch im klaren Widerspruch mit der aktuellen „SCROOGLED!“ Kampagne.
Fairerweise muss man zu gestehen das Microsoft in Outlook selber keine Werbung darstellt, was aber auch bei einer kostenpflichtigen Software gegenüber dem kostenlosen Gmail Programm von Google, unverschämt wäre.

Laut einer durch Microsoft initiierten Studie sollen 70 % der Befragten nicht darüber informiert sein, dass ihre E-Mails zum oben genannten Zwecke gescannt werden. Fast 90 % aller Wissenden würden dies missbilligen.
Wie steht es um euch? Wusstet ihr das schon vorher bzw. habt ihr euch das denken können und seit ihr dagegen das Google sowie andere E-Mail Provider eure E-Mails automatisch nach Keywords scannen?

 [Quelle: ZDNet.com]

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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Ein Kommentar

  1. Michel schreibt:

    Wer die Bedingungen vor dem Einrichten von Google-Diensten nicht nutzt, die Hinweise in den Diensten bewusst ausblendet und noch nie in von der angeblichen Informationskrake Google (Bing, Yahoo, Apple u.s.w sind da nicht besser) gehört hat, dem kann man auch 24 stunden am tag einen Anwalt oder Datenschützer mit auf Sofa setzen, der einen immer wieder aufklärt.

    Alerdings verschwimmt das dann allerdings auch in ein hintergründiges Mantra…

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