Microsoft und Google reichen sich die Hand

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Mitunter kämpfen die Großen einer Branche um ihre Marktposition mit sehr harten Bandagen, wie es auch Google und Microsoft jahrelang getan haben. Unter anderem ist der Redmonder Software-Konzern auch in der jüngsten EU-Untersuchung gegen Google involviert, aber nun will man seine Streitigkeiten beilegen. Beide Konzerne suchen ein friedliches Miteinander außerhalb der Gerichte.

Seit Jahren schon versucht Google (jetzt als Alphabet Inc.) den Schulterschluss mit Microsoft zu finden, was nun seine Früchte trägt. Es sollen alle rechtlichen Streitereien und auch Kartellrechtlichen Unstimmigkeiten beigelegt werden.
Die beiden Kontrahenten versprechen sich davon unter anderem enorme finanzielle Einsparungen, da ein Rechtsstreit vor Gericht schnell etliche Millionen US-Dollar verschlingen kann, die man an anderer Stelle besser gebrauchen könnte.

Microsoft und Google an einem Tisch

Jedenfalls zahlt sich Googles Strategie langsam aus: Seit Jahren schon versucht der Konzern hinter Android und der Google Websuche den Schulterschluss mit Microsoft zu finden durch diverse Lizenzabkommen und Verträge.

Zu den im Zuge des Friedensabkommens eingestellten Streitigkeiten gehören 18 Fälle vor Gericht in den USA und Deutschland, was bereits im September letzten Jahres erfolgte. In diesen Verfahren habe man gegenseitig alle Klagen zurückgezogen, in denen es um diverse Patente der beiden Konzerne ging. Auch Kartellrechtliche Beschwerden will man in Zukunft sein lassen und die Sache nur noch über die eigenen Produkte austragen.
Das Verfahren der EU-Kommission gegen Google wird davon allerdings nicht betroffen sein, denn dieses wurde durch Microsoft lediglich ins Rollen gebracht (zum Beitrag).

Unterm Strich will man sich dadurch auch jahrelange Verfahren ersparen, die neben den erwähnten Millionen US-Dollar vor allem eines sind: Innovationshemmend und ausbremsend.

Microsoft für seinen Teil hat sogar erste Taten sprechen lassen, indem man aus den mitgegründeten Organisationen FairSearch und ICOMP ausgetreten ist. Beide Vereinigungen sind maßgeblich mit beteiligt an den Kartellrechtlichen Vorwürfen gegen Google in Europa bezüglich der Websuche.

Man könnte wirklich denken, dass sich unter der neuen Leitung beider Konzerne so einiges zum Besseren gewendet hat.

Die Börse zeigt sich unbeeindruckt

Gerade im Zuge der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen beider Konzerne ist die Meldung interessant. Immerhin haben beide Konkurrenten an der Börse enttäuscht, wenn auch nur die Analysten. Gerade bei Alphabet Inc. als neue Muttergesellschaft von Google sind besagte Analysten trotz eines Wachstums bei Umsatz und Gewinn enttäuscht: Sie hatten deutlich mehr erwartet. Bei Microsoft hingegen ist der Reingewinn um 25 Prozent eingebrochen, sodass die Enttäuschung zumindest im Bezug auf den Redmonder Konzern gerechtfertigt ist.

Beiden Konzernen machte vor allem der starke US-Dollar zu schaffen, welcher deutlich auf die Auslandserlöse drückte. Bei Microsoft war vor allem das schwache PC-Geschäft rund um Windows 10 der größte Posten, welcher für den Umsatzrückgang verantwortlich ist, denn das Cloud-Geschäft hatte sogar zugelegt. In beiden Fällen musste der Aktienkurs knapp 4 Prozentpunkte einbüßen.

Wir dürfen also gespannt sein ob sich das eventuell auch auf die Verfügbarkeit von den so wichtigen Google Apps, für das Windows 10 Mobile Betriebssystem, bemerkbar macht. Wünschenswert wäre es allemal.

[Quelle: Spiegel Online | via Google Watch Blog]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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