Microsofts Android-Nebenverdienst und Office365

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Microsoft

Microsoft ist im Bereich der Desktop-Systeme mit nahezu 90% Marktanteilen zweifelsohne eine ganz große Nummer, im Mobilbereich sieht es dagegen ganz anders aus. Und dennoch ist das Mobilgeschäft für Microsoft ziemlich ertragsreich, wenn auch hauptsächlich nur durch Lizenzzahlungen durch diverse Hersteller von Android-Geräten. Nun gibt es eine erste Schätzung für das aktuelle Jahr der Lizenzeinnahmen.

Eigentlich ist es schon ein wenig kontrovers, wenn man sich die Sache mal ein wenig näher betrachtet. Da hat der Software-Konzern aus Redmond mit Windows Phone ein eigenes mittlerweile nicht mehr wirklich unerfolgreiches Betriebssystem auf dem Markt und dennoch sind die Gewinne durch Android-Smartphones und -Tablets deutlich höher als die der eigenen Plattform. das hat Microsoft eigentlich nur erreicht, dass man einige Schlüsselpatente sein Eigen nennt, die man herrlich an konkurrierende Android-Hersteller hat lizenzieren können. Die Kollegen von The Next Web haben daher mal geschätzt, was Microsoft denn in diesem Jahr durch die vielen Lizenzabkommen so an zusätzliche Einnahmen generieren könne. Allerdings beschränken sich die Kollegen nur auf den Bereich Entertainment and Devices Division (EDD), in welchem die eigenen Microsoft-Produkte wie beispielsweise die Surface Tablets nicht mit hineinfallen.

Zuletzt wurde bekannt, dass die beiden OEM-Hersteller ZTE und Foxconn ebenfalls zu den Lizenznehmern der Microsoft’schen Patente gehören werden. Das bringt die Kollegen zu dem Schluss, dass beispielsweise über 80% aller in den USA verkauften Android-Geräte in die Lizenzabkommen mit Microsoft fallen würden. Dennoch geht Microsoft selbst davon aus, dass man lediglich etwa 50% aller Android-Geräte weltweit umfasst. Betrachtet man allerdings den US-Markt zusammen mit dem weltweiten Markt, schätzen die Kollegen von The Next Web den Einfluss der Microsoft-Lizenzabkommen auf gute 65% aller Android-Geräte weltweit.

 

Mehr Gewinn durch die Konkurrenz

Die durchschnittlichen Lizenzabgaben der Android-Hersteller schätzt The Next Web auf gut 3 US Dollar je Gerät, wenngleich HTC beispielsweise pro Android-Smartphone 5 US Dollar nach Redmond überweist. Größere Unternehmen wie beispielsweise Samsung könnten allerdings die Lizenzgebühren durchaus noch ein Stückchen drücken, zumal die 5 US Dollar je Gerät von Microsoft wohl als Einstiegsgebot geführt wurden. Das führt geschätzt letzten Endes unter konservativen Gesichtspunkten zu immerhin gut 1,6 Milliarden US Dollar allein durch Lizenzgebühren. Im Jahr wohlgemerkt, denn realistisch betrachtet sind es eher 400 Millionen US Dollar pro Quartal, die Microsoft auf diese Weite einnimmt. Ein durchaus netter Zusatzverdienst für Microsoft, der umgehend wieder in Windows Phone gesteckt werden kann, als Teil des EDD-Bereichs des Redmonder Konzerns.

Letzten Endes hat das Patentportfolio von Motorola Google also bisher alles andere als Glück gebracht, da die Rechtsabteilung von Microsoft die Sache ehr geschickt angeht. Denn anstatt Google selbst anzugreifen, wendet man sich bei Microsoft lieber durch die Hintertür an die Hersteller der Android-Geräte und macht somit Open-Source-Software zu einem teuren Geschäft durch die vielen Lizenzabkommen, die man abschließen muss, um nicht auf horrende Summen verklagt zu werden. Und der Artikel von The Next Web zeigt nur, wie kaputt das Patentsystem eigentlich ist. Das sich daran etwas in absehbarer Zeit ändern wird ist unwahrscheinlich, spätestens die starke Lobby wird für genügend Verzögerungen sorgen.

 

Office 365 für Android

Aber abgesehen von diesen riesigen Summen die da gehandelt werden (und jeder von uns bestimmt wenigstens einmal zur Verfügung hätte, auch versteuert), gibt es für Android-Nutzer auch eine erfreulichere Nachricht. Zumindest für Nutzer des Cloudienstes Office 365 von Microsoft. Zwar sind native Android-Anwendungen der bekannten Office-Suite seit längerem angekündigt bzw. halten sich entsprechende Gerüchte hartnäckig, bis es aber soweit ist werden wir mindestens noch einmal Silvester erleben dürfen. Dennoch können die Web-Apps von Office 365 mittlerweile auch auf Android-Tablets genutzt werden, sofern man den Google Chrome als Browser verwendet. Und eine echt witzige Werbe-Idee hatte Microsoft kürzlich außerdem gehabt, auch wenn die meisten von uns diese nie in Echt zu Gesicht bekommen werden.

Seit gestern Abend lassen sich über besagten Chrome-Browser die Web-Apps von Word, Excel, PowerPoint und OneNote unter Android nutzen und widerlegen eine Aussage, die Microsoft-Gründer und Ex-Konzernchef Bill Gates kürzlich geäußert hat. So seien viele Tablet-Nutzer, insbesondere iPad-Besitzer, über die fehlende Produktivität ihrer Tablets enttäuscht und würden sich stattdessen ein Microsoft Surface wünschen, nicht zuletzt wegen der fehlenden Office-Suite von Microsoft. Das man diese Behauptung Gates‘ sehr wohl als Wunschdenken abtun kann, sei mal dahin gestellt. Fakt ist, sowohl für iOS als auch Android gibt es seit einiger Zeit wirklich gute Office Apps, die nicht nur den gewünschten Funktionsumfang bieten sondern auch an die Fingerbedienung angepasst sind. Zumindest die meisten.

Chrome-Browser – Google
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos
FREE Office: TextMaker Mobile
FREE Office: PlanMaker Mobile
FREE Office: Presentations
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁 #wpappbox

Links: → Store öffnen → Google-Suche
OfficeSuite Pro + PDF
Entwickler: MobiSystems
Preis: 16,99 €
[Quellen: The Next Web & Microsoft | via PhoneArena]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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