Modular Smartphone: Lebt Projekt Ara überhaupt noch?

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Google Projekt Ara

Schon seit Jahren arbeitet ein kleines Team von Google an Projekt Ara, welches seine Ursprünge bei der ehemaligen Tochter Motorola hat. Die Entwickler sind mit einem ehrgeizigen Ziel gestartet und hatten sich hohe Ziele gesteckt. Doch mittlerweile gibt es schon lange nichts mehr zu hören von dem Projekt, welches den Markt revolutionieren sollte.

Tatsächlich ist der offizielle Twitter-Account schon lange nicht mehr aktualisiert worden. Die letzte Nachricht des Accounts stammt vom 8. Oktober und auch sonst ist schon lange nichts Neues mehr von Googles Advanced Technology And Projects Gruppe kurz Google ATAP zu hören gewesen. Ist Projekt Ara mittlerweile eingestampft worden, wie es dem Konkurrent Foncraft widerfahren ist (zum Beitrag)?

Unbekannter Status des Projektes

Denn auch die Versprechen, dass man noch 2015 mit dem ersten öffentlichen Betatest der Plattform beginnen will, ist es nichts geworden. Dabei wollte Projekt Ara in Puerto Rico die ersten Geräte anbieten und auch den geplanten Online-Shop für neue Module online bringen, was im August schließlich gecancelt wurde. Stattdessen will man in den USA den Testlauf starten (zum Beitrag) – sofern das nach wie vor aktuell sein sollte.

Fakt ist, dass das Projekt von Beginn an mit einigen Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung hatte, was man auch bei etlichen Vorstellungen von funktionierenden Prototypen sehen konnte. Mal dauerte das Booten des Gerätes mehrere Minuten, dann stürzte das Demo-Gerät mitten in der öffentlichen Präsentation ab und zuletzt zeigte man den Prototypen und eine kleine Auswahl an verschiedenen Modulen nur hinter einer Glasvitrine.

Bisheriges Highlight ist die Google I/O 2015 gewesen, auf welcher man in einer Präsentation den Spiral 2 Prototypen mit einigen Modulen bestückte, diesen einschaltete und im laufenden Betrieb das Kamera-Modul gegen ein besseres austauschte (zum Beitrag). Was sich damals als weit fortgeschritten zeigte, scheint nun rückblickend betrachtet, nur ein kleiner Durchbruch gewesen zu sein.

So heißt es zum Beispiel auf der Website des Projektes nach wie vor, dass man keinen Zeitraum für die Veröffentlichung nennen kann, aber für einen eingeschränkten Start noch in 2015 hin arbeite. Angeblich war mit ein Grund für die große Verzögerung ein fehlgeschlagener Falltest, durch welchen der Prototyp mit Pauken und Trompeten durchgefallen sein sollte. Die Magnete zum Halten der Module sind nicht stark genug, sodass diese bei einem Sturz aus ihren Verankerungen gelöst werden. Kurz danach stellte sich das nur als ein Witz des Teams heraus – oder vielleicht doch nicht und man wollte es nicht zugeben? Zumindest habe man eine andere Lösung anstelle der Elektropermanentmagnete erprobt, die mittlerweile fester Bestandteil sein soll.

Insofern ist das Fairphone 2 bis auf weiteres das einzige Smartphone auf dem Markt, welches wirklich den Titel „Erstes modulares Smartphone“ tragen kann (zum Beitrag). Schließlich kann der Nutzer diverse Bauteile in Form ganzer Komponenten selbst und mit wenig Aufwand austauschen, was auch das erklärte Ziel von Projekt Ara ist – nur um ein Vielfaches größer was die Auswahl der verfügbaren Module anbelangt. Im folgenden Artikel haben wir vor einiger Zeit mal ein wenig nachgeforscht, welche Unternehmen denn überhaupt Module bereitstellen wollen und was sie können:

Projekt Ara: Wer steuert eigentlich die Technik bei?

Wer noch immer auf das komplett modulare Smartphone wartet, wo man Display, Prozessor, Speicher, Kamera und noch einiges mehr selbst nach den eigenen Wünschen austauschen kann, der muss auch weiterhin noch sehr viel Geduld aufbringen. Denn so schnell scheint das ambitionierte Projekt namens Projekt Ara wohl doch nicht starten zu können.

[Quelle: AppDated]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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