Multiuser mit Android – Ist da was im Kommen?

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Android ist ein wahres Erfolgsprodukt im mobilen Bereich. Mit Marktanteilen weit über 50% in manchen Ländern, erobert die Plattform der Open Handset Alliance immer neue Bereiche. Angefangen mit Smartphones, breitet sich Android nach den Tablets sogar langsam in Entertainment-Systemen für Flugzeuge aus. Selbst die Vorzüge des Linux-Unterbaus treten immer mehr zum Vorschein.

Der Open-Source-Gedanke, dass jeder auf den Quellcode zugreifen und ihn anpassen kann, ist mittlerweile ein alter Hut. Interessanter wird es erst, wenn man seinen Androiden gerootet hat, denn dann sind Späßchen wie eine konfigurierbare Firewall nach dem iptables-Prinzip machbar oder das hosten eines kompletten Webservers auf einem Tablet. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, lediglich die eigene Kreativität und Hardware sind limitierende Faktoren. Mittlerweile kann Android fast alles was ein Desktop-System auch kann. Nur eines noch nicht, zumindest nicht nativ: Ein echter Multi-Account-Betrieb.

Wer sein Smartphone oder Tablet gerootet hat, kann die Funktionalität zwar mit der App SwitchMe Root Profile Manager imitieren, dennoch ist das nur ein Behelf. Den Kollegen von AndroidPolice scheint das allerdings nicht zu reichen, denn AndroidPolice hat sich mal ein wenig näher mit dem Thema beschäftigt und einiges zu Tage gefördert. Zum Beispiel das bereits am 14. April 2011 ein erster Code-Commit für einen grundlegenden Paket-Manager eingereicht wurde, wie er fester Bestandteil von nahezu jedem Linux-System ist. Oder dass das Benutzerprofil nicht in einem globalen Ordner sondern in separaten Ordnern gespeichert wird, eine zwingende Grundvoraussetzung für einen Multi-Account-Betrieb.

Bildquelle: AndroidPolice

 

Was der Multi-Account braucht

Der erste echte Code-Commit für eine Multi-Account-Funktion ist am 4. Mai 2011 erfolgt, in Form von diversen Umstellungen auf Per-User-Basis. Zum Beispiel der Anwendungs-Stack beim App-Wechsel oder das cachen des ContentProviders oder das starten von PendingIntents basierend auf der richtige User-ID. Weiter ging es am 13. März 2012, als ein Code-Commit die Paketeinschränkung für einzelne User eingereicht wurde. Heißt im Klartext, dass einzelne Apps für bestimmte User aktiviert oder deaktiviert werden können. Ebenfalls vorangetrieben wurde die Aufsplittung von globalen Einstellungen auf einzelne Einstellungen für jeden User.

22. März 2012 ist schließlich das Datum, an dem erstmals Code für ein echtes Account-Management eingereicht wurde. Zum Beispiel das manuelle entsperren beim Account-Wechsel, dem ganzen System und den laufenden Prozessen einen Account-Wechsel mitteilen oder das löschen aller zugehörigen Daten beim löschen eines Accounts. Dem folgend wurde am 28. März 2012 der Sperrbildschirm etwas überarbeitet, da dieser anscheinend Dreh- und Angelpunkt für den Account-Wechsel werden wird.

 

Und was funktioniert davon?

Die eigentlich brennende Frage ist an dieser Stelle, WAS davon funktioniert bereits? Nun, wie man am jeweiligen Datum erkennt, gehen einige Code-Commits bereits in die Zeit von Android 2.3 Gingerbread/3.0 Honeycomb zurück. In Android 4.0 Ice Cream Sandwich sind zumindest die einzelnen Account-Ordner für die Einstellungen der Apps bereits in Verwendung. Unter Android 4.1 Jelly Bean ist das Ganze sogar noch ein Stückchen weiter, denn hier werden bereits die Einstellungen und Personalisierungen wie auf dem Homescreen platzierte Widgets separat abgespeichert.

Bildquelle: AndroidPolice

Heißt das also im Umkehrschluss, das Android bereits über einen Multiuser-Modus verfügt? Nun, eigentlich nicht ganz. Der Sperrbildschirm, installierte Apps, laufende Anwendungen, Anwendungsdaten, Standardanwendungen, Homescreen Widgets, Konten, die Synchronisierung und selbst die Sprache sind bereits auf einen Multi-Account-Betrieb hin optimiert. Dennoch bedarf es noch Anpassungen am ganzen Rest der Benutzeroberfläche wie Kontenverwaltung, Datenverwaltung wie Name oder Benutzerbild der einzelnen Konten oder dem Bildschirm zum wechseln an- und abmelden der Konten. Abschließend lässt sich festhalten, dass die Grundlagen für mehrere Benutzerkonten auf ein und demselben Gerät sozusagen vorhanden sind.

Lediglich die Anpassung der Benutzeroberfläche steht noch aus und die ganzen Tests, um die Funktionalität zu gewährleisten stehen noch aus. Und wie sich Drittanbieter-Apps mit einer derart großen Änderung im System vertragen steht ebenfalls noch in den Sternen. Wer nicht so lange warten will, der kann wie zu Beginn schon erwähnt, mit der App SwitchMe Root Profile Manager einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen. Übrigens ist der Originalartikel bei AndroidPolice jedem ans Herz zu legen, der des Englischen mächtig ist.

SwitchMe Multiple Accounts
Entwickler: Fahrbot PRI
Preis: Kostenlos+

[Quelle: AndroidPolice]
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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Ich denke mal für Tablets wird das interessant… ein Account für die Eltern ein für jedes Kind usw.

    Der Gedanke kam mir eben: Wie sieht das dann z.B. mit Familien Accounts aus das nicht jedes Spiel/App neu gekauft werden müssen?

  2. Pingback: Google erhält Patent für Multi User Face Unlock | anDROID NEWS & TV

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