myTaxi darf keine Rabatt-Aktionen mehr anbieten

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myTaxi Rabattaktion

Bei Smartphone-Besitzern ist myTaxi schon lange kein Unbekannter mehr, schließlich hat das Daimler Tochterunternehmen seit 2010 die Taxi-Landschaft mit seiner durchaus empfehlenswerten mobilen App ordentlich aufgemischt. Vor allem die vielen Rabatt-Aktionen sind auf viel Gegenliebe bei dem Kunden gestoßen, ganz im Gegensatz zum deutschen Taxi-Verband, der nun vor Gericht mit einen Sieg davon ziehen konnte. Wenngleich auch erst einmal vorübergehend. 

Das Urteil wurde am Landgericht Frankfurt für ganz Deutschland ausgesprochen und verbietet myTaxi, irgendwelche neuen Rabatt-Aktionen auf Bundesgebiet durchzuführen. Damit hat der Taxi-Verband einen für sich wichtigen Sieg erreicht, um die immer stärker werdende Konkurrenz im Zaum halten zu können. Laut dem Urteil sei ein Taxi ein öffentliches Verkehrsmittel und habe sich somit an die gültigen Tarife zu halten, was mit den angesprochenen Rabatt-Aktionen regelmäßig missachtet werde.

Vorläufiges Ende für myTaxi Aktionen?

Da Taxis als öffentliches Verkehrsmittel gelten, sind auch Preis für eine Fahrt per Tarifvertrag festgelegt. Diese würde myTaxi allerdings mit eben diesen Rabattaktionen unterbinden. Insofern zeigt sich auch Dieter Schlenker als Vorsitzender der Genossenschaft Taxi Deutschland höchst zufrieden mit dem Urteil, Zitat:

„Diese Entscheidung ist positiv für Verbraucher und für die mittelständischen Taxibetriebe und Taxizentralen, denn Mytaxi-Aktionen täuschen nur vor, Taxifahrten könnten billiger sein. Dabei wird der Rabatt vom finanzstarken globalen Unternehmen Daimler subventioniert. Mytaxi und Daimler warten mit einer Gewinnabschöpfung einfach, bis man den Ruftaxi-Mittelstand mit seinen rund Zehntausend Arbeitsplätzen vom Markt gedrängt hat. Ist die Konkurrenz tot und die Tarifpflicht aufgeweicht, kann der Kunde nichts mehr gegen höhere Preise oder weniger Service tun

Seiner Ansicht nach hatte myTaxi mit seinen Rabattaktionen nichts anderes vor, als diese Regelung aufzuweichen und sich durch seine Aktionen mit den günstigeren Preisen auf unfaire Weise mehr Marktanteile zu verschaffen.
Auf lange Sicht befürchtet der Taxi-Verband, dass die Daimler-Tochter ein Vermittlungsmonopol erreichen könnte und damit die zu entrichtende Provision der Taxi-Fahrer immer höher ausfällt, sowie über 10.000 Arbeitsplätze gefährdet seien. Denn was die meisten Kunden bei den Aktionen vergessen: Daimler subventioniert bei den Aktionen die Preise, deren Tarif sich trotz Rabatt nicht ändert. myTaxi gaukelt somit bewusst niedrigere Gebühren vor lautet der Vorwurf.

myTaxi indes versucht das Urteil auf die letzten Meter doch noch zu verhindern, indem man einen Antrag auf Vollstreckungsschutz gestellt hat. Damit soll die Zwangsvollstreckung des Urteils so lange ausgesetzt werden, bis die nächsthöhere Instanz dieses bestätigt – oder kippt, wenn es nach dem Hamburger Unternehmen geht. Als Begründung gab man eine nicht eindeutige Rechtslage in diesem Fall an, dem Dieter Schlenker jedoch widersprach. Man versuche lediglich so lange wie möglich unlauteren Wettbewerb zu betreiben, da die rechtliche Lage sehr wohl eindeutig sei.

Kein Ende in Sicht

Noch scheint also nicht das letzte Wort gesprochen zu sein, zumal auch Taxi-Fahrer sich zunehmend auf Seiten von myTaxi schlagen als zu den Taxi-Zentralen. Begründet werde das mit der größeren Freiheit bei der Annahme der nächsten Fahrten und auch den niedrigeren Provisionen, die Taxi-Fahrer an die Daimler-Tochter abdrücken müssen. Auch Fahrgäste empfinden den Dienst als angenehm und das nicht nur wegen der teils sehr lukrativen Aktionen. So begrüßen viele Nutzer vor allem die Möglichkeit mit der App auf dem Smartphone bezahlen zu können.

Man darf also gespannt sein, wie sich die Sache weiter entwickeln wird.

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[Quelle: Caschys Blog]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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