Netflix und Amazon kämpfen mit 4K-Raubkopien

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4K-Inhalte von Netflix

Raubkopien sind mindestens so alt wie es die ersten Kopierschutzmaßnahmen für digitale Inhalte gibt, wovon Netflix und nun auch verstärkt Amazon mit seinem Prime Instant Video ein Lied von singen können. Beide Streaming-Anbieter zeigen sich vor allem durch das zunehmende Rippen ihrer 4K-Inhalte mit einer wachsenden Gefahr konfrontiert.

Aufmerksam geworden ist die für Neuigkeiten aus der Torrent-Szene spezialisierte Website TorrentFreak auf das Problem. Dieses zeigt sich dadurch, dass einschlägig bekannte Release Groups vermehrt 4K-Inhalte sowohl von Netflix als auch kürzlich von Amazon Prime Instant Video ins Netz stellen. Zu den aufgetauchten Inhalten aus dem Angebot von Amazon gehören „The Man in the High Castle“ als komplette Serie sowie die Pilotfolgen der Serien „Edge“, „Good Girls Revolt“, „Highston“, „One Mississippi“ und „Patriot“. Netflix hat vor allem die Marvel-Comic-Verfilmung von „Jessica Jones“ als 4K-Rip zu bedauern.

Ärgernis für Netflix und Amazon

Wo das Leck für die abgegriffenen Streams genau zu finden ist sei bisher nicht bekannt. Vermutungen gehen jedoch in die Richtung des Amazon Fire TV und der 4K-fähigen Roku Box. Im Fall des Fire TV sei der veraltete HDCP-Standard (High-Bandwith Digital Copy Protection) in Version 1.4b das mögliche Einfallstor zum Rippen der Streams, da HDCP 2.2 nach wie vor als nicht geknackt gilt. Gesichert ist diese Vermutung jedoch nicht. Aufgrund der gesteigerten Bildauflösung und -qualität kann ein so gerippter 4K-Film durchaus bis zu 100 GB Speicher benötigen, während eine Serienfolge mit bis zu 15 GB zu Buche schlagen kann.

Amazon und auch Netflix dürften jedoch nicht allzu lange die einzige Quelle für raubkopierte 4K-Inhalte sein. Für 2016 werden die ersten Ultra HD BluRays mit 4K-Filmen erwartet, sodass sich das Angebot in dubiosen Netzen erheblich ausdehnen könnte.

4K für den Massenmarkt

Für die Industrie selbst könnte sich diese Entwicklung zum zweischneidigen Schwert entwickeln. Einerseits werden Netflix und Amazon sowie die jeweiligen Rechteinhaber verärgert über die verlorenen Einnahmen durch den Verkauf sein. Andererseits kann dies für 4K-fähige Fernseher und Monitore einen ersten Boom bedeuten, da nun auch die entsprechenden Inhalte angeschaut werden können. Unabhängig davon, ob sie nun aus einer legalen oder illegalen Quelle stammen.

Das Problem für Netflix und Amazon ist deswegen noch lange nicht behoben und es dürfte interessant werden, wie beide Streaming-Anbieter auf diese Bedrohung reagieren werden. In jedem Fall ist die Entwicklung neuer Kopierschutzmaßnahmen zu erwarten, deren Auswirkungen und Einschränkungen für legale Nutzer eventuell nicht so toll sein dürften. Ob bei diesen Aussichten noch andere Anbieter auf den 4K-Zug aufspringen werden ist fraglich. Wir bieten euch zumindest hier noch einmal einen Vergleich der bekanntesten TV-Streamingdienste:

Amazon, Netflix, Sky Go, maxdome und andere Pay-TV-Anbieter im Vergleich

[Quelle: TorrentFreak | via Caschys Blog]

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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