Nexus Device: Nun will auch Google wie Apple werden!

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Wer auf pures und unverfälschtes Android steht, kommt in der Regel um die Google Nexus Familie nicht herum. Zumal ein schnelles Update auf das neueste Betriebssystem von hause aus schon gewährleistet ist. Nachdem die Android Smartphones lange Zeit vor allem als technisch ausgereifte Schnäppchen mit geringen Akkulaufzeiten galten, änderte sich das 2014 mit dem Nexus 6 von Motorola. Doch nun will Google allen Anschein ganz nach dem Apple Vorbild, bei der Herstellung selbst Hand anlegen.

Von Beginn an war es nie das Ziel von Google, mit der Nexus-Familie ein wirtschaftlich lukratives Hardware-Geschäft aufzubauen und damit Geld zu verdienen. Vielmehr sollte es eine günstige Plattform für Entwickler sein, um alle Neuheiten der jeweils mit dem Gerät offiziell vorgestellten Android-Version ausprobieren zu können. Zudem sollte es als Anreiz für die Hardware-Partner dienen, selbst bessere Geräte zu entwickeln.

Google will das eigene Nexus

Doch damit scheint nun Schluss zu sein, denn der amtierende CEO und langjährige Google-Mitarbeiter Sundar Pichai will mehr Kontrolle über die Nexus-Smartphones, berichtet Amir Efrati von „The Information“. Genauer gesagt über den Prozess der Design-Entwicklung bis hin zur Vermarktung, denn einfach nur ein Wörtchen bei der Hardware mitreden zu können ist Google nicht mehr genug. Man nimmt sich damit ein deutliches Vorbild an Apple, denn das iPhone ist komplett in Apples Hand, in nahezu jedem noch so kleinen Aspekt.

Laut dem Bericht will Google künftig selbst die Hardware der Nexus-Geräte designen und damit auch selbst die Eckdaten der Smartphones festlegen. Sofern man bisher weiß, schicken die Smartphone-Hersteller ihre Prototypen an Google, wo dann das jeweils aktuell am besten zu den Vorstellungen Googles passende Gerät ausgewählt wird und Google kleinere Veränderungen nennt, welche der jeweilige Hersteller dann umzusetzen versucht.

Jedoch war Google dem Bericht von „The Information“ zufolge schon mehrfach nicht komplett zufrieden mit den vorgelegten Smartphone-Entwürfen für die Nexus-Reihe, was eben zu den jetzigen Plänen geführt haben soll. Heißt im Umkehrschluss, dass die Partner in Zukunft zum reinen Lieferanten werden und nicht mehr ihre eigenen Ideen einbringen können.

Mehr Werbung für das Nexus

Sogar im Marketing will Google in Zukunft selbst die Zügel in die Hand nehmen, da Hersteller aus nachvollziehbaren Gründen die jeweils von ihnen stammenden Nexus-Smartphones so gut wie nicht offensiv bewerben. Immerhin sind die nicht mit den Hersteller-eigenen Diensten ausgestattet und nicht als deren Geräte gebrandet, sodass die Ambitionen für einen erfolgreichen Verkauf niedriger sind.

Angeblich hat Google mit einem gesunkenen Absatz der Nexus-Smartphones zu kämpfen, was der Konzern zum Teil mit an den so gut wie fehlenden Werbe-Maßnahmen festmachen will.

Eine der Hauptursachen für die verhaltene Nachfrage nach den Nexus-Smartphones dürfte nicht zuletzt auch deren Preis sein, den Google die letzten beiden Jahre für die aktuellen Modelle verlangt. Hauptsächlich LG ist mit dem Nexus 4 und 5 daran beteiligt, dass die Google-Smartphones das Image der preiswerten aber technisch sehr gut ausgestatteten Android Smartphones haben. Da sind die 649 Euro UVP – derzeit hat Google den Preis um 100 Euro gesenkt (zum Beitrag) – für das kleinste Nexus aus der Feder von HUAWEI schon eine ganz andere Nummer, auch wenn unser nachfolgend verlinkte Test zeigt, dass der Preis durchaus ein wenig gerechtfertigt:

[Test] Google Nexus 6P by Huawei – elegantes Design, pures Android!

Jedoch birgt diese Strategie auch einige Risiken. Sicherlich mit dem Android Tablet Google Pixel C (zum Beitrag) hat der Konzern erste Erfahrungen sammeln können bezüglich der Entwicklung und Vermarktung aus einer Hand, aber auf der anderen Seite könnte der US-Konzern mit einer eigenen Hardware-Reihe auch seine OEM-Partner vergraulen auf lange Sicht.

Wobei dies eher unwahrscheinlich ist, da Google ein pures Android verwendet und die OEM-Partner ihre Geräte mit teils sehr nützlichen Zusatzfunktionen und anderen Alleinstellungsmerkmalen – S-Pen bei Samsung, BoomSound bei HTC, LG mit den Rear Keys oder HUAWEI mit dem sehr schnellen Fingerabdruck-Sensor – ausstattet.

Dennoch ist das nicht mehr als nur ein Gerücht. Aber eines das Hand und Fuß hat, auch wenn zuletzt HTC für gleich zwei Nexus-Smartphones ins Gespräch geraten ist (zum Beitrag).

[Quelle: The Information]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Google will Nexus-Geräte künftig selbst entwickeln

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